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Duderstadt Politiker-Radtour am Grünen Band mit Jürgen Trittin
Die Region Duderstadt Politiker-Radtour am Grünen Band mit Jürgen Trittin
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00:18 13.07.2013
Von Ulrich Lottmann
Treffen am West-Östlichen-Tor: Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt bei der Radtour am Grünen Band.
Treffen am West-Östlichen-Tor: Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt bei der Radtour am Grünen Band. Quelle: OT
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Duderstadt

Beide waren mit dem Fahrrad unterwegs, Trittin in Duderstadt am Vereinigungsbrunnen startend, Göring-Eckardt vom Grenzlandmuseum in Teistungen kommend. Beide waren am 19. Juni 2002 bei der Eröffnung des West-Östlichen-Tores dabei, Trittin als Bundesumweltminister, Göring-Eckardt als Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion. Im Mittelpunkt gestern stand jedoch die Zukunft des Grünen Bandes als Naturschutzgroßprojekt. Deshalb endete die Radtour bei der Heinz-Sielmann-Stiftung auf Gut Herbigshagen, dem Projektträger.

Probleme bei der Umsetzung

In einem Treffen mit Grünen-Politikern aus Unter- und Obereichsfeld sowie des Naturschutzbundes BUND erläuterten Stiftungsvorstand Michael Beier und Projektmitarbeiterin Maria Schaaf Stand und Probleme bei der Umsetzung des Grünen Bandes. Hauptpunkt: mangelnde Akzeptanz bei Grundeigentümern und Pächtern. Aus der Runde wurde deshalb mehr politische Unterstützung für das Projekt gefordert.

Die Grünen-Politiker Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt informieren sich bei einer Radtour über das Naturschutzprojekt "Grünes Band". © Thiele

Im Gespräch mit dem Tageblatt bezogen die Grünen-Spitzenkandidaten dazu Stellung. Schon 2002 sei klar gewesen, dass die Umsetzung des Grünen Bandes nicht leicht sein werde, so Göring-Eckardt. Dafür Überzeugungsarbeit leisten zu müssen, sei „in der Demokratie ein normaler Prozess“. Sie empfahl der Sielmann-Stiftung, auch die wirtschaftlichen Chancen zu betonen und „klarzumachen, dass Naturschutz auch Regionalentwicklung sein kann“.

Probleme typisch für Großprojekte

Trittin erklärte, die beschriebenen Probleme seien typisch für solche Großprojekte. Wie die Sielmann-Stiftung damit umgehe, sei jedoch ein „Musterbeispiel für eine Politik des Gehörtwerdens“. Die Sielmann-Stiftung sei gerade deshalb als Projektträger ausgesucht worden: Als Akteur mit gutem Ruf und regionaler Verankerung. Trittin kritisierte das Verhalten von Landwirten im Landkreis Göttingen, die sich dem Projekt widersetzen. „Das macht so einen Prozess schwierig.“ Mit Blick auf die Gegner machte er deutlich: „Das Naturschutzprojekt muss es geben.“ Er fügte aber hinzu: „Niemand will das Grüne Band als Totalreservat.“

Gegenstand politischen Kräftemessens

Zur geforderten politischen Unterstützung verwies Trittin auf die breite Zustimmung zum Grünen Band im Stadtrat Duderstadt und im Kreistag: „Ich bin sehr froh, dass hier im Untereichsfeld das Grüne Band kein Gegenstand politischen Kräftemessens ist.“ Er sei fest überzeugt, dass in 15 Jahren das Grüne Band umgesetzt sei, in größerem Rahmen als bislang geplant und „mit breitester Unterstützung.“