Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Planfestellungsbeschluss zur Ortsumgehung Duderstadt verschoben
Die Region Duderstadt Planfestellungsbeschluss zur Ortsumgehung Duderstadt verschoben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 15.06.2019
Der Planfeststellungsbeschluss zur Ortsumgehung Duderstadt im Verlauf der B 247n ist verschoben worden. Quelle: GOETTINGERTAGEBLATT
Anzeige
Duderstadt

Angekündigt war der Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumgehung Duderstadt im Verlauf der Bundesstraße 247n zum Ende des ersten Halbjahres 2019. Doch nun soll er voraussichtlich erst zum Ende des Jahres stehen.

Verzögerungen

„Es wird Verzögerungen beim Planfeststellungsbeschluss geben“, bestätigt Günter Hartkens, Leiter des Geschäftsbereichs Goslar der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. „Bis zum Ende des Jahres dauert es bestimmt.“ Grund für die zeitliche Verschiebung sei eine neue Rechtsprechung zu den Wasserrahmenrichtlinien, die aus den Klagen zu einem anderen Projekt in Deutschland entstanden sei. „Wir müssen versuchen, die neue Rechtslage in unser Projekt einzubeziehen.“

Überarbeitungsbedarf

Die Planfeststellungsbehörde in Wolfenbüttel habe das Urteil erhalten, ergänzt Hartkens’ Vertreterin Carina Eberwein. „Das hat sich mit unserem Zeitplan überschnitten.“ Es sei kein ungewöhnlicher Vorgang. Dort, wo Oberflächengewässer in Planungen betroffen seien, würden die Wasserrahmenrichtlinien angewendet. Für die Planer in Goslar gelte es nun zu klären, wie groß der Überarbeitungsbedarf der bisherigen Planungen ist. „Wir brauchen dazu erstmal die notwendigen Daten zu den Wasserkörpern im Planungsbereich“, sagt Eberwein und nennt Hahle, Muse und das Grundwasser.

„Das ist bitter“

Die Verschiebung des Planfeststellungsbeschlusses sei bitter, sagt Tiftlingerodes Ortsbürgermeister Gerd Goebel (CDU). Die gesamte Entwicklung Tiftlingerodes leide darunter. So lange es keine Planung gebe, könne im Ort kein neues Baugebiet ausgewiesen werden. Und das werde unter anderem benötigt, um die Zukunft der Schule zu sichern. Goebel vergleicht die Planungen mit denen des Berliner Flughafens. „1992 haben die Bemühungen angefangen. Es sind jetzt schon 27 Jahre vergangen.“ Und vor 2025 werde es bestimmt nichts mit dem Bau.

„Ich bin erschüttert“

„Ich bin erschüttert“, sagt Engelbert Gatzemeier, Sprecher der Bürgerinitiative „Ortsumgehung JA!“. Die Ortsumgehung werde dringend benötigt, auch für eine mögliche Fernbusanbindung in Richtung Osten. Eine solche Umgehung sei eine Chance für Duderstadt. Und ohne vernünftige Anbindung werde es in der Zukunft auch schwierig, junge Leute ins Eichsfeld zu holen. Natürlich sei auch der Naturschutz wichtig. „Ich kenne aber noch die Zeiten, als man durch Seulingen gefahren ist“, sagt er. Damals habe es zwischen Seulingen und Seeburg nur Ackerflächen gegeben. Mit der Umgehung habe es auch eine Entwicklung für die Natur gegeben.

„Falsche Schlüsse gezogen“

Die Mitglieder der Schutzgemeinschaft Hahletal-Pferdeberg hoffen hingegen, dass das Projekt nicht umgesetzt wird. Ihr Motto lautet „B 247 n(ein)“. Zunächst einmal bedeute die Verschiebung nur, dass der IST-Zustand beibehalten werde, sagt Sprecher Michael Hoffmeier. Er hofft auf eine neue Überprüfung der Notwendigkeit. „Aufgrund unrichtiger Prämissen seien die falschen Schlüsse gezogen worden.“ Man hätte sich viel mehr dafür einsetzen sollen, die Bahnstrecke zu sichern. „Da fehlt der Lückenschluss, von dem Herr Nolte immer spricht.“

475000 Euro Rückzahlung

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) hingegen betont, dass es gerade auf der Straße den Lückenschluss geben müsse, da der zehn Jahre dauernde Kampf um den Bahnanschluss vergeblich gewesen sei. In Bezug auf die Umgehung „bleiben wir intensiv am Ball“, sagt Nolte. Ihm sei die Verschiebung bis Ende 2019 nicht bekannt. Bei seinem letzten Kontakt mit der Planfeststellungsbehörde sei verabredet worden, dass man sich Anfang Juli noch einmal zum aktuellen Stand austausche. Duderstadt sei damals für die Planungsaufwendungen in Vorleistung gegangen, berichtete der Bürgermeister, verbunden mit der Aussage des Landes, die eventuell nicht erstattet zu bekommen. „Das Land Niedersachsen hat aber mittlerweile signalisiert, wenn die Planfeststellung rechtsverbindlich wird, der Stadt Duderstadt die 475 000 Euro für den Planungsaufwand zu erstatten.“

Auf Thüringer Seite

Auch auf Thüringer Seite ziehe sich das Verfahren noch eine Weile hin, hatte der Bürgermeister im Fachausschuss berichtet. Dort sei wegen einer anderen Zufahrt- und Abfahrtvariante Teistungens eine neue Anhörung und Auslegung erforderlich geworden. Dort sei mit dem Planfeststellungsbeschluss frühestens Ende 2019 beziehungsweise Anfang 2020 zu rechen, habe ihm Ministerin Birgit Keller (Linke) geschrieben.

Von Rüdiger Franke

Einen Familienaktionssonntag richtet die LNS-Gesellschaft zur Eröffnung des 25. Duderstädter Kultursommers im Stadtpark aus. Highlight für die jüngeren Besucher ist die offizielle Übergabe des erweiterten Spielplatzes um 14.30 Uhr.

14.06.2019
Duderstadt St.-Martini-Krankenhaus Duderstadt - Neukonzeption von Pflege und Fachdisziplinen

Auf sieben Millionen Euro kann das Duderstädter Krankenhaus St. Martini hoffen. Die Maßnahmen zur Neukonzeption von Pflege und Fachdisziplinen ist im Investitionsprogramm 2019 des Landes aufgenommen worden.

14.06.2019

Mit einem zünftigen Richtspruch eröffnete Zimmerermeister Sören Scholz am Freitag das Richtfest von Tiftlingerodes neuem Gemeindezentrum. Nach Leeren des Schnapsglases zertrümmerte er es.

14.06.2019