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Duderstadt 16-Jährige kämpft für ihre Schule
Die Region Duderstadt 16-Jährige kämpft für ihre Schule
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00:24 06.07.2019
Die Schülerin Hannah Taddiken übergab eine Unterschriftenliste an Kreistag und Kreisverwaltung, begleitet wurde die 16-Jährige von ihrer Mutter Ilona Taddiken (re.) und Schulleiterin Franziska Stollberg. Der Kreistag tagte im Neuen Rathaus in Göttingen. Quelle: Meinhard
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Göttingen

Das Schicksal der Duderstädter HauptschuleAstrid Lindgren“ bleibt ungewiss. Die Signale stehen auf Schließung der Bildungsstätte. Ein anderes Signal hätte am 3. Juli im Kreistag in Göttingen gesetzt werden können. Doch die große Mehrheit der Kreistagsmitglieder entschied sich gegen einen Antrag der Fraktion P2+ (Piraten, Die Partei), die das Thema auf die Tagesordnung setzen wollte. Die Fraktion wollte erreichen, dass entgegen einer Entscheidung von Landrat Bernhard Reuter (SPD) doch noch Kinder für eine neue 5. Klasse für das kommenden Schuljahr angemeldet werden können.

Die meisten Kreistagsmitglieder sahen allerdings keine Dringlichkeit gegeben, sich an diesem Tage mit dem Thema zu befassen. Da half auch der Hinweis von Kreistagsmitglied Hans Georg Schwedhelm (P2+) nicht, dass der nächste Kreistag erst am 2. Oktober tagen wird. Auch Kreistagsmitglied Lothar Koch (CDU) betonte: „Die Dringlichkeit ergibt sich aus der Sache.“ Die knapp zehn Kinder, die für das nächste Schuljahr angemeldet sind, wüssten nun nicht, wohin sie sonst sollen. „Ich bitte Sie herzlich, dass wir uns soweit basisdemokratisch finden, dass wir darüber reden“, sagte Koch.

„Die Verwirrung greift um sich“

Landrat Reuter reagierte mit Unverständnis. „Ich habe den Eindruck, die Verwirrung greift um sich. Lothar Koch vertrat gestern noch eine gegenteilige Meinung.“ Reuter verwies auf einen Kreistagsbeschluss, der besagt, dass keine neue 5. Klasse mehr zu bilden ist, wenn die Anmeldezahlen über mehrere Jahre zu niedrig liegen. Statt zehn oder acht Schüler (über die Anmeldