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Duderstadt Duderstädter Schule steht vor dem Aus
Die Region Duderstadt Duderstädter Schule steht vor dem Aus
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19:04 07.06.2019
Im nächsten Schuljahr wird an der Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt keine fünfte Klasse mehr gebildet. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Die Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt steht vor dem Aus. Das ist keineswegs eine neue Erkenntnis. Das Tageblatt berichtete erst jüngst über diese Thematik. Die Entwicklung hin zu einer Schließung ist seit Jahren absehbar, aber jetzt, da der Vollzug ernst wird, besteht verstärkt Gesprächsbedarf. So ist es während der Sitzung des Schulausschusses des Landkreises Göttingen am Donnerstag gewesen. Obwohl es sich lediglich um eine Mitteilungsvorlage handelte, gab es zum Tagesordnungspunkt zahlreiche Wortmeldungen.

Es wird keine 5. Klasse mehr gebildet

„Den Beschluss, den Sie im Dezember 2018 getroffen haben, setzen wir nun um“, sagt Kreisrat Marcel Riethig (SPD) an die Adresse der Kreistagsmitglieder gewandt. In der Tat hatten die mehrheitlich dafür gestimmt, ab diesem Schuljahr keine neue fünfte Klasse mehr in der HauptschuleAstrid Lindgren“ zu bilden, weil sich die Anmeldezahlen seit Jahren unter den im Schulentwicklungsplan liegenden Vorgaben bewegen. Damit muss die Schule zwar nicht sofort, also mit Beginn des nächsten Schuljahres geschlossen werden, die Schließung ist vielmehr ein schleichender Prozess. Wird niemand mehr eingeschult, verringert sich die Zahl der Schüler von Jahr zu Jahr, bis der Schulbetrieb nicht mehr möglich ist.

Duderstadt präferiert Dreigliedrigkeit

Riethig gibt zwei Anmerkungen mit in die Runde: „Wir schließen nicht“ (zur Erklärung siehe oben) und: „In Duderstadt gibt es eine Präferenz zum dreigliedrigen Schulsystem.“ Also das Modell Haupt-, Realschule und Gymnasium. Damit lässt er anklingen, dass sich dieses Modell vor Ort als ungünstig erweist. In der Tat tendieren die Bundesländer seit Jahren zur Zweigliedrigkeit: Sekundarschule und Gymnasium.

„Ich hätte mir gewünscht, dass die Verwaltung darlegt, wie es weiter gehen soll“, sagt der stellvertretende Ausschussvorsitzende Jens Haepe (CDU). Das aber sieht Riethig nicht als originäre Aufgabe der Verwaltung an. Die handle gemäß Schulentwicklungsplan. Der Landkreis habe das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand. „Wenn Sie Alternativen sehen, schlagen Sie sie vor“, spielt er den Ball an die Kreistagsmitglieder ab.

Integrierte Gesamtschule wünschenswert

Ausschussmitglied Eckhard Fascher (Linke/Piraten) diagnostiziert: „Das ist eine Ohrfeige für das dreigliedrige Schulsystem und zeigt, dass eine Hauptschule nicht gewünscht ist.“ Aus seiner Sicht ist es vielmehr wünschenswert, in Duderstadt eine Integrierte Gesamtschule (IGS) zu bilden, schließlich sei die Kooperative Gesamtschule (KGS) Gieboldehausen, auf die Hauptschüler nun ausweichen müssen, zwölf Kilometer entfernt.

Auch die stellvertretende Landrätin Maria Gerl-Plein (Grüne) findet, dass es angebracht sei, die Stadt Duderstadt zum Nachdenken zu bringen. Die Tendenz gehe zum zweigliedrigen Schulsystem.

27 Schüler zu viel für Räumlichkeiten

Bislang sind nur zwölf Schüler für eine neue 5. Klasse an der Lindgren-Schule angemeldet worden, 27 sollten es im Idealfall sein. Schulleiterin Franziska Stollberg, die anwesend ist und Rederecht erhält, gibt zu bedenken: „Wir haben kleine Räumlichkeiten. Wenn wir von einer Klassenstärke von 27 ausgehen, würde sich unser pädagogisches Konzept nicht mehr umsetzen lassen.“

Somit ist das Aus besiegelt? Schulentwicklung sei ein dynamischer Prozess, wiegt Kreisrat Riethig ab. Sollten sich die Anmeldezahlen in den kommenden Jahren wieder deutlich nach oben bewegen – aus welchen Gründen auch immer – müsse die Schule nicht geschlossen werden.

Von Ulrich Meinhard

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