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Duderstadt Schindangerbrücke in Duderstadt: Zaun oder nicht Zaun?
Die Region Duderstadt Schindangerbrücke in Duderstadt: Zaun oder nicht Zaun?
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12:00 10.09.2014
Von Heinz Hobrecht
Foto: Sicher ist sicher: Zaun an der Schützenringseite.
Sicher ist sicher: Zaun an der Schützenringseite. Quelle: Schauenberg
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Duderstadt

Teilweise ist das Geländer der Überführung der Hahle mit einem Bauzaun verstellt, teilweise nicht. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Goslar und das Amt für Kreisstraßen beim Landkreis Göttingen gehen unterschiedliche Wege.

„Vorsicht Glättegefahr – Radfahrer bitte absteigen“ ist auf einigen Schildern an der Schindangerbrücke zu lesen. Zusätzlich ist teilweise das Geländer der Brücke mit einem Bauzaun aus Metall verstellt, wie es auch an einem Geländer am benachbarten Durchlass über dem Hartmannkanal der Fall ist. Schilder und Zäune am Verkehrsknotenpunkt lösen seit einiger Zeit bei vielen Verkehrsteilnehmern Verwunderung aus.

Nach einer Anfrage bei der städtischen Bauverwaltung fragte das Tageblatt beim Amt für Kreisstraßen in Göttingen sowie beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Goslar nach. Auf der Schindangerbrücke befindet sich nämlich, wie sich im Zuge der Recherche herausstellte, die Schnittstelle der Zuständigkeit:

„Aus reiner Vorsicht, wegen der Enge und Schmalstelle der Brücke“

Für den Schützenring, zugleich Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 247, zeichnet Goslar, für den Bereich Wolfsgärten samt Abzweig Kreisstraße 112 (Ziegeleistraße) Göttingen für die verkehrsbehördlichen Anordnungen verantwortlich.

Bei den Schildern für die Radfahrer, so berichtete  Andrea Riedel-Elsner vom Landkreis Göttingen, handelt es sich um Hinweise, die ursprünglich aufgrund einer zu glatten Brückenplatte angebracht worden seien. Nachdem die Platte inzwischen aufgerauht und abgestumpft sei, habe der Landkreis die Schilder trotzdem hängen lassen.

„Aus reiner Vorsicht, wegen der Enge und Schmalstelle der Brücke“, so die Pressesprecherin. Außerdem entspreche die Höhe des Brückengeländes nicht mehr den Vorschriften.

„Seit mehreren Jahren wird an der Schindangerbrücke bemängelt“

Genau diesen Grund führt auch Olaf Schönsee vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr an, warum auf der dem Schützenring zugewandten Brückenseite Metallgitterzäune aufgebaut wurden. Der für das Landesamt zuständige Leiter der Straßenmeisterei Herzberg, Harald Guse, habe  den Zaun angeordnet, weil der im Schadensfalle eines nicht abgesicherten Brückengeländers keine Verantwortung übernehmen wolle.

„Seit mehreren Jahren wird an der Schindangerbrücke bemängelt, dass die vorgeschriebene Geländerhöhe von 130 Zentimetern nicht eingehalten wird“, berichtet Schönsee. Eine Sanierung der Brücke einschließlich Geländer werde angesichts des beabsichtigten Kreiselbaues an dieser Stelle als nicht mehr wirtschaftlich erachtet.

► Kommentar: Bessere Absprache

Einen Ausrutscher haben sich das Landesamt für Straßenbau und das Kreisstraßenamt in der Brehmestadt erlaubt – wenn nicht gar einen Schildbürgerstreich.

Denn deutlicher als an der Kreuzung Schützenring/Wolfsgärten können unterschiedliche Sicht- und Handlungsweisen von Ämtern kaum dargestellt werden.

Für die Bürger nicht zu glauben: 25 Jahre nach der Grenzöffnung offenbaren sich die Grenzen behördlichen Miteinanders, mitten in Duderstadt, ausgerechnet am Beispiel vorhandener und nicht vorhandener Metallgitterzäune. Schnellstens sollten sich das Kreisamt in Göttingen und die Straßenmeisterei in Herzberg zusammenraufen und gemeinsam eine Lösung für die Wolfsgärten finden.

Beide Städte liegen doch gar nicht soweit voneinander entfernt – wenn der Kreisel im Herbst 2016 fertig sein sollte, dann ja sogar in einem Kreis.

Heinz Hobrecht