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Duderstadt Rettungsschwimmer oder lieber Pflegedienst?
Die Region Duderstadt Rettungsschwimmer oder lieber Pflegedienst?
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19:21 31.07.2012
Freiwilligendienst in der Tagesstätte St. Raphael: Vivien Tischer (hinten links) und Tamara Degenhard (hinten rechts).
Freiwilligendienst in der Tagesstätte St. Raphael: Vivien Tischer (hinten links) und Tamara Degenhard (hinten rechts). Quelle: Schneemann
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Göttingen

Wer das Element Wasser liebt, schwimmen kann und körperlich fit ist, kann sich bei der DLRG Eichsfeld nützlich machen und einiges lernen.

„Wir haben insgesamt vier FSJ-Stellen ausgeschrieben, und zwei davon sind noch frei“, sagt Dieter Arend als Vorsitzender. Zu den Aufgaben der FSJler gehöre sowohl Büroarbeit am PC als auch persönlicher und kreativer Einsatz in der Kinder- und Jugendarbeit des Verbandes. „Besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber motiviert und teamfähig sollten die Bewerber sein“, so Arend.

Dabei besteht während des FSJ die Möglichkeit, sich selbst in puncto Erste Hilfe ausbilden zu lassen oder diverse Abzeichen zu absolvieren wie das Rettungsschwimmer- oder Sporttauchabzeichen.

Auch die Caritas hat im Eichsfeld noch Stellen für Freiwillige zu vergeben, eine davon in der Tagesstätte St. Raphael. Hier sollen Kinder und Jugendliche mit Behinderung im Alltag unterstützt werden, was sowohl Hilfe beim Essen oder Zähneputzen umfasst als auch die Begleitung zum Sport oder anderen Aktivitäten.

„Wir bieten ein breites und abwechslungsreiches Spektrum, denn die zu betreuende Altersgruppe reicht vom Kindergartenkind bis zum Schulabgänger“, beschreibt Marie-Theres Waning-Ernst als Leiterin der Einrichtung die Anforderungen. Dabei hebt sie eine Besonderheit hervor: Wer hier FSJ macht, kann im Rahmen der vorgesehenen Unterrichtseinheiten kostenfreie Schulungen zum Betreuungshelfer absolvieren.

Nach einer Prüfung erhalten die Teilnehmer das Betreuungshelfer-Zertifikat, was die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in diesem Bereich erhöht, betont Waning-Ernst.

Vivien Tischer und Tamara Degenhard sind zwei der FSJler, deren Freiwilligendienst bei St. Raphael jetzt ausläuft. „Ich kann ein FSJ nur empfehlen. Das ist eine gute Möglichkeit, nach der Schule persönliche Erfahrungen zu sammeln. Außerdem wird der Dienst als Wartesemester für einen Studienplatz angerechnet“, sagt Vivien. Tamara ergänzt: „Man lernt sich selber besser kennen.

Das ist hier eine spezielle Betreuung für die Kinder und für uns ein hoher Erfahrungswert.“ Laura Kücking hat inzwischen ihre Erzieher-Ausbildung abgeschlossen, nachdem sie einst in St. Raphael ein FSJ absolviert hatte. „Wer einen sozialen Beruf wählt, hat durch ein FSJ den anderen Berufsschülern etwas voraus. Man hat vieles bereits in der Praxis erlebt, was später in der Schule gelehrt wird“, nennt sie einen Vorteil in Hinblick auf die Ausbildung in diesem Bereich.

Nicht ein FSJ, aber ein Jahrespraktikum können Schulabgänger im Krankenhaus St. Martini und im angeschlossenen Altenheim machen. „Inhaltlich und finanziell ist das Jahrespraktikum dem FSJ angeglichen, aber der schulische Teil fällt weg“, erklärt Martin Weinrich als Pflegedienstleiter von St. Martini. Neun Praktikanten würden pro Jahr angenommen, und nun sei noch ein Platz frei. „Der Dienst wird aufgeteilt und findet ein halbes Jahr im Krankenhaus statt, das andere Halbjahr im Altenheim“, so Weinrich.

Damit sei ein umfassender Überblick in pflegerische Bereiche gewährleistet. Von Vorteil sei das Jahrespraktikum als Grundlage für alle sozialen, pflegerischen und medizinischen Berufe, aber auch zur eigenen Einschätzung und Entwicklung, betont der Pflegedienstleiter. Ein Mindestalter von 17 Jahren und ein Realschulabschluss sind Voraussetzungen. Alle vorgestellten Stellen sollten bis zum kommenden September besetzt sein. Bewerbungen sind ab sofort möglich bei den jeweiligen Trägern Caritas oder DLRG.

Infos zu den Einrichtungen der Caritas gibt es unter jungecaritas.de oder bei Joseph Stiegler als Referent des Caritasverbands der Diözese Hildesheim, Telefon 0 51 21/ 938 150. Infos zum FSJ bei der DLRG Eichsfeld gibt es unter dlrg-eichsfeld.de.

Infos zum Freiwilligen Sozialen Jahr

Die Bewerbungen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) richten sich an den Träger der Einrichtungen. Die Vergütung der FSJler kann unterschiedlich ausfallen, beträgt aber um die 300 Euro monatlich.
Manchmal werden Verpflegung und Unterkunft gestellt, was die Auszahlung des Taschengeldes verringern kann. Der Anspruch auf Kindergeld oder Halbwaisenrente bleibt aber bestehen. Die Träger sind zu einer pädagogischen Begleitung der Freiwilligendienstler verpflichtet, außerdem sind Seminareinheiten mit 25 Tagen pro Jahr vorgesehen, die im Blockunterricht stattfinden.
Die Seminarteilnahme ist für die FSJler verpflichtend. Auch im Ausland ist es möglich, ein FSJ zu machen, was aber meist eine gründliche Vorbereitung notwendig macht. Versicherungen, Visa und Vorbereitungsseminare werden nicht mit staatlichen  Mitteln gefördert und  fallen daher meist zu Lasten der FSJler. Die Stellen werden durch anerkannte Entsenderorganisationen bestimmt. Zugelassen sind Bewerber zwischen 17 und 27 Jahren.
 Die rechtliche Grundlage für das FSJ ist bundesweit im Jugendfreiwilligendienstgesetz (BFDG) geregelt.

Von Claudia Nachtwey