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Duderstadt Eichsfelder Schüler besuchen Auschwitz
Die Region Duderstadt Eichsfelder Schüler besuchen Auschwitz
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17:09 13.08.2018
Vier Schüler des EGD berichten Mitgliedern des Rotary-Clubs Duderstadt-Eichsfeld von ihrer Fahrt nach Auschwitz (v.l.): Dennis Paul, Franka Wüstefeld, Club-Präsident Thomas Nebenführ, Lehrer Kai Schöbel, Initiator Günter Reimann, Marie Walther und Amelie Wagner. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

„Ich war 1965 zum ersten Mal in Auschwitz“, erzählte Günter Reimann, der die Idee hatte, Schülern die Fahrt zu ermöglichen. Er hatte die Rotarier angesprochen. In dem Club stieß die Idee auf Zustimmung. Innerhalb der ersten Studentenaustausche sei er damals über Prag nach Polen gefahren, erinnerte sich Reimann zurück an die Zeit 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, „eine Zeit, in der Deutsche in Oberschlesien nicht unbedingt beliebt waren“. Dabei habe die Gruppe auch einen ganzen Tag das ehemalige Konzentrationslager besucht. „Das Erlebnis hat mich sehr geprägt“, sagte Reimann. „Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.“

Reimanns Intention war, jungen Menschen eine ähnliche Erfahrung zu ermöglichen. Seit einigen Jahren hatte er die Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar besucht. Die Gedenkveranstaltung werde von Schülern des EGD gestaltet. „Der Gedanke zu der Fahrt kam mir im Februar“, sagte Reimann. Er organisierte Spenden und fand in Gerd Müller auch einen Fahrer, der die fünf Tage unentgeltlich fuhr.

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Präsentation zur Fahrt nach Auschwitz

Um die Mitglieder des Rotary Clubs über die Erlebnisse während ihrer Fahrt zu informieren, hatten Amelie Wagner, Franka Wüstefeld, Dennis Paul und Marie Walther eine Präsentation erarbeitet, die sie am Montag im Hotel zum Löwen zeigten. Dazu hatten sie auch ein Referat vorbereitet über die Geschichte von Auschwitz, beziehungsweise Oświęcim, wie die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder heißt.

„Wir haben unter anderem das Stammlager gesehen“, erzählte Franka Wüstefeld von der Fahrt. Vier Stunden habe der Besuch gedauert. „Danach haben wir erst einmal eine Pause benötigt, denn es war ziemlich heftig, was wir dort gehört haben.“ Nachmittags erkundeten sie das Gelände aber noch einmal auf eigene Faust, um die Eindrücke zu vertiefen. „Am zweiten Tag haben wir das jüdische Museum besucht“, sagte Wüstefeld. Dort habe die Gruppe zahlreiche Informationen über die jüdische Geschichte erfahren. „Es gibt dort sogar noch eine aktive Synagoge, obwohl es keine jüdische Gemeinde mehr gibt“, berichtete sie. Bei der anschließenden Stadtführung erfuhren die Schüler auch von Einzelschicksalen. „Das hat uns die Geschichte noch viel bewusster gemacht, weil sich aus den Gesamtzahlen vom Vortag nun einzelne Geschichten abbildeten.“ Sie würde jedem empfehlen, sich die Gedenkstätte anzuschauen und auch selbst noch einmal hinfahren.

Verständnislosigkeit gegenüber Extremen

„Unser Kurs hat sich im Zusammenhang mit dem Holocaust-Gedenktag auch schon mit Einzelschicksalen befasst“, ergänzte Amelie Wagner. Jeweils zwei Schüler aus den beiden Kursen des elften Jahrgangs, die sich besonders engagiert hatten, durften mitfahren. Die Fahrt sei sehr beeindruckend gewesen, erklärte Wagner. Das Erlebte sei ihr aber erst richtig bewusst geworden, als sie den Vortrag vorbereitete. Sie erinnerte sich zum Beispiel an die Dinge, die den Häftlingen abgenommen wurden wie zum Beispiel Prothesen und gepackte Koffer. Sie sei nach dem Besuch in der Gedenkstätte jetzt „noch verständnisloser gegenüber irgendwelchen Extremen“. Diese Menschen müssten einfach mal nachdenken, was in der Geschichte passiert sei.

Besonders beeindruckt habe ihn, das, was er bislang nur von alten Schwarz-Weiß-Fotos kannte, live und in Farbe zu sehen, sagte Dennis Paul. Es sei wichtig, diese Einrichtung für die Zukunft zu erhalten zur Aufarbeitung der Geschichte und dem Gedenken. Alle Menschen stünden in der Verantwortung, dass sich die Geschichte nicht wiederhole, allerdings sollte den Menschen, die nach 1945 geboren wurden, keine Schuld an den Geschehnissen gegeben werden.

Von Rüdiger Franke

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