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Duderstadt Planungen zum Platz des Gedenkens abgeschlossen
Die Region Duderstadt Planungen zum Platz des Gedenkens abgeschlossen
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13:42 23.11.2018
Das neue Ehrenmal vor der Kapelle in Gerblingerode soll aus zwei Cortenstahlplatten vor einer Glasscheibe mit Schriftzug bestehen. Quelle: Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Dipl.-Ing. Gerhard Kohl
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Gerblingerode

Die Planungen für das neue Ehrenmal am künftigen Platz des Gedenkens in Gerblingerode sind abgeschlossen: Der Gerlingeröder Ortsrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 22. November, die Abschlusspläne des Göttinger Planungsbüros und den Sachstandsbericht der Verwaltung gehört und sich mehrheitlich für den Eintritt in die Ausschreibungsphase ausgesprochen.

„Wir kommen jetzt in eine entscheidene Phase, in der wir die Dinge konkret angehen können“, sagte Ortsbürgermeister Dieter Thriene (CDU). Das Planungsbüro hatte an den ursprünglichen Plänen für das neue Denkmal an der Kapelle noch Veränderungen vorgenommen. Die aktuellen Detailpläne stellte Landschaftsarchitekt Gerhard Kohl den Ortsratsmitgliedern vor.

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Debatte um Schriftzug und Stahl

So solle das Ehrenmal weiterhin eine moderne Ausführung aus Glas und Cortenstahl sein, sagte Kohl. Cortenstahl ist ein wetterfester Baustahl, der durch die Witterung eine rostbraune Patina entwickelt. Zwei solcher Cortenstahlplatten sollen nebeneinander stehen. Zwischen ihnen ist dann 37 Zentimeter dahinter die große lichtechte und bruchsichere Glassscheibe zu sehen, auf der ein Schriftzug an die Opfer der Gewalt erinnern und als „Mahnung zur Solidarität und friedlichen Verständigung“ dienen soll.

Diesen hatte das Planungsbüro eigentlich weiß angedacht, was für den Ortsrat nicht infrage kam. Das sei nicht gut leserlich in der Sonne. Auch die Cortenstahlplatten, auf die sich der Ortsrat bereits geeinigt hatte, standen zur Debatte. „Aus meiner Sicht wird sich, was jetzt neu und modern ist, bald verlieren“, sagte Ortsratsmitglied Annette Hütt (parteilos).

Doch das Denkmal sollte einen neuen Charakter bekommen, sagte Thriene: „Ich bin für den Cortenstahl, denn wir haben gesagt, dass wir eine moderne Form wagen wollen.“ Mit einer Enthaltung stimmte der Ortsrat dem zu. Auch beim Schriftzug wurde man sich einig: Der soll die graue Farbe des Schotters bekommen, der auf der Rasenschotterfläche liegt, um ein stimmiges Bild zu schaffen.

Spät blühende Magnolien als Hingucker

Wo bislang ein dreiteiliges Ehrenmal aus Stein steht, soll nun Platz für etwa 80 bis 100 Menschen geschaffen werden. Für die Mauern und die Wege, die im römischen Verband gepflastert werden, sind Natursteine und Sandsteine vorgesehen. „Das können Uder-Natursteine oder Weser-Sandsteine werden“, sagte Kohl. Genutzt werden dafür Drahtschotterkästen. An den Plänen für den Friedhofseingang hat das Planungsbüro nichts verändert.

Eine Änderung betrifft die Bänke, die laut dem neuen Plan weniger eng stehen werden. Außerdem sollen nun nur drei Bäume an der Fläche stehen. „An der Bepflanzung hat sich ansonsten nicht viel geändert“, sagte Kohl. Unter anderem sollen spät blühende Magnolien angepflanzt werden. „Im Frühling sind die sicher drei oder vier Wochen lang ein Hingucker.“

Nachdem die Planung für das Ehrenmal abgeschlossen ist, sollen die Baumaßnahmen nun zügig ausgeschrieben werden. Danach will der Ortsrat entscheiden, ob noch eine Außensteckdose auf der Fläche installiert werden soll. Kohl rechnet mit einer Bauzeit von drei Monaten ab März oder April kommenden Jahres. „Wenn wir ganz viel Glück haben und alles gut geht, können wir das neue Ehrenmal Ende Juni einweihen“, sagte Thriene. „Wir haben den Ehrgeiz, am nächsten Volkstrauertag schon auf der neuen Fläche zu stehen.“

Von Norma Jean Böger