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Duderstadt Neu: Radiologische Praxis in Duderstadt
Die Region Duderstadt Neu: Radiologische Praxis in Duderstadt
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17:49 27.03.2018
Die Medizinisch-technische Radiologieassistentin Kathrin Büschleb mit Krankenhaus-Geschäftsführer Markus Kohlstedde und Holger Schwantes, einem der Ärzte aus der neuen radiologischen Praxis (von links). Quelle: hö
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Duderstadt

Das Duderstädter St.-Martini-Krankenhaus bekommt eine radiologische Praxis. Diese soll ambulante Röntgen- und CT-Untersuchungen ermöglichen. Bisher mussten Patienten dafür lange Fahrzeiten in Kauf nehmen.

„Wir sind alle sehr glücklich“, kommentierte Klinik-Geschäftsführer Markus Kohlstedde die Ankündigung, dass in St. Martini am 3. April eine radiologische Praxis eröffnen wird. Mit den Herzberger Radiologen Holger Schwantes und Andreas Kollar hat das Krankenhaus Partner gefunden, die zukünftig auch ambulante Untersuchungen mit dem Computertomographen und Röntgengeräten durchführt.

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In Duderstadt hat es daran bisher gemangelt: Zwar verfügt St. Martini seit mehr als 15 Jahren über ein CT, Röntgengeräte hält das Krankenhaus sowieso bereit. Doch bisher konnte die Technik nur für stationär aufgenommene sowie privatversicherte Patienten genutzt werden, erklärt Dr. Udo Iseke, ärztlicher Direktor in St. Martini.

Bisher lange Fahrzeiten für Patienten

Hintergrund sei das duale System in Deutschland, bei dem ambulante und stationäre Behandlungen klar voneinander abgegrenzt seien. Dementsprechend mussten Patienten für ambulante Untersuchungen nach Herzberg, Göttingen, Heiligenstadt oder Northeim fahren. „Nicht gerade glücklich“ sei das gewesen, findet Iseke. Auch Kohlstedde bestätigt, dass das besonders für ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein Problem gewesen sei.

Ab April wird sich das ändern: Dienstags, mittwochs und freitags öffnet die radiologische Praxis, jeweils für vier Stunden. Genutzt werden dann die ohnehin vorhandenen Geräte. Beim CT rechnet St. Martini mit großer Nachfrage – das Verfahren wird bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, die nicht zwangsweise eine stationäre Aufnahme erfordern.

Als Beispiele nennt Schwantes Kontrolluntersuchungen während Chemotherapien, Lungenerkrankungen, komplizierte Brüche. Auch Beschwerden, bei denen beispielsweise Ultraschall-Untersuchungen keine Ergebnisse gebracht hätten, könne damit auf den Grund gegangen werden.

Viel Einsatz für die neue Praxis

Zudem kommt die Nutzung der Röntgengeräte aus seiner Sicht niedergelassenen Ärzten entgegen: In den meisten Praxen abseits der Orthopädie seien Röntgengeräte auf dem Rückzug, weshalb die Nachfrage nach radiologischen Praxen steige.

Trotzdem ist es Kohlstedde zufolge nicht einfach gewesen, die radiologische Praxis in St. Martini anzusiedeln: Für ein solches Vorhaben müsse die Kassenärztliche Vereinigung die Abrechnungsfähigkeit der Leistungen gewähren. Und inwiefern Duderstadt ein Standort mit ausreichend großer Nachfrage sei, wurde Kohlstedde zufolge lange angezweifelt.

Dass es jetzt geklappt hat, liegt nach Aussage des St.-Martini-Geschäftsführers an mehrere Faktoren: Einerseits habe St. Martini in den vergangenen Jahren mehrere Gutachten über den Bedarf erstellen lassen. Andererseits haben nach seinen Angaben einige Gesetzesänderungen die Ansiedlung von radiologischen Praxen erleichtert. Zudem hätten sich mehrere Politiker aus Duderstadt vehement für das Vorhaben eingesetzt, so Kohlstedde.

CT und Röntgen

Während Röntgen als bildgebendes Verfahren mehr als 100 Jahre alt und dementsprechend verbreitet ist, sieht es bei der Computertomographie (CT) anders aus, denn die Technik ist wesentlich komplizierter und teurer.

Zwar setzen Computertomographen ebenfalls auf Röntgenstrahlung, anhand deren Absorbtion durch den Körper Abbilder von Organen erzeugt werden können. Anders als beim Röntgen wird aber nicht nur eine Aufnahme gemacht. Stattdessen entstehen in der Röhre zig Aufnahmen, aus denen ein Computer detaillierte Bilder aus dem inneren des Körpers errechnet – überlagerungsfrei und dreidimensional, wie das St.-Martini-Krankenhaus betont.

Dort wird ein sogenanntes 16-Zeiliges CT genutzt, dass innerhalb von etwa 40 Sekunden 1000 Bilder generiert.

Von Christoph Höland

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