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Duderstadt Rohr frei: Duderstädter Kanalnetz wird gespült
Die Region Duderstadt Rohr frei: Duderstädter Kanalnetz wird gespült
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20:03 25.08.2013
Von Kuno Mahnkopf
245 Kilometer lang ist das Kanalnetz für Schmutz- und Regenwasser, länger als die Luftlinie nach Hamburg. Quelle: Tietzek
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Duderstadt

Und in dieser Summe noch nicht enthalten sind die Schmutzwasserkanäle in Breitenberg, Mingerode, Langenhagen, Brochthausen, Fuhrbach und Hilkerode, für die Abwasserverbände zuständig sind. Für alle anderen Ortsteile hat die Stadt 1992 einen Betreibervertrag über die Abwasserreinigung mit den Eichsfelder Wirtschaftsbetrieben abgeschlossen.

Von den rund 96 Kilometern  Schmutzwasser-, 136 Kilometern Regenwasser- und zwölf Kilometern Mischwasserkanal in ihrem Zuständigkeitsbereich lässt die Stadt jährlich bis zu 25 Kilometer im Hochdruckverfahren spülen. In diesem Jahr sind im September und Oktober Immingerode und Tiftlingerode an der Reihe, im kommenden Frühjahr Gerblingerode und Nesselröden.

Als unerlässlich bezeichnet Fachdienstleiter Johannes Böning  die regelmäßige Spülung des Kanalnetzes, dessen älteste Abschnitte mehr als 100 Jahre alt sind. Gravierender als bei der Entsorgung des Oberflächenwassers sind die Probleme im Schmutzwasserbereich.

Haushalte zunehmend sparsamer

Ablagerungen von Bodeneinträgen und Exkrementen, Kalk und Essensreste sowie andere Toiletten-Fehlwürfe sorgen dafür, dass die Kanalwände rauer, die Durchlässe enger werden. Beschleunigt wird das dadurch, dass die Verbraucher mit immer weniger Wasser spülen – und das gilt nicht nur für Toiletten.

Es wird mehr geduscht als gebadet, die Haushaltgeräte werden zunehmend sparsamer. Immer häufiger schwallt das Wasser nicht mehr in die Kanalisation, sondern rinnt nur noch.

Die Arbeiten zur Spülung des Kanalnetzes im Hochdruckspülverfahren hat die Stadt an die bundesweit tätige Firma FhN Kanal- und Straßenreinigungsgesellschaft Eichsfeld vergeben.  Deren technischer Leiter Christian Hesse weist darauf hin, dass es bei den Reinigungsarbeiten zum Rückstau von Abwasser in den Gebäudeleitungen kommen kann.

Dauereinsatz gegen Ratten

Die meisten Haushalte hätten allerdings eine Rückstausicherung, die im Zweifelsfall überprüft werden sollte. „Bis auf wenige Einzelfälle hat es in der Vergangenheit nie Probleme gegeben“, berichtet Hesse.

Um auf Nummer sicher zu gehen und unangenehme Überraschungen zu vermeiden, bittet die Stadt um entsprechende Vorkehrungen wie das Verschließen der Abflüsse während des Spülverfahrens. Am einfachsten sei das Zuklappen und Beschweren des WC-Deckels, meint Hesse. Aus der Dusche könne dann natürlich weiter Wasser austreten.

Nicht nur Ablagerungen, die zu Verstopfungen und damit zu Rückstauungen in den Hausanschlüssen führen können, bereiten der Stadt Probleme. Jahr für Jahr von Neuem mit blutverdünnenden Fressködern bekämpft wird die Ratten-Population, für die das Kanalsystem auch bei regelmäßiger Reinigung Zufluchtsstätte und Schlaraffenland ist – ein sensibles Thema in Duderstadt: Mehr als fünf Befallstellen würden den Status als Erholungsort ins Wanken bringen.

Unliebsame Nager

„Wir gehen das ganze Jahr über, zumeist von Osten her, flächendeckend vor, legen insbesondere an Kreuzungen und Bereichen mit Rattenbefall mehrfach Köder aus“, sagt Rainer Kracht vom Bauhof: „Bis zum Jahresende wird die Rattenpopulation weitgehend vernichtet – und dann geht es von vorne los.“

Auch die Bürger können ihren Teil dazu beitragen, dass sich die unliebsamen Nager nicht zu sehr vermehren. Hefe, Öle und Nahrungsabfälle schaffen ein ideales Milieu für Ratten. Die Stadt appelliert deshalb, weder diese noch andere Stoffe, die die Abwasserreinigung und  die Schlammbehandlung erschweren, via Kanal zu entsorgen. Welche Stoffe nicht eingeleitet werden dürfen, ist detailliert in der Abwasserbeseitigungssatzung aufgeführt.