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Duderstadt Demonstrationen für den Frieden
Die Region Duderstadt Demonstrationen für den Frieden
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15:31 30.03.2018
Fahne vieler Friedensmärsche. Quelle: r
Göttingen

Den ersten Ostermarsch gab es vor 60 Jahren: Am Karfreitag 1958 versammelten sich in London mehr als 10 000 Menschen zu einer Demonstration gegen die britischen Atomwaffen. Die Aktion war ein Fanal. Denn seitdem gehen in verschiedenen Ländern jedes Jahr zu Ostern Tausende Menschen auf die Straße, um gegen Kriege und atomare Rüstung zu protestieren. In der Bundesrepublik führte der erste Ostermarsch 1960 mit rund 1500 Teilnehmern zum Truppenübungsplatz Bergen-Hohne in der Lüneburger Heide.

Ostermarsch der Eichsfelder Linken

Themen in die Öffentlichkeit bringen, darum geht es den Marschierenden: „Ich glaube, angefangen haben wir wegen des Irak-Krieges, aber es gibt ja immer noch zig Kriege auf der Welt. Das hat nie aufgehört“, meint der Duderstädter Hans-Georg Schwedhelm von der Fraktion „Die Partei (P²)“. Zusammen mit vielen anderen begleitet er am Ostermontag, 2. April, um 14 Uhr den Ostermarsch der Eichsfelder Linken. Treffpunkt ist am Ortsausgang Wehnde (Bachstraße), und von da aus geht es mit anschließender Kundgebung zum Denkmal „Ost-West-Tor“ zwischen Duderstadt und Ecklingerode.

Rund 100 Veranstaltungen

Bundesweit listet das in Bonn ansässige „Netzwerk Friedenskooperative“ an den Ostertagen rund 100 Veranstaltungen auf. Gründe zur Beteiligung gebe es immer noch genug, sagt Netzwerk-Sprecher Kristian Golla: „Die Weltlage ist äußert brisant, sie ist sehr problematisch und sehr unübersichtlich.“ US-Präsident Donald Trump sei unberechenbar: „Er ist ein Quereinsteiger und hat vom politischen Geschäft keine Ahnung.“

Proteste der Studenten

Beflügelt von den Protesten der Studenten, hatten die Ostermarschierer in der Bundesrepublik in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre enormen Zulauf. 1967 beteiligten sich 150 000 Demonstranten an Oster-Aktionen in mehr als 200 Städten, ein Jahr später waren es doppelt so viele. Auch wegen interner Grabenkämpfe zerfiel die Bewegung danach: Streit entzündete sich vor allem daran, dass die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei begrüßte.

Renaissance der Ostermärsche

Eine Renaissance erlebten die Ostermärsche 1982 mit der Debatte über die Nachrüstung der Nato mit atomaren Mittelstreckenwaffen. Zehntausende versammelten sich an den geplanten Standorten für Cruise Missiles und Pershing-II-Raketen. Die Kriege gegen Jugoslawien und den Irak in den 1990er und 2000er Jahren mobilisierten später noch einmal zahlreiche Menschen.

Der letzte Marsch

Außer dem Eichsfelder Ostermarsch gibt es keinen mehr in der Region, wie unter anderem die Städte Northeim und Hann. Münden mitteilen. In Göttingen fand der letzte Marsch 1994 statt: „Vor circa fünf Jahren hatten wir mal ein Ostergang organisiert“, sagt Ute Simmerling von der Anti-Atomkraft-Bewegung Göttingen. „Der führte vom Otto-Hahn-Haus, der die Atombombe mit entwickelt hat, bis zum Kerstlingeröder Feld, wo ihm eine Bank gewidmet ist.“ Ähnliche Veranstaltungen habe es sonst nicht gegeben: „Die Leute zeigen sich nicht mehr.“ Und auch Anne Schreiner, ehemalige Mitarbeiterin des Göttinger Friedensbüros, das 2013 aufgelöst wurde, meint: „Es fehlt an Leuten, die welche organisieren.“

Weiter Infos unter friedenskooperative.de/ostermarsch-2018.

Von Madita Eggers mit epd

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