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Duderstadt Polizei fasst elffachen Grabschänder
Die Region Duderstadt Polizei fasst elffachen Grabschänder
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19:44 09.11.2011
Sich lichtender Nebel: Die Polizei fasst den Täter, der auf dem St.-Paulus-Friedhof elfmal die Grabstelle einer Unternehmerfamilie verwüstete. Quelle: BL
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Duderstadt

Schon im vergangenen Jahr begann eine ganze Reihe von Grabschändungen auf dem Friedhof der Brehmestadt. Blumen wurden zertrampelt und herausgerissen, Grabschmuck zerstört oder entwendet, Verzierungen entfernt oder beschädigt. Die Taten konzentrierten sich auf das Grabmal einer bekannten Duderstädter Unternehmerfamilie, führt der Leiter des Duderstädter Polizeikommissariats Otto Moneke aus. Allein elf der insgesamt 24 Fälle, die sich ab 2010 auf dem Friedhof ereignet haben, hatten diese Ruhestätte zum Ziel.

Zunächst tappte die Polizei im Dunkeln. „Es gab kein Muster, die Übergriffe erfolgten an unterschiedlichen Wochentage zu unterschiedlichen Zeiten“, erklärt Moneke. Trotzdem ermittelte die Polizei intensiv: „Das sind einfach besonders verwerfliche Taten, der ideelle Schaden ist groß“, kommentiert Moneke. Observationen auf dem Friedhof führten zunächst nicht zum Ziel. Der Verwalter der geschädigten Hinterbliebenen konnte mit dem Namen eines Verdächtigen helfen, doch gab es zunächst keine konkrete Belege für eine Täterschaft. Die Verwüstungen setzten sich fort. In einer Kooperation mit der Stadt als Träger des Friedhofs und den Hinterbliebenen habe sich dann jedoch der Tatverdacht konkretisieren lassen. Ins Detail will Moneke nicht gehen: „aus ermittlungstaktischen Gründen“. Die bei einer Hausdurchsuchung aufgefundenen Spuren wie DNA-Material und Fingerabdrücke hätten sich mit denen am Grabmal genommenen gedeckt. Der 41-Jährigen habe daraufhin umfassend gestanden.

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Er habe persönliche Motive für die Taten geäußert und sich in einer angespannten Situation befunden, formuliert Moneke, zeige jedoch starke Reue. In Absprache mit den Hinterbliebenen wolle er den Schaden wiedergutmachen. Sein Fall liegt nun bei der Staatsanwaltschaft. „Vom Bußgeld bis zur Verfahrenseinstellung ist alles möglich“, so Moneke.

Der Polizeichef ordnet auch die 13 anderen Fälle einer bestimmten Gruppe von Tätern zu. „Es gibt sehr konkrete Hinweise auf den Personenkreis.“ Hier war wohl pure Zerstörungslust die Motivation, die geschändeten Gräber seien willkürlich ausgewählt worden. Auch hier wurden Grabsteine verunstaltet und beschädigt und Grabschmuck zerstört. „Wir sind an euch dran“, warnt Moneke die Täter.

Von Erik Westermann