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Duderstadt 33-Jähriger soll Ex-Freundin in Duderstadt bedroht haben
Die Region Duderstadt 33-Jähriger soll Ex-Freundin in Duderstadt bedroht haben
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18:10 24.05.2018
Quelle: dpa
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Duderstadt

Die Staatsanwaltschaft hatte den Beschuldigten angeklagt, gegen das Gewaltschutzgesetz verstoßen zu haben. Auch warf sie ihm versuchte Nötigung vor. Am 21. August 2017 soll der 33-Jährige durch ein gekipptes Fenster in das Haus seiner Exfreundin eingestiegen sein und neben einiger Zerstörung im Haus auch einen Haustürschlüssel, zwei Speicherkarten und ein Messer entwendet zu haben.

Näher als 50 Meter

Bei einem zweiten Vorfall am 30. Dezember 2017 habe er sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Feilenfabrik in Duderstadt der Exfreundin trotz einer Annäherungsbeschränkung von 50 Metern genähert und habe diese bedroht. Dabei soll er, wie diese bei der Polizei zu Protokoll gegeben hatte, gesagt haben: „Wenn du rauskommst, will ich meinen Sohn sehen, sonst schlage ich dich tot.“

„Ich dachte, ich wohne auch noch dort“

Der 33-Jährige äußerte sich in der Verhandlung zu den Anschuldigungen. Er gab zu, am 21. August bei der Exfreundin eingestiegen zu sein. Er habe Streit mit ihr gehabt und „dachte, ich wohne auch noch dort“, erklärte er. Allerdings widersprach er der Anklage in Bezug auf das gekippte Fenster. „Das Fenster im Schlafzimmer stand offen“, sagte er. Dort sei er eingestiegen. Innen habe er einen Glaseinsatz einer Tür zerstört.

Bong zerstören

Als Grund für sein Einsteigen nannte er, eine Bong, also ein Rauchgerät, zerstören zu wollen. Dabei äußerte er die Vermutung, dass die Frau Drogen konsumiere, weshalb sie nicht der richtige Umgang für den gemeinsamen Sohn sei. Während eine weitere Zeugin, die zum Tatzeitpunkt ebenfalls in dem Haus wohnte, die Drogenvorwürfe bestätigte, bestritt die Mutter der Exfreundin diese vehement. Schließlich habe es einen Drogentest gegeben, der nichts angezeigt habe.

Einsteigen angekündigt

Der Beschuldigte hatte das Einsteigen über einen gemeinsamen Bekannten bei seiner Exfreundin angekündigt, wie der Bekannte auch bestätigte. Er habe bei ihr anrufen sollen, sagte dieser, weil sie bei Anrufen des Beschuldigten nicht ans Telefon ging.

Zwei Schokobärchen und ein Schlüssel

Im Haus habe er außer der Tür und der Bong lediglich zwei Schokobärchen zerdrückt, die er ihr am Tag vor der Geburt des Kindes geschenkt habe, äußerte sich der Beschuldigte. Für die weiteren Beschädigungen, die auf den Fotos der Polizei zu sehen waren, sei er nicht verantwortlich. Und entwendet habe er weder Sticks noch Messer. Allerdings sei noch am Abend in seiner linken Hosentasche der vermisste Schlüssel gefunden worden, wie die befragten Polizeibeamten aussagten.

Regelmäßig Konflikte

Die Zeugin, die mit im Haus gewohnt hatte, erklärte, dass sie regelmäßig Konflikte mit dieser gehabt habe. Von dem Einbruch habe sie nur durch Erzählungen der Exfreundin erfahren. Diese habe aber regelmäßig Sachen, die der 33-Jährige nicht bekommen sollte, unterhalb des Badezimmers der Zeugin versteckt. Weiterhin habe sie sich aber komplett aus dem Streit der beiden rausgehalten. Sie wisse , wie aggressiv beide werden können.

Schnittbewegung am Hals angedeutet

Die Mutter der Exfreundin erklärte, dass es dauerhaft Bedrohungen, Beschimpfungen und nächtelange Belästigungen durch den Beschuldigten gegeben haben soll. Als er am Abend des 21. August abends sein Fahrrad abgeholt habe, soll er mit dem Finger eine Schnittbewegung an seinem Hals angedeutet haben.

Zufällig getroffen

Beim zweiten Vorfall am 30. Dezember, habe er seine Exfreundin zufällig in der Feilenfabrik getroffen, so der Beschuldigte. Allerdings habe er sie nicht bedroht, sondern nur gefragt, ob ihr gefalle, was sie ihm antue. Das es eine Bedrohung gegeben habe, bestätigte ein weiterer Zeuge. Allerdings habe er nicht die Worte „schlage ich dich tot“ vernommen, die die Exfreundin der Polizei mitgeteilt habe. Der Beschuldigte soll stattdessen gesagt haben: „Ich klatsch dich um“ und ihren Freund könne sie gleich mitbringen. Nach Aussage der Polizisten sei der Beschuldigte bei diesem Vorfall deutlich alkoholisiert gewesen.

Fortsetzungstermin

Die Exfreundin selbst sagte am Donnerstag noch nicht aus. Der Prozess findet seine Fortsetzung am 14. Juni um 13 Uhr.

Von Rüdiger Franke

27.05.2018
24.05.2018
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