Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt 75,1 Prozent der Straftaten in 2017 aufgeklärt
Die Region Duderstadt 75,1 Prozent der Straftaten in 2017 aufgeklärt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 09.03.2018
„Prävention ist gut angelegte Zeit.“ Karl-Hubert Wüstefeld, Leiter des Polizeikommissariats Duderstadt, stellt die Kriminalstatistik für das Jahr 2017 vor. Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

Wüstefeld stellte gemeinsam mit Karl-Ernst Recha, stellvertretender Leider des Kriminalermittlungsdienstes, die Polizei-Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vor. Entgegen dem Landestrend habe es einen leichten Zuwachs an Straftaten gegeben. Von 1704 sei die Zahl auf 1775 gestiegen. Das bewege sich aber im Bereich der jährlichen Schwankungen, so Wüstefeld. In den zurückliegenden zehn Jahren habe die Zahl der Straftaten immer zwischen 1600 und 1900 gelegen. Gestiegen sei die Anzahl an tatverdächtigen Kindern von 28 auf 42 sowie an Jugendlichen von 95 auf 196.

Spitzenwert

Positiv sei aber die Aufklärungsquote. Konnten die Beamten 2016 mit 58,5 Prozent der Fälle weniger als zwei Drittel aufklären, so waren sie 2017 in etwa drei Viertel aller Fälle erfolgreich. Im Vergleich hat die Polizeiinspektion Göttingen eine Aufklärungsquote von 61,4 Prozent, der Landesdurchschnitt liegt bei 62,3 Prozent. „Unsere hohe Quote ist unter anderem auf den Rückgang der aufklärungsungünstigen Delikte zurückzuführen“, sagte Wüstefeld. Damit meint er Straftaten, bei denen Täter schnell vorgehen, ohne viele Spuren zu hinterlassen – zum Beispiel bei Autoaufbrüchen.

Anstieg bei Sexualdelikten

Die schwerste Straftat in der Duderstädter Kriminalstatistik des vergangenen Jahres ist ebenso wie 2016 eine fahrlässige Tötung, bei der sich der Anfangsverdacht aber nicht bestätigte. Bei den Sexualdelikten sei ein Anstieg von vier auf zwölf zu verzeichnen, berichtete der Kommissariatsleiter. Allerdings habe es 2016 auch eine Strafrechtsänderung gegeben, woraus sich eine Änderung in der statistischen Erfassung ergab. „Wir haben auch einen Anstieg an Taten zum Nachteil von Kindern zu verzeichnen“, sagte Wüstefeld. Allerdings konnten alle sechs Fälle aufgeklärt werden.

Vermehrt häusliche Gewalt

Eine Zunahme an Straftaten gebe es auch im Bereich der Rohheitsdelikte von 289 auf 318, wie Wüstefeld aufzählte. Dominant seien hierbei Körperverletzungen mit 208 Taten. Aber auch Nötigung und Bedrohung würden einen hohen Anteil einnehmen. Verdoppelt haben sich die Fälle von häuslicher Gewalt von 64 auf 108, was die Beamten mit der Zunahme des Anzeigeverhaltens erklären. Die Aufklärungsquote bei den Rohheitsdelikten liege bei 95 Prozent.

Rückgang bei Eigentumsdelikten

Einen deutlichen Rückgang gebe es bei den Eigentumsdelikten, berichtete Wüstefeld. Von 546 Taten in 2016 sei die Zahl im vergangenen Jahr auf 384 gesunken, bei einer gleichzeitigen Steigerung der Aufklärungsquote von 24,9 auf 44 Prozent. 2017 habe es lediglich 29 Diebstähle aus Kraftfahrzeugen gegeben, 30 weniger als im Jahr zuvor. Allerdings hatte das Duderstädter Polizeikommissariat entgegen dem Landestrend einen Zuwachs von 27 Prozent bei den Wohnungseinbrüchen von 44 auf 54. Das hänge unter anderem mit einer Serie zu Beginn des Jahres zusammen.

