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Duderstadt Quartier für Eulen, Greifvögel und Fledermäuse
Die Region Duderstadt Quartier für Eulen, Greifvögel und Fledermäuse
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19:37 24.11.2011
Installiert: Helfer des Naturschutzbundes bringen Nistkästen an. Quelle: EF
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Duderstadt

Das turmförmige Gebäude wurde den Naturschützern von der Eichsfelder Energie- und Wasserversorgung (EEW) zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten erledigten zwei potentielle Bürgerarbeiter des Vereins, die auf diesem Wege ein erstes Praktikum absolvierten. Früher hatten Scheunen und Schuppen ganz selbstverständlich ein „Uhlenloch“. Eine Einladung der Landwirte an die Schleiereule, die sich – nützlicherweise – ganz vorwiegend von Mäusen ernährt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in dieser Hinsicht vieles verändert. Einfluglöcher in Scheunen und Schallöffnungen in Kirchtürmen wurden verschlossen oder vergittert. Ganz ähnlich war es auch bei dem alten Trafohaus zwischen Nesselröden und Westerode: Alle Öffnungen waren dort mit Plexiglas abgedichtet. Das Gelände am Trafohaus ist als Jagdgebiet für Schleiereulen gut geeignet. Viehweiden werden dort von Gehölzen, der Nathe und einem Wassergraben umrahmt. Die Schleiereule nutzt solche Begrenzungslinien zur räumlichen Orientierung. Ganz ähnliche Vorlieben wie die nachtaktive Schleiereule hat der tagaktive Turmfalke.

Oft konkurrieren die beiden Arten daher um Nistplätze. Der Nabu hat deshalb hinter einem Fenster an der Südseite des Gebäudes einen zweiten, speziell für Greifvögel konstruierten Nistkasten angebracht, um Eulen und Falken gleichzeitig eine Unterschlupfmöglichkeit zu bieten. Das Trafohaus kann ferner durch die „Wiedereröffnung“ nun von Fledermäusen als Quartier genutzt werden. Hiermit ist vor allem während des Sommers zu rechnen, so Nabu-Sprecher Bernhard Wiesemüller. Manche Fledermausarten halten sich aber gelegentlich auch im Winter in überirdischen Gebäuden auf. Als nächstes fordert die Aktion Geduld, erklärt Wiesemüller. Manchmal dauere es bis zu zehn Jahre, bis ein Nistkasten von Schleiereulen besiedelt wird.

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epw /red