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Duderstadt Rückgabe von NS-Raubgut
Die Region Duderstadt Rückgabe von NS-Raubgut
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15:17 29.11.2016
Von Claudia Nachtwey
Sandra Kästner, Kuratorin der Ausstellung "Wiederentdeckt" im Heimatmuseum, zeigt Exponate.
Sandra Kästner, Kuratorin der Ausstellung "Wiederentdeckt" im Heimatmuseum, zeigt Exponate. Quelle: Richter (Archiv)
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Duderstadt

Dem Beschlussvorschlag war die Beteiligung der Stadt Duderstadt am Forschungsprojekt „Erst-Check Provenienzforschung“ des Landschaftsverbandes Südniedersachsen vorausgegangen. Der Forscher Dr. Christian Riemenschneider untersuchte in den Museen der beteiligten Städte, ob während der NS-Zeit oder im Zuge der deutschen Teilung unrechtmäßig erworbenes Kulturgut in den Museumsbestand gelangt sein könnte.

Ausschließlich Alltagsgegenstände

Dabei hätten sich auch im Duderstädter Heimatmuseum Verdachtsmomente ergeben, erklärte der Duderstädter Kulturbeauftragte Horst Bonitz. „Es handelt sich dabei ausschließlich um Alltagsgegenstände“, sagte Bonitz, der zuvor an der Präsentation Riemenschneiders in Hann. Münden teilgenommen hatte, wo die Ergebnisse des „Erst-Checks“ in den Museen vorgestellt worden waren. Ein Abschlussbericht sei in Arbeit, so Bonitz.

Im Heimatmuseum stamme beispielsweise ein Silberlöffel mit der Gravur „Meinhold Ballin 1885“ aus jüdischem Besitz. Nun müsse geklärt werden, wie dieser Löffel ins Heimatmuseum gelangt sei, „aber zur Familie Ballin besteht sei Jahren ein enger Kontakt“, zeigte sich Bonitz zuversichtlich, dass diese Frage schnell geklärt werden könne.

Rückgabe oder Dauerleihgabe

Der Beschluss sieht vor, dass bei Verdachtsmomenten durch weitere Forschungen die Herkunft der Kulturgüter geklärt werden solle. „Manche Exponate hat das Museum von Aktionären gekauft. Da muss zum Beispiel nachgeprüft werden, ob die Gegenstände zuvor rechtmäßig erworben worden sind“, erklärte Bonitz.

Sollten ehemalige Eigentümer oder deren Erben ermittelt werden, solle eine Rückgabe angeboten oder die Möglichkeit einer Dauerleihgabe erörtert werden. Die Kosten für eine Rückgabe solle die Stadt übernehmen. Angestrebt werde zudem eine Förderung der Forschungen durch das Deutsche Zentrum Kulturverluste.