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Duderstadt Nach Umzug beklagt Schulleiter Platznot
Die Region Duderstadt Nach Umzug beklagt Schulleiter Platznot
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00:22 17.12.2018
Die Pestalozzi-Förderschule ist im Sommer 2018 ins Gebäude der St. Ursula-Schule umgezogen und beklagt nun Raumnot. Die Klassenräume sind wie bei dieser 10. Klasse zu klein. Quelle: Eichner-Ramm
Duderstadt

Im Sommer zogen sechs Klassen der Förderschule mit Schwerpunkt Lernen vom bisherigen Standort an der Neutorstraße in das Gebäude der St.-Ursula-Schule. Außerdem besuchen seither 19 Kinder aus dem Sprachheilbereich seit Schuljahresbeginn die St.-Elisabeth-Schule. „Seit dem Sommer haben wir bekanntlich das Feld zugunsten des Inklusiven Campus Duderstadt geräumt,“ sagt der Förderschulleiter, doch die Situation stellt sich für Martin Struck nicht wirklich zufriedenstellend dar.

Schulleiter Struck beklagt „auch Monate nach dem Umzug eine noch immer mangelhafte Raumsituation der Pestalozzi-Schule“ und schildert die Situation an der Förderschule „gerade auch vor dem Hintergrund, dass ,Lösungen’ für die Astrid-Lindgren-Hauptschule diskutiert werden, die nicht unsere sind“.

Klassenzimmer zu klein für 17 Schüler

Vor allem die Raumnot bemängelt Struck am neuen Standort im Gebäude der St.-Ursula-Schule, einem Altbau an der Christian-Blank-Straße. Außer der Schulverwaltung samt Sekretariat – einem langen, aber schmalen Raum –, und einem Werkraum nutzt die Pestalozzi-Schule zurzeit sechs Klassenräume ( eine fünfte, zwei siebte, und jeweils eine achte, neunte und zehnte Klasse) mit zusammen 62 Schülern. Die Unterrichtsräume seien kleiner als im früheren Schulgebäude, berichtet Struck. Theoretisch wären pro Klasse bis zu 17 Schüler möglich, doch 17 Schülerin einem Klassenzimmer unterzubringen, bereite in den Räumlichkeiten an der St.-Ursula-Schule „große Schwierigkeiten“, so Struck.

Martin Struck, Schulleiter der Pestalozzi-Förderschule muss die Technikausstattung am neuen Standort im Gebäude der St. Ursula-Schule auf dem Schulflur lagern. Quelle: Eichner-Ramm

Es fehle außerdem ein Differenzierungsraum, in dem bei Bedarf auch einmal Kleinstgruppen von Schülern betreut werden können, so Struck weiter. Weiterhin gebe es kein Besprechungszimmer, und es fehlten auch Fachräume, die genutzt werden könnten. Erst vor kurzem habe sich eine Lösung für einen Naturwissenschaftsraum ergeben, der voraussichtlich zum Jahresende in Betrieb gehen könne –fast ein halbes Jahr nach dem Umzug. Noch immer fehle ein PC-Raum, in dem den Schüler ab der achten Klasse beispielsweise Bewerbungen erstellen könnten, erläutert Struck. Darüber hinaus bestehe zurzeit keine geeignete Möglichkeit, „die Informationstechnik“ zu lagern. So stehe ein Rollschrank mit Technik auf dem Schulflur, weil es keinen geeigneten Platz dafür gebe, erzählt Struck.

Essen jetzt auch für Pestalozzi-Schüler an IGS-Mensa möglich

Für einen weiteren Kritikpunkt des Förderschulleiters hat sich erst vor wenigen Tagen eine Lösung ergeben. Bis dahin war es den Pestalozzi-Schülern im Rahmen des Ganztagsangebots nicht möglich, die Mensa der St.-Ursula-Schule mit zu nutzen. Grund war Struck zufolge, dass der Abrechnungsmodus noch nicht geklärt war.

„Ein Umzug in der Größenordnung wie bei der Pestalozzi-Schule in Duderstadt erfordert die Mithilfe und wohlwollende Mitarbeit aller daran beteiligten Personen“, antwortet die Landkreispressestelle auf die Kritikpunkte des Schulleiters. Die Teilnahme am Mensa-Essen für Schüler der Pestalozzi-Schule Duderstadt sei seit Anfang Oktober möglich, heißt es im Statement des Landkreises Göttingen als Schulträger.