Karl-Hubert Wüstefeld, Leiter des Polizeikommissariats Duderstadt, (rechts) und Karl-Ernst Recha, stellvertretender Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, stellen die Kriminalstatistik für das Jahr 2017 vor. Quelle: Rüdiger Franke

Aufklärung macht sich bezahlt

Gerade im Bereich der Einbrüche mache sich die Aufklärungsarbeit bezahlt, ist sich Wüstefeld sicher. „Einbrecher haben alles, nur keine Zeit“, sagte er. Und die Hausbewohner seien mittlerweile vorsichtiger und sensibler geworden. Die Polizei kläre die Bürger unter anderem direkt zu Hause auf, mache sie auf Schwächen aufmerksam. „Prävention ist gut angelegte Zeit“, sagte Wüstefeld. Aber auch die Aufklärungsquote sei mit 57 Prozent hoch. Der Landesdurchschnitt liege etwa bei der Hälfte.

Vorsichtiger im Internet

Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten seien die Fallzahlen mit 242 gegenüber 313 etwas weniger geworden, so Wüstefeld. Gleichzeitig hätten fast zehn Prozent mehr Fälle aufgeklärt werden können (von 59 auf 68,6 Prozent). „Die Leute sind auch im Umgang mit dem Internet vorsichtiger geworden“, sagte er. Das Internet sei aber mit etwa ein Drittel der Taten immer noch im oberen Bereich angesiedelt. Dabei sei die Aufklärungsquote aber auch von 66,5 auf 85,6 Prozent gestiegen.

Mehr Drogenfälle

Eine besondere Steigerung der Aufklärungen gebe es im Bereich der Sachbeschädigungen. Dort habe die Quote von 17,33 auf 43,24 Prozent angehoben werden können, so Wüstefeld. 54-mal seien Kraftfahrzeuge beschädigt worden, 76 Taten habe es auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen gegeben. Während die Gesamtzahl der sonstige Straftaten gemäß Strafgesetzbuch, wozu auch die Sachbeschädigungen zählen, konstant blieb (408 zu 407), sei die Zahl bei den strafrechtlichen Nebengesetzen von 145 auf 410 gestiegen. Dieser Bereich werde von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz dominiert. Insgesamt seien es 355 Fälle gewesen, 231 mehr als im Vorjahr. Gestiegen sei die Zahl bei Jugendlichen von 20 auf 77, bei Heranwachsenden von 26 auf 93 und bei Erwachsenen von 77 auf 241.

Besorgniserregende Zunahme von Amphetaminen

„Besorgniserregend ist die Zunahme an Fällen Amphetaminen von 15 auf 79“, sagte Wüstefeld. Recha ergänzte, dass die Zusammensetzung der Wirkstoffe dabei vollkommen unbekannt sei. Vor allem die Kombination mit anderen Betäubungsmitteln sei nicht ungefährlich. Die Zahl der Cannabisfälle habe sich von 80 auf 160 verdoppelt, wohingegen Kokain, Crack, Heroin und LSD mit neun Fällen nur eine geringe Rolle spielten. Ebenfalls eine Steigerung gebe es bei den Verfahren wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln von 26 auf 92. Allerdings liege die Aufklärungsquote hier bei 99,7 Prozent.

Von Rüdiger Franke

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wie sie sich in unangenehmen oder in Notsituationen verhalten sollten, haben am Dienstag 20 Zweitklässler der Duderstädter Janusz-Korczak-Grundschule erfahren. Polizeioberkommissar Dierk Falkenhagen vom Polizeikommissariat Duderstadt und Polizeioberkommissarin Gudrun Nixdorff gaben ihnen Tipps und zeigten einen Film.

09.03.2018

Vor fünf Jahren hat der Raiffeisenmarkt in Duderstadt nach Neubau und mit erweitertem Angebot wiedereröffnet. Zu diesem Anlass planen die Mitarbeiter und Marktleiterin Doreen Nolte einen Aktionstag am Sonnabend, 17. März, auf dem Gelände des Raiffeisenmarktes. Auch für Tierhalter wird viel geboten.

08.03.2018
Duderstadt Kolpingsfamilie Tiftlingerode - Halbjahresprogramm veröffentlicht

Die Kolpingsfamilie Tiftlingerode hat ihr aktuelles Halbjahresprogramm veröffentlicht. Schwerpunkte sind informative, gesellige und gesellschaftliche Veranstaltungen und Angebote.

08.03.2018