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Duderstadt Klimawandel – so wollen ihn die Bürgermeisterkandidaten bekämpfen
Die Region Duderstadt Klimawandel – so wollen ihn die Bürgermeisterkandidaten bekämpfen
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20:25 28.08.2019
Umwelt, Klimaschutz, Ökologie - ein Themenkomplex, der den Bürgermeisterkandidaten wichtig ist. Von links: Thorsten Feike (FDP), Matthias Schenke (SPD) und Florian Lillpopp (Die Partei) an der Talwiese mit den Internationalen Gärten in Duderstadt. CDU-Kandidat Stefan Koch konnte aus terminlichen Gründen nicht am Tageblatt-Fototermin teilnehmen. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Klimawandel und Umweltschutz interessiert die Menschen – auch in der Region. Ob die Bodenerosion im Eichsfeld oder Starkregen wie am Dienstag in Rhumspringe lokale Folgen des globalen Klimawandels sind, darüber mögen Experten befinden. Unabhängig davon machen sich die Menschen Sorgen und erwarten von der Kommunalpolitik Handlungsvorschläge.

Welche Standpunkte die vier Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Duderstadt zum Themenkomplex Umweltschutz und Klimawandel haben, erklären sie im Tageblatt-Gespräch. Das sagen Stefan Koch (CDU), Matthias Schenke (SPD), Thorsten Feike (FDP) und Florian Lillpopp (Die Partei) in der Reihenfolge, wie sie auf dem amtlichen Stimmzettel zur Wahl am 1. September aufgeführt sind:

Stefan Koch (CDU)

Stefan Koch (CDU) Quelle: Eichner-Ramm

„Wir müssen anerkennen, dass sich vor Ort in Duderstadt, im Eichsfeld, das Klima verändert hat“, sagt CDU-Kandidat Stefan Koch und bezeichnet den Themenkomplex Klimawandel, Umweltschutz und Ökologie als eines der Schwerpunktthemen, dem man sich stellen müsse. Die Umwelt habe sich verändert, die Böden seinen trocken, so Kochs Beobachtung. Damit stiegen die Gefahren insbesondere von Starkregen und Hochwasser und damit einhergehend auch die „stellenweise extreme Bodenerosion“.

„Wir müssen den Hochwasserschutz neu denken“, betont Koch und ergänzt, dass auch kleinere Maßnahmen in der Feldflur notwendig sind. Dabei denkt Koch zum Beispiel an die Pflege von Gräben. Das Thema Hochwasserschutz „halte ich für das drängendste überhaupt“, so Koch. In dem Zusammenhang hält der CDU-Kandidat eine „noch bessere Ausstattung der Feuerwehren“ für notwendig. Wichtig sei aber auch, mehr Jugendliche an die ehrenamtliche Tätigkeit der Feuerwehr heranzuführen.

Unwetter in Rhumspringe am 27. August. Quelle: r

„Wir brauchen mehr Biodiversität“, betont der 52-Jährige. Blühstreifen auf städtischen Flächen befürworte er. Koch setzt zudem auf runde Tische mit Experten etwa aus der Landwirtschaft, wenn es zum Beispiel um Insektenfreundlichkeit geht. Er sehe die Landwirte als Partner, denn „sie prägen unsere Kulturlandschaft“ und haben ein Interesse am ökologischen Wirtschaften.

Nach Auffassung von Koch habe auch der Wald eine besondere Bedeutung für das Klima. Die Stadt besitze große Flächen Wald. Er habe verschiedene Ideen, die er in diesem Zusammenhang einbringen möchte, deutet Koch an.

Matthias Schenke (SPD)

„Auch eine Kommune wie Duderstadt muss ihren Beitrag zum Erhalt einer lebenswerten Umwelt leisten. Und zwar deutlich mehr als bisher“, betont SPD-Kandidat Matthias Schenke. „Unser Ratsbeschluss von 2011, Duderstadt zu 100 Prozent energieautark zu machen, darf nicht weiter in den Regalen der Stadt schlummern, sondern muss angegangen werden.“ Die Bürger-Solargesellschaft müsse aufgewertet werden und sich auch anderen Energieformen zuwenden, fordert der 60-Jährige und hält das für einen guten Ansatz, um im Bereich der Energiewende etwas zu tun. Wende man sich anderen Energieträgern zu, so Schenke, sei die Frage, ob es die Windenergie sein müsse. „Wir müssen gucken, dass es nicht eine Gemeinde spaltet wie in Gieboldehausen“.

Schenke schlägt „die Förderung ökologisch wertvoller Grundstücksbewirtschaftung“, sei es auf privater oder öffentlicher Fläche, vor. Gründächer sollten in neueren Baugebieten für Carports und untergeordnete Gebäudeteile vorgesehen werden, und die Anlage von Streuobstwiesen beziehungsweise deren Erhaltung gefördert werden, ergänzt der SPD-Kandidat. Statt Vorschriften plädiert er indes dafür, Anreize zu schaffen und den Menschen zum Beispiel die Problematik von Steingärten bewusst zu machen.

„Privates und öffentliches Engagement soll gebündelt Unterstützung und Förderung durch Politik und Verwaltung bekommen. Ich möchte mit unseren Kindergärten und Schulen ein Projekt des selbst bewirtschafteten Gartens oder der Patenschaft für ein Projekt starten, um das Bewusstsein für Natur und Umwelt zu schärfen“, so Schenke.

Thorsten Feike (FDP)

Es bedürfe häufig Innovationen, um etwas zu verändern, sagt FDP-Kandidat Thorsten Feike. So wie moderne Sicherheitstechnik im Auto dazu beigetragen habe, die Zahl der Verkehrstoten zu senken, so könnten neue Techniken im Bereich der erneuerbaren Energien oder zum Beispiel in der Wasserstofftechnik helfen, den Klimawandel zu verlangsamen. Vor Ort könne ganz konkret „nachhaltig investiert“ werden, so der 46-Jährige und denkt dabei an Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge am neuen Zentralen Omnibusbahnhof in Duderstadt. Auch kann Feike sich eine Umrüstung auf E-Busse vorstellen.

Ergänzend dazu hält Feike den Ausbau der Solaranlagen für wichtig: „Wir müssen uns überlegen, auf welchen Flächen wir das zulassen“. Würden beispielsweise neue Gewerbe- oder Wohngebiete ausgewiesen, könnten Regelungen geschaffen werden, die Lademöglichkeiten für die E-Mobilität und Photovoltaikanlagen ermöglichten. Auch sollte geprüft werden, wo Dachbegrünung möglich wäre – zum Beispiel auf Bushaltestellen oder städtischen Gebäuden wie Sporthallen.

Der Verzicht des Einsatzes von Pestiziden und Herbiziden ist nicht nur auf Flächen der Gemeinde ein Thema. Feike plädiert dafür, die Bevölkerung über Alternativen aufzuklären und Beratungsangebote zu machen. „Kommunikation und Aufklärung“ bevorzugt Feike auch beim Thema Steingärten vor Auflagen und Vorschriften. Schließlich könnte er sich angelehnt an die ökologischen Vorrangflächen in der Landwirtschaft Wildblumenwiesen im Stadtgebiet, zum Beispiel am Hartmannkanal oder an Waldrändern gut vorstellen.

Florian Lillpopp (Die Partei)

Eine „grüne Null“ strebt Florian Lillpopp, Kandidat von Die Partei, bei politischen Entscheidungen vor. Diese müssten nicht nur finanzierbar sondern auch klimaneutral sein, erläutert er. „Wir brauchen einen offeneren Umgang mit erneuerbaren Energien“, so der 29-Jährige. Windkraftanlagen sollten in regionaler Hand sein, sagt er beispielsweise zu Bürgerwindparks, die genossenschaftlich organisiert sind. Zudem sollten auch die örtlichen Versorger einbezogen werden. Gleiches gelte auch für Solaranlagen. Lillpopp schlägt vor, Möglichkeiten zu schaffen, um vorhandene Dachflächen zu nutzen. In dem Zusammenhang gelte es über Bauvorschriften zu diskutieren. In neuen Baugebieten oder in den Ortschaften kämen nach Lillpopps Meinung auch Blockheizkraftwerke und Nahwärmenetze in Frage.

Lillpopp spricht sich auch für die Förderung regionaler Produkte aus und hofft die Erzeugerbetriebe für seine Idee eines Regional-Atlas mit ins Boot zu holen. Auf einer solchen Online-Plattform könnten sich die Produzenten präsentieren und der Verbraucher erkenne lokale Produkte einfacher. Die Stadt sollte das seiner Meinung nach anschieben.

Symbolfoto Quelle: Eichner-Ramm

Wichtige Themen sind für Lillpopp auch Nahverkehr und E-Mobilität. „Der Nahverkehr muss intelligenter werden“, betont er. Er fordert den Einsatz von Bussen mit alternativen Antrieben zum Diesel – für Fahrten nach Göttingen etwa kämen Busse mit Brennstoffzellen in Frage, für Fahrten auf die Dörfer kleinere E-Busse. Fahrzeuge und Gerätschaften zum Beispiel des Bauhofes sollten elektrisch betrieben sein, schlägt Lillpopp weiter vor. In den Ortschaften müssten Lademöglichkeiten vorhanden sein.

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Weiteres zur Duderstädter Bürgermeisterwahl gibt es auf der Tageblatt-Themenseite.

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/94997-12.

Der Text wurde korrigiert.

Von Britta Eichner-Ramm

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