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Duderstadt Das Eichsfeldlied für die Kanzlerin
Die Region Duderstadt Das Eichsfeldlied für die Kanzlerin
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16:00 19.02.2019
Angela Merkel fährt vor dem Duderstädter Rathaus vor. Quelle: Scharf
Duderstadt

Während sich im Ratssaal gegen 10.30 Uhr langsam die ersten geladenen Gäste einfanden und die Schlange vor dem Eingang immer länger wurde, sammelten sich an der Marktstraße die ersten Neugierigen vor der großformatigen Leinwand, die an der Rathausfassade aufgespannt worden war. Zahlreiche Polizeibeamte patrouillierten als Vorboten des angekündigten hohen Besuchs durch die Innenstadt.

Neben der Kanzlerin ließen es sich 350 Weggefährten Hans Georg Näders nicht nehmen, ihm persönlich zu gratulieren. Unter den neugierigen Blicken der Passanten und Medienvertreter erklommen unter anderem Bundespräsident a.D. Christian Wulff, Ministerpräsident Stephan Weil oder auch Nobelpreisträger Stefan Hell, Rockstar Peter Maffay oder Unipräsidentin Ulrike Beisiegel die Treppe ins Innere des Rathauses.

Ständchen für Merkel

Blauer Himmel und langsam steigende Temperaturen ließen den Umsatz der umliegenden Eiscafés ebenso in die Höhe schnellen wie die Zahl der Zuschauer. Als gegen 11.30 Uhr der Autokorso mit der Bundeskanzlerin vorfuhr, hatten sich knapp 1000 Menschen hinter den Absperrbändern eingefunden. Die Kameras und Handys in der Hand, hofften die meisten wohl auf ihr ganz persönliches Erinnerungsfoto vom Ottobock-Festakt.

In vorderster Reihe hatten sich die Kinder der Duderstädter Grundschulen Janusz Korczak und St. Elisabeth postiert. Sie waren zusammen mit Korczak-Schulleiter Manfred Görth gekommen, um Merkel ein Ständchen zu bringen und ein Präsent zu überreichen. „Es ist ein originaler Obereichsfelder Wanderstock“ – für den Fall, dass sie bald etwas mehr Zeit für sich haben sollte, so Görth lächelnd. Das Präsent kam gut an, der Gesang der Kinder aber noch besser.

„Bei Ihnen ist die Welt wirklich noch in Ordnung.“

Für ihre Interpretation des Eichsfeldlieds bekamen die Sänger bereits prominenten Applaus, für ihre Europahymne drehte sich Merkel, die bereits auf dem Weg ins Rathaus war, sogar noch einmal um. Während ihrer anschließenden Rede sagte Merkel in Bezug auf die singenden Schüler draußen und die musizierenden im Saal zu Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU): „Bei Ihnen ist die Welt wirklich noch in Ordnung.“

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Tatsächlich blieb das Interesse an der Veranstaltung auf der Straße auch noch erhalten, als sich die Türen zum Saal bereits geschlossen hatten. Die Reden von Gastgeber Nolte, Landesvater Weil und Jubilar Näder verfolgten die Besucher aufmerksam und gelegentlich sogar mit sichtbarer Rührung. Als beispielsweise ein emotionaler Firmenchef über den Abend der Grenzöffnung im Hause Näder erzählte – „mein Vater hat auf dem Tisch getanzt“. Oder als Paralympics-Sieger Heinrich Popow sich bei Näder mit den Worten bedankte: „Du hast uns die Möglichkeit gegeben, die Menschen zu werden, die wir sein wollen.“

Ein Video zum Besuch der Kanzlerin:

Die Aussage des Weltklassesprinters konterte Merkel mit einem Geständnis. Ihr Studienabschluss sei in Gefahr gewesen, weil sie den zu DDR-Zeiten geforderten 100-Meter-Lauf nicht in der vorgegeben Zeit geschafft hatte. „So hat jeder seine persönlichen Handicaps.“ Wenig später saß sie wieder in ihrer Limousine, viele hatten ihr persönliches Erinnerungsfoto, einer hatte „Haut ab“ gerufen und die Marktstraße leerte sich.

Von Markus Scharf

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