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Duderstadt Polizei macht Sicherheit für Kinder begreifbar
Die Region Duderstadt Polizei macht Sicherheit für Kinder begreifbar
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17:55 29.03.2019
Dierk Falkenhagen (rechts) und Gudrun Nixdorff (links) vermitteln Grundschülern das richtige Verhalten bei einem verdächtigen Anruf anhand eines Rollenspiels mit der Puppe „Lena“. Quelle: Max Brasch
Duderstadt

Damit Grundschüler auf gefährliche Situationen vorbereitet und für unerwünschte Annäherungsversuche sensibilisiert werden, haben die Polizisten Dierk Falkenhagen und Gudrun Nixdorff die Projekte „Kelly Inseln“ und „Ich bin stark“ an der Janusz-Korczak-Grundschule Duderstadt vorgestellt. „Kelly Inseln“ sollen Kindern in Situationen, in denen sie Angst haben, sichere Räume bieten. Die „Kelly Inseln“ sind Orte, zu denen Kinder gehen können, wenn sie sich bedroht oder verfolgt fühlen, um dort Hilfe zu bekommen. Das Programm „Ich bin stark“ soll Kindern vermitteln, wie sie sich in unangenehmen oder gefährlichen Situationen verhalten müssen. Dazu bietet die Polizei einen interaktiven Unterricht an.

„Hallo, hier ist Lottomann, sind deine Eltern da?“, fragt Falkenhagen, der einen verdächtigen Anrufer spielt. Die Rolle des Kindes übernimmt „Lena“, eine Puppe der Präventionspuppenbühne Göttingen, gespielt von Nixdorff. „Deine Eltern haben im Lotto gewonnen“, erklärt der Anrufer seine Absicht. Wie sich „Lena“ in dieser Situation verhalten solle, fragte Falkenhagen die Kinder.

Viele schlagen vor, den Anruf schnellstmöglich zu beenden, und einige geben zu bedenken, dass der Anrufer ein Betrüger sein könne. „Richtig und ganz wichtig: Nach so einem Anruf, immer mit Vertrauenspersonen darüber sprechen“, erklärt Falkenhagen. Besonders dann, wenn nach einem solchen Anruf ein komisches Gefühl bleibe.

Kelly Inseln“ bieten Kindern seit 12 Jahren Hilfe

Dierk Falkenhagen ist Kontaktbereichsbeamter und Präventionsbeauftragter der Polizei Duderstadt. „Das Projekt ‚Kelly Inseln‘ gibt es bereits seit 12 Jahren“, erzählte der erfahrene Beamte. Mittlerweile gebe es 50 Anlaufstellen für Kinder in Duderstadt und Gieboldehausen. Die „Kelly Inseln“ sind beispielsweise Geschäfte, deren Mitarbeiter besonders geschult wurden. Erkennbar sind die Zufluchtsorte durch ein Logo im Schaufenster oder an der Eingangstür. Wenn Kinder Angst haben, weil sie von Fremden angesprochen worden sind, oder vor Mobbing durch Gleichaltrige flüchten, können sie in den „Kelly Inseln“ Zuflucht finden. Die Mitarbeiter dort verständigen dann die Eltern oder gegebenenfalls die Polizei.

Starke Kinder schulen

Ein weiterer Teil der Präventionsarbeit ist das Projekt „Ich bin stark“. Dabei geht es darum, Kinder für gefährliche Situationen zu sensibilisieren. Im Fokus stehe, dass Kinder auf ihr Bauchgefühl vertrauen und unerwünschten Körperkontakt durch Fremde, Bekannte oder auch Verwandte ablehnen dürfen, sagte Falkenhagen. Dabei gehe es auch darum, Missbrauch vorzubeugen. Um den Kindern derartige Situationen zu verdeutlichen, zeigen Falkenhagen und Nixdorff einen Lehrfilm, der extra für diesen Zweck gedreht wurde. Nach der Betrachtung einer Szenen werden die Kinder aufgefordert zu erklären, wie sich die Protagonisten richtig verhalten würden.

Für die Kinder ist dieser sehr anschauliche Unterricht sehr interessant und viele sind gespannt bei der Sache. „Ich finde es gut, dass die Polizei da ist“, sagte Merle. Die Kinder wüssten nun, was sie tun müssten, wenn etwas passiert. Auch Laura ist vom Besuch der Polizei beeindruckt: „Das Puppenspiel war interessant. Ich bin manchmal auch zu neugierig“, gab sie zu. Als Vorbereitung auf den Besuch der Polizei haben die Kinder Arbeitshefte bekommen. „Da waren ganz wichtige Aufgaben drin, zum Beispiel sollen wir mit unseren Eltern besprechen, mit wem wir mitfahren dürfen oder zu wem wir im Notfall gehen sollen“, sagte Nael.

Jedes Jahr besucht Falkenhagen alle zweiten Klassen der Grundschulen in Duderstadt und Gieboldehausen. „Das sind etwa 250 Kinder pro Jahrgang“, erklärte der Präventionsbeauftragte. Zu den Veranstaltungen an den Schulen gehört auch ein Elternabend. Sowohl Eltern, als auch Kinder würden sehr positiv auf die Aktion reagieren. „Unsere Arbeit scheint zu wirken: Innerhalb von 12 Jahren gab es nur einen einzelnen Vorfall, bei dem das Kind aber vorbildlich reagiert hat“, so Falkenhagen.

Von Max Brasch

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