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Duderstadt Schüler aus Minulescu und Duderstadt auf Europa-Kurs
Die Region Duderstadt Schüler aus Minulescu und Duderstadt auf Europa-Kurs
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21:18 29.08.2013
Austausch auf Initiative von Schülern des Eichsfeld-Gymnasiums: Rumänische Jugendliche verbringen eine Woche in Deutschland, darunter einen Tag am Seeburger See. Quelle: Lüder
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Duderstadt

Seit einer Woche bis zum heutigen Freitag sind neunzehn rumänische Schüler an der Duderstädter Schule zu Gast.

Duderstadt wirkt auf uns wie eine Stadt aus dem Märchen, so idyllisch und grün. Aber vor allem die Menschen strahlen eine Wärme und Gastfreundschaft aus, die uns immer wieder überrascht“, erklärte Schülerin Adriana Manescu, die das Eichsfeld zum zweiten Mal besuchte. Bereits im vergangenen Jahr nahmen sie und zwei rumänische Mitschüler am Symposium der Pater Maffay-Stiftung, „Schutzräume für Kinder“ in Duderstadt teil. Hier entstand die Idee zur Schulpartnerschaft (Tageblatt berichtete). Gern seien sie zurückgekommen, um Freundschaften aufzubauen.

Kennengelernt haben sich die sechzehn deutschen und neunzehn rumänischen Schüler schon vor einigen Wochen, als sich die Duderstädter Jugendlichen zum Austausch in Rumänien befanden. Von dieser Reise haben sie Erfahrungen den Wunsch mitgebracht, die Partnerschaft weiter zu beflügeln.

Aus Minulescu und Eichsfeld wird Minufeld

„In Rumänien wurden wir mit offenen Armen empfangen und konnten unsere Partnerschaft durch Projektarbeit intensivieren“, so Lehrerin des Eichsfeld-Gymnasiums Irina Thiessen. Die gemeinsame Lebenswelt Europas sei Mittelpunkt des Projektes, das unter dem Titel Minufeld, eine Kombination der Worte Eichsfeld und Minulescu, läuft. Auf dem Programm des Aufenthaltes im Eichsfeld stand der Besuch des Grenzlandmuseums, eine Stadtführung durch Duderstadt, ein Ausflug ins Klimahaus nach Bremerhaven, Wasserspiele am Seeburger See und die Abschlussparty in der früheren Stadtbibliothek.

Mariana Ceaus, Deutsch-Lehrerin in Slatina, die Duderstadt ebenfalls während des Symposiums kennenlernte, zeigte sich begeistert: „Für unsere Schüler ist der Aufenthalt in Duderstadt ein Traum, denn sie können ihre Deutsch-Kenntnisse einschätzen und verbessern sowie den Alltag in einem anderen Land live miterleben.“ Abseits des Sprachtrainings sei es jedoch besonders wertvoll für die Teilnehmer gewesen, soziale Kompetenzen zu verbessern und Barrieren abzubauen. „Wir lernen Respekt voreinander und bauen Vorurteile ab. Die Zukunft unseres gemeinsamen Europas liegt in der Toleranz und die leben wir“, war sie sich mit ihren Schülern einig.

Brücke der Freundschaft nach Duderstadt

Überrascht seien einige rumänische Schüler vom geselligen Familienleben in den Eichsfelder Familien und von der Offenheit der Menschen gewesen: „Mit unserem Austausch haben wir eine Brücke aus Freundschaft von Slatina nach Duderstadt gebaut. Ich freue mich so, dass uns alle mit ganzem Herzen aufgenommen haben und uns wie Familienmitglieder behandeln“, erklärte der 17-jährige Stefan Christian Voica, der während des Austausches bei einer achtköpfigen Familie in Duderstadt wohnte. Als besonders empfinde er die Nähe der Familienmitglieder zueinander.

Doch nicht nur am Leben der Gastfamilie seien den Jugendlichen Unterschiede aufgefallen, auch den Unterricht am Gymnasium schätzen viele als abwechslungsreich und interaktiv. Einig waren sich die Jugendlichen, dass die Partnerschaft zwischen Deutschen und Rumänen ihren Horizont erweitere und dass durch gemeinsame Erfahrungen und Werte ein gemeinsames Europa entstehen könne. „Natürlich gibt es kleine Unterschiede zwischen unseren Mentalitäten, aber gerade die Anpassungsfähigkeit an eine andere Kultur ist in Zukunft wichtig. Der Austausch gibt den jungen Menschen eine Gelegenheit, sich darin zu üben“, urteilte Lehrerin Ceaus.

Dass der Austausch auch im nächsten Jahr stattfinde, sei in Planung, so Lehrerin Thiessen: „Viele Schüler kommen schon jetzt auf uns zu und fragen, ob sie im kommenden Jahr teilnehmen können.“ Mit dem Projekt, ist Voica sicher, werde Europa um einiges schöner und die 18-jährige Adriana erklärte: „Nach Duderstadt komme ich bestimmt wieder, meine Gastfamilie hat mich wie eine Tochter aufgenommen. Gekommen bin ich als Einzelkind, fahren werde ich als Geschwisterkind.“

Von Elisa von Hof

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