Weitere Räume erst zum neuen Schuljahr

Die Raumbedarfe seien vorab seitens des Schulleiters angezeigt worden. „Dahingehend erfolgten die Vertragsgespräche mit dem Bistum Hildesheim sowie die Raumplanungen“, so Landkreissprecherin Andrea Riedel-Elsner weiter. Und weiter: „Seitens des Landkreises Göttingen erfolgt eine Überprüfung, inwieweit die nachträglich angezeigten Raumbedarfe notwendig sind.“ Auf die Frage, wie und wann der Landkreis in der gegenwärtigen Situation Abhilfe schaffen kann, schreibt der Landkreis: „Mit Blick auf den derzeitigen Raumbedarf der St.-Ursula-Schule könnten weitere Räume erst zum kommenden Schuljahresbeginn durch den Landkreis angemietet werden.“

Mit Blick auf die Zukunftsperspektiven der Pestalozzi-Förderschule in Duderstadt – sie wird im überarbeiteten Schulentwicklungsplan des Landkreises nicht aufgeführt – betont der Landkreis als Schulträger: „Auch in Zeiten der Inklusion wird die Pestalozzi-Schule Duderstadt als wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Bildungssystems im Landkreis Göttingen gesehen. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass für den Förderschwerpunkt Lernen eine Verlängerung des Bestandschutzes bis zum 31. Juli 2028 erwirkt wurde.“

Die Pestalozzi-Schule Duderstadt sei im Schulentwicklungsplan nicht aufgeführt, da sie als Förderschule nicht mit weiteren Regelschulen vergleichbar sei. Unter anderem grifffen die Mindestzügigkeiten nicht. „In der nächsten Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes ist die Berücksichtigung der Schulform Förderschule geplant“, so Riedel-Elsner weiter.

Bisher ist Nutzungsvertrag nicht unterzeichnet

Die Pestalozzi-Schule residiert übrigens seit etwa einem halben Jahr in den Räumen der St.-Ursula-Schule, einen von den Beteiligten unterzeichneten Miet- beziehungsweise Nutzungsvertrag gibt es bislang jedoch nicht. Das haben sowohl der Landkreis Göttingen als auch das Bischöfliche Generalvikariat als Träger der katholischen St.-Ursula-Schule (IGS) und die Stiftung der Ursulinen Duderstadt als Gebäudeeigentümerin bestätigt.

Der Auskunft des Landkreises zufolge sei eine zwischen dem Bistum Hildesheim, vertreten durch das Bischöfliche Generalvikariat (BGV) Hildesheim, und dem Landkreis Göttingen abgestimmte „Vereinbarung über die Nutzung von Räumlichkeiten im Gebäude der St.- Ursula-Schule dem BGV seit 2. Juli 2018 zur Unterzeichnung vor. Der Konvent der Ursulinen, als Eigentümer des Gebäudes, wurde vom BGV zur Mitzeichnung der Vereinbarung im Juli 2018 eingeschaltet. Bis dato liegt allerdings seitens des Konvents noch keine verbindliche Rückäußerung vor“, so Riedel-Elsner.

Der Vertrag liege beim dritten Vertragspartner zur Unterschrift vor, so BGV-Sprecher Volker Bauerfeld und stellt fest, „dass ja schon Fakten geschaffen“ worden seien und die Pestalozzi-Förderschule die Räume schon nutze. Klar sei, dass zum 1. August 2019 weitere drei Räume der St.-Ursula-Schule frei werden.

Die Geschäftsführerin der Stiftung der Ursulinen Duderstadt, Schwester Ingeborg Wirz, sagt, es habe Verzögerungen gegeben, denn das Stiftungskuratorium müsse den besagten Vertrag unterzeichnen. Bisher habe allerdings noch keine Kuratoriumssitzung stattfinden können. Das Kuratorium soll nun im Januar zusammenkommen, teilte sie mit.

Wie geht’s weiter mit der Stiftungsimmobilie?

Das Bistum lässt den Schulbetrieb der St.-Ursula-Schule auslaufen und der Landkreis lehnt Forderungen einer Elterninitiative ab, in Duderstadt eine IGS vorzuhalten, da die prognostizierten Anmeldezahlen nicht ausreichen. Völlig offen ist derzeit noch, wie es mit der Stiftungsimmobilie nach Schließung der St.-Ursula-Schule weitergeht. Mit dem Rückzug des Bistums aus der Schulträgerschaft in Duderstadt einher gehen dürfte auch die vertragliche Verpflichtung zur Gebäudeunterhaltung enden.

Von Britta Eichner-Ramm

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