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Duderstadt Rat Duderstadt lehnt Ost-Trasse erneut ab
Die Region Duderstadt Rat Duderstadt lehnt Ost-Trasse erneut ab
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20:21 27.05.2019
Südlink-Trasse: Varianten eins und zwei. Quelle: r
Duderstadt

Der Rat der Stadt Duderstadt hat am Montagabend größtmögliche Einigkeit hinsichtlich der geplanten Südlink-Stromtrasse demonstriert: Ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung verabschiedete das Gremium einen Beschlussvorschlag, nachdem die Stadt eine unmissverständliche Stellungnahme im Rahmen der Behördenbeteiligung abgeben wird.

Deutliches Votum

„Ja“ zur Energiewende, „ja“ zur von den Südlink-Betreibern Tennet und Transnet BW empfohlenen West-Trasse und „nein“ zur „Eichsfeld-Variante“ – so deutlich steht es nun im Beschluss. Auch ein am 23. Mai kurzfristig eingebrachter Antrag der SPD-Fraktion war noch berücksichtigt worden. Darin heißt es: „Mit guten Gründen hat sich Tennet für die unterirdische, das Landschaftsbild wenig störende und im Wesentlichen emmissionsfreie westliche Variante um Göttingen herum und damit gegen einen Korridor im Bereich der Stadt Duderstadt ausgesprochen.“ Sowohl der mit sechs Millionen Euro deutlich höhere Kostenaufwand als auch die von Tennet angeführten ökologischen Gründe würden „klar gegen die Eichsfeld-Variante“ sprechen.

Insgesamt sei der Erdkabel-Korridor ein wichtiger Schritt hin zu einer CO2-freien Stromerzeugung und mache den weiteren Abbau von umweltschädlichen Kraftwerken erst möglich. Deshalb solle die Bundesnetzagentur dazu aufgefordert werden, die östliche Variante nicht weiter zu verfolgen. Der Rat der Stadt Duderstadt lehne diese „strikt ab“.

723 Dateien in 179 Ordnern

Bis Ende März hatten die beiden Vorhaben-Träger Tennet und Transnet BW die für die sogenannte „Bundesfachplanung“ erforderlichen Unterlagen bei der Bundesnetzagentur eingereicht; die Stadt Duderstadt wurde kurz darauf formell am Verfahren beteiligt und zu einer Stellungnahme bis zum 7. Juni 2019 aufgefordert. Im Detail konnten sich allerdings weder die Stadtverwaltung noch die Mitglieder des Rates mit den Vorlagen befassen. Der Grund: Die digital zur Verfügung gestellten Unterlagen umfassen insgesamt 723 Dateien in 179 Ordnern. Eine detaillierte Prüfung sei „auch aufgrund der Gliederung der Unterlagen hinsichtlich der Belange der Stadt Duderstadt in dem vorgegebenen Zeitraum leider nicht möglich“, wie es Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) in seinem nun aufgesetzten Begleitschreiben an die Bundesnetzagentur formuliert hat.

Nolte verweist in dem Brief deshalb unter anderem auch noch einmal auf verschiedene frühere Stellungnahmen – so auch auf ein sechsseitiges Dokument aus dem November 2016, in dem die Stadt Duderstadt sich intensiv mit den Auswirkungen zweier möglicher Trassenkorridore auseinandersetzt, die Duderstadt und seine Ortsteile wesentlich tangieren würden.

„Grünes Band“ als eines von vielen Argumenten

Neben vielen weiteren Argumenten, die aus Sicht der Stadt Duderstadt gegen eine östliche Trassenführung sprechen, wurde seinerzeit auch der Verlauf der innerdeutschen Grenze – des heutigen „Grünen Bandes“ – angeführt. Dieser „Raumwiderstand“ sei „unbedingt zu berücksichtigen“, hieß es damals. Mehrere Ratsmitglieder wiesen am Montag erneut auf die herausragende Bedeutung dieses „Grünen Bandes“ hin.

Von Markus Riese

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