Projekt der Caritas in Duderstadt soll Eltern aus Drittstaaten helfen
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Duderstadt Projekt der Caritas soll Eltern aus Drittstaaten helfen
Die Region Duderstadt Projekt der Caritas soll Eltern aus Drittstaaten helfen
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19:46 22.05.2019
Tina Hallemann (r.) und Lucia Kirscht (l.) koordinieren das Projekt "Elko" für den Landkreis Göttingen. Quelle: R
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Duderstadt

Im Projekt „Elternkompetenz stärken – Eltern mischen mit“ hat der Caritasverband Südniedersachsen in Kooperation mit dem Verband aus Peine im Juli 2018 gestartet. Im Landkreis Göttingen sollen Eltern aus Drittstaaten im Bereich Lernbegleitung unterstützt werden.

Als Multiplikator wirken

„Ziel des Projekts ist, dass Migranten mit guten Sprachkenntnissen ausgebildet werden sollen, um als Multiplikatoren in Schulen und Kindergärten zu wirken“, erläutert Tina Hallemann, die das Projekt gemeinsam mit Lucia Kirscht betreut. Die beiden, die auch in Flüchtlingssozialarbeit tätig sind, teilen sich die Projektstelle. Durch die Ausbildung der Migranten sei ein niederschwelliges Angebot für jene Eltern möglich, die sonst möglicherweise keine Hilfe in Anspruch nehmen würden. Durch die gleiche Geschichte und einen ähnlichen kulturellen Hintergrund soll die Schwellenangst gesenkt werden.

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„Wir haben 15 Migranten gefunden, die einen Kurs in der Vermittlung von Lernmethoden absolviert haben“, sagt Hallemann. Geplant sei, dass diese Vermittler jeweils zu zweit in eine Schule oder einen Kindergarten gehen und dort die Gruppenangebote leiten. „Es ist dann immer das selbe Duo zu festen Zeiten vor Ort, einmal pro Woche für zwei Stunden.“ Umgesetzt werde das Projekt bereits in zwei Einrichtungen in Duderstadt, der Kindertagesstätte St. Klaus und der Janusz-Korczak-Grundschule. In Vorbereitung seien weitere Einrichtungen in Adelebsne, Bovenden, Herzberg und Rosdorf, ergänzt Kirscht, denn das Projekt sei für den gesamten Landkreis beauftragt.

Unterstützung

Die Lernbegleiter werden von Koordinatorinnen in der Stundenvorbereitung unterstützt, ebenso mit Materialien und der Methodik. „Wir haben einige gut qualifizierte Begleiterinnen gefunden“, sagt Kirscht. Diese hätten in ihrer Heimat als Lehrerin gearbeitet. Mit Lernspielen versuchen sie, andere Eltern in die Lernbegleitung der Kinder einzubinden. „Das können Rechenspiele aber auch Konzentrations- und Merkspiele sein“, so Hallemann. Für jede Stunde würden allgemeine Themen vorbereitet. „Es ist aber immer auch möglich individuelle Fragen zu beantworten.“

Spaß am Beibringen haben

„Wir wollen sowohl die Kinder erreichen“, sagt Hallemann, „als auch den Eltern erklären, wie man Kindern das Lernen schmackhaft macht. „Die Eltern sollen aber auch Spaß daran haben, den Kindern die Sachen beizubringen“, so Kirscht. Wichtig sei, dass die Eltern verstehen, dass sie das Kind bei Problemen nicht allein lassen, sondern auch mit kleinen Dingen helfen können. Die Eltern-Kind-Beziehung wachse, wenn man mit dem Kind spiele. „Kinder haben so viel Potenzial, das man herausholen muss“, sagt Kirscht.

Die beiden Projektleiterinnen stehen immer auch als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. „Wir übernehmen gern die Vermittlerfunktion“, sagt Hallemann. Die Erziehungsberater sollen sich nicht übernehmen. Etwa die Hälfte der Migranten nutze das Angebot bereits. „Wir haben es offen gestaltet, ohne Zwang und ohne Anmeldung.“ Zwar sei das Angebot in deutscher Sprache, doch könne bei Bedarf ein Dolmetscher hinzugezogen werden.

Dank an Ehrenamtliche

„Wir haben bei der Umsetzung am meisten aus der eigenen Flüchtlingssozialarbeit profitiert“, sagt Hallemann. Dort seien zum Beispiel Kurse wie Schwimmen für Frauen oder ein Fahrradprojekt für Frauen entstanden. In ihrer Arbeit werden die beiden von zahlreichen Ehrenamtlichen unterstützt. Deshalb haben sie sich kürzlich gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Lernbegleitern getroffen, um diese zusammenzubringen. „Das war aber auch ein Dankeschön für die bisherige Arbeit“, sagt Kirscht. Man habe zusammen gegessen, sich ausgetauscht und später noch die Ausstellung in der Galerie HGN angeschaut..

Von Rüdiger Franke

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