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Duderstadt Recklinghäuser Künstler installiert Lichtkreuze in Duderstadt
Die Region Duderstadt Recklinghäuser Künstler installiert Lichtkreuze in Duderstadt
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20:03 10.09.2019
Der Recklinghäuser Künstler Ludger Hinse (2.v.r.) zeigt Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte, Propst Bernd Galluschke, Projektkoordinator Ingo Bickel und Fachbereichsleiter Horst Bonitz (v.r.) seiner verschiedene Werke. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Der Künstler Ludger Hinse aus Recklinghausen wird im zweiten Halbjahr 2020 Lichtkreuze in den Duderstädter Kirchen und dem Rathaus installieren. Es ist sein erstes Projekt in der Mitte Deutschlands.

Die Idee, den Künstler für ein Projekt in Duderstadt zu begeistern, hatte Ingo Bickel an Propst Bernd Galluschke weitergegeben. „Meine Frau und ich haben ein Kreuz in der Jesuitenkirche in Heidelberg gesehen und waren sofort fasziniert“, erzählt Bickel. „Das Kreuz war überhaupt nicht aufdringlich.“ Er schickte Fotos an den Propst.

Spontane Stippvisite

Galluschke fand die Idee ebenfalls gut und meldete sich beim Künstler. „Der Anruf kam, als ich auf dem Rückweg von der Ausstellung in Bautzen zurück nach Recklinghausen war“, berichtet Hinse. Da er fast an Duderstadt vorbeifuhr, überlegte er sich spontan, für eine Stippvisite von der Autobahn 38 abzufahren. „Ich war positiv überrascht von dem Bild der Stadt“, erzählte er von einem ersten Eindruck. Auch die Kirche St. Cyriakus habe ihn fasziniert und mit dem Propst habe er sich auch gut verstanden. Eine Zusammenarbeit konnte er sich also gut vorstellen.

Werk des Recklinghäuser Künstlers Ludger Hinse Quelle: jpm.de

Als möglichen Zeitraum konnte Hinse das zweite Halbjahr 2020 anbieten. „Das erste Halbjahr ist durch ein Projekt in Schweinfurt geblockt“, erklärte er. Und 2021 sei er schon in Darmstadt eingebunden. Der Propst schlug den Zeitrahmen vom 14. September, „weil an dem Tag Kreuzerhöhung ist“, bis zum ersten Advent vor.

Der Titel der Ausstellung steht auch bereits. Er lautet „Im Sichtbaren das Unsichtbare finden“. „Das hört sich philosophisch an, trifft es aber gut“, sagt Galluschke. Hinse ergänzte, dass er die Überschrift nicht nur philosophisch, sondern auch theologisch interessant finde.

Ideen vorhanden

Für die Basilika St. Cyriakus und die evangelische Kirche St. Servatius habe er bereits Ideen, verriet der Künstler. Er hatte sich am Dienstag mit dem Propst sowie mit den Pastorinnen Christina Abel und Claudia Edelmann in den jeweiligen Kirchen getroffen. „Vielleicht finde ich auch noch etwas für das Kloster.“ Solch ein Projekt müsse aber auch die Stadtgesellschaft erreichen. Deshalb soll auch das Rathaus eingebunden werden. Mit Horst Bonitz, Leiter des Fachbereichs Kultur und Bildung bei der Stadt Duderstadt, ging er historischen Gebäude auf die Suche nach möglichen Standorten.

Lichtkreuz des Recklinghäuser Künstlers Ludger Hinse Quelle: jpm.de

„Die Kraft entwickelt sich nur durch die Vernetzung“, sagte Hinse. „ich muss in meine Projekte immer einbeziehen, was in einer Stadt oder einer Region geht.“ So seien im Coburger Land die Ausstellungsorte in einem Umkreis von 50 Kilometer verteilt gewesen. Im Braunschweiger Land seien nur die romanischen Kirchen beteiligt gewesen – mit Ausnahme des Braunschweiger Doms. „Die wollten die Ausstellung zwei Wochen vor den anderen beginnen, weil sie der Braunschweiger Dom sind“, erklärte Hinse. „Durch ihre Arroganz waren sie ganz raus.“

Begleitendes Programm

Wichtig ist dem Künstler auch immer ein Begleitprogramm. Bei seiner jüngsten Ausstellung in Bautzen habe die Bandbreite von Symphonikern im Dom bis zum gemeinsamen Konzert des Künstlers mit einem ehemaligen Punkrocker aus der DDR im Stasi-Gefängnis gereicht. Er selbst gibt an den Ausstellungsorten auch Werkstätten mit Schülern zum Thema Kreuz. „Das ist mir wichtig“, sagte Hinse.

Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) begrüßte die Idee zu diesem Projekt. „Das ist eine Möglichkeit, die Stadt noch weiter ins gute Licht zu rücken.“

Lichtkunst zwischen Faszination und Ablehnung

Ludger Hinse ist am 19. Mai 1948 in Recklinghausen geboren. Er unterrichtete als Erwachsener in Bochum, wie er sagt, „als katholischer Rebell an einer evangelischen Hochschule“. Hinse war auch Vorsitzender der IG (Industriegewerkschaft)Metall in Bochum, die 45000 Mitglieder hatte. Als Künstler kann er auf große Ausstellungen weltweit verweisen. „Eine große Ehre“ sei es gewesen, dass er zur Jahrtausendwende eine Einladung für eine Ausstellung im Nationalmuseum in Santiago de Chile erhalten habe. Seine Kunst war aber auch auf Kuba, in Spanien, in Tschechien, der Ukraine, in Schottland und weiteren Ländern zu sehen. Stolz ist er auch darauf, dass eines seiner Lichtkreuze in der Schweiz dauaerhaft in einer reformierten Kirche hängt. „Eigentlich hängen in reformierten Kirchen keine Kreuze“, erklärt er die Besonderheit dieser Ausnahme. Nicht immer werden seine Lichtkreuze überall positiv aufgenommen, erzählt der Künstler. In der Jesuitenkirche in Heidelberg habe ein Pfarrer das Kreuz heimlich abgenommen und versteckt. Allerdings sei das den Gläubigen aufgefallen und das Kreuz sei wieder installiert worden.

Von Rüdiger Franke

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