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Duderstadt SEK-Einsatz in Rollshausen: Wut über Verfahrenseinstellung
Die Region Duderstadt SEK-Einsatz in Rollshausen: Wut über Verfahrenseinstellung
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20:25 02.08.2013
Von Ulrich Lottmann
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

 „Wut ist kein Ausdruck, das ist mehr“, beschreibt der Göttinger Anwalt Sven Adam die Reaktion des Ehepaars, das von vermummten Beamten eines Sondereinsatzkommandos (SEK) aus dem Schlaf gerissen und gefesselt worden war.

Adam hat gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen die SEK-Beamten durch die Staatsanwaltschaft Göttingen Beschwerde eingelegt.

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Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Buick, bestätigt den Eingang der Beschwerde. Nun werde geprüft, ob das Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen oder die Beschwerde abgelehnt werde, erläutert Buick.

In letzterem Fall werde der Vorgang an die Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig weiter geleitet, die dann über den weiteren Umgang mit der Beschwerde und dem Verfahren entscheide.

Nachbessern

Anwalt Adam rechnet jedoch nicht mit einer Ablehnung: „Da ich weiß, dass einer der Beschuldigten und sehr relevante Zeugen nicht vernommen wurden, glaube ich, dass hier nachgebessert werden muss.“

Das werde die Göttinger Staatsanwaltschaft nicht auf sich sitzen lassen und die Ermittlungen von sich aus wieder aufnehmen, glaubt Adam. Er betont, dass es seinen Mandaten nicht um die Bestrafung der SEK-Beamten gehe. „Sie wollen aber wissen, wer die Verantwortung trägt und wie so etwas passieren konnte.“

Ein Urteil gab es bereits im Zusammenhang mit der Polizeipanne. Der Mann, der am Telefon gegenüber der Polizei behauptet hatte, mit einer Waffe bedroht worden zu sein und so den SEK-Einsatz auslöste, wurde für den Anruf zu zehn Monaten Haft verurteilt.

Zusammen mit weiteren Fällen falscher Anschuldigung lautete das Urteil des Duderstädter Amtsgerichts auf 13 Monate ohne Bewährung.