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Duderstadt Rhumspringer sammeln Ideen in der Zukunftswerkstatt
Die Region Duderstadt Rhumspringer sammeln Ideen in der Zukunftswerkstatt
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01:00 21.09.2014
Von Kuno Mahnkopf
Industriebrache an der Rhume: Die ehemalige Papierfabrik wird im Ort als Rattenburg bezeichnet. Quelle: Thiele
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Rhumspringe

Bürgermeister Franz Jacobi (CDU) hat deshalb drei Jahre nach der Premiere der Zukunftswerkstatt eine weitere Diskussionsrunde organisiert. Lediglich zwei Dutzend Bürger – inklusive Funktionsträger – beteiligten sich am Brainstorming im Feuerwehrhaus. Auch das ist bezeichnend für den Wandel.

„Es geht um unsere Dörfer, unsere Zukunft und die kommender Generationen – wenn es die noch gibt.“ Mit dem düsteren Bild, das Jacobi zeichnete, stand er nicht allein  – en gros und en detail. Von der sich entvölkernden Hauptstraße als „Witwen- und Waisenstraße“ und der ehemaligen Papierfabrik als „Rattenburg“ war ebenso die Rede wie vom zugewachsenen „Zeckenweg“ an der Rhumequelle und dem zur „Güllegrube“ verkommenden Wassertretbecken im Rhumepark.

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„Auch wenn sie jetzt nicht prasseln – wir müssen Ideen sammeln und weiterentwickeln“, appellierte Jacobi: „Es geht nicht nur um Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogramme, sondern auch um persönliches Engagement.“

25 Wohnhäuser stehen leer
Breiten Raum nahm die Diskussion über die Wohnraumentwicklung ein. In Rhumspringe stehen inzwischen 25 Wohngebäude leer. In weiteren Häusern gibt es viel ungenutzten Platz. Von ehemals zehn privaten Vermietern von Ferienwohnungen ist nur einer übriggeblieben.

Landschaftsschutz und Raumordnungsvorgaben stehen Neubaugebieten im Wege. Ältere Einwohner halten an Baulücken fest – in der zumeist vergeblichen Hoffnung, dass dort ihre Kinder oder Großkinder bauen.

Innenentwicklung soll gefördert werden
Weitere Bauplätze im Außenbereich würden Anlieger und Gemeinde belasten und den Flächenverschleiß forcieren, meinte Jacobi. Die Vorgaben konzentrierten sich immer mehr auf Mittel- und Oberzentren, in den Dörfern solle die Innenentwicklung verstärkt gefördert, verödende Ortszentren revitalisiert werden:  „Wir müssen Modelle für den vorhandenen leeren Wohnraum finden.“

Das funktioniere nur, wenn das Bauen auf der grünen Wiese nicht billiger sei als Sanierung oder Abriss und Neubau im Ortskern. In Rhumspringe gebe es durchaus Ecken, die dafür in Frage kämen.

Barbara Hose verwies auf Holland, wo Bauland noch knapper sei: „Dort gewähren Gemeinden zinslose Darlehen.“  Die Anregung von Michaela Diedrich, die Gemeinde könne alte Häuser kaufen und auf Ratenbasis weiterverkaufen, sieht der Bürgermeister skeptisch.

Das sei das Geschäft von Banken und Sparkassen und würde auch von der Kommunalaufsicht nicht geduldet. Scharfe Kritik an der Konzentration auf die Zentren übte Fritz Jacobi: „Wenn keine neuen Bauplätze mehr zugelassen werden, können wir die Dörfer gleich ausradieren.“

Datengeschwindigkeit als Standortvorteil

„Ohne Arbeitsplätze kommt hier niemand hin“, merkte Markus Steinmetz an und nannte die Datengeschwindigkeit in Rhumspringe als Standortvorteil. Jacobi dämpfte die Erwartungen auf Gewerbeansiedlungen, verwies auf schlechte Verkehrsanbindungen und Leerstände wie in der Papierfabrik.

Als Anreize für die Dorfentwicklung wurden in der Zukunftswerkstatt Erzählcafés, Treffpunkte und Senioren-Wohngemeinschaften angeregt, touristisch eine bessere Pflege und Vermarktung der Rhumequelle, einer der größten Karstquellen Europas. Vorschläge für kleinere Bausteine reichten vom Trimmpfad für Senioren über eine „Liebesbank“ bis zu einer Boule-Bahn im Rhumepark.

In seinem Schlussworte appellierte der Bürgermeister, weiter über Anregungen nachzudenken, die auch in den politischen Gremien diskutiert werden sollen. Zustimmung im Kulturausschuss fand bereits der Vorstoß der Landfrauen, im Rhumepark eine Kräuterspirale anzulegen.

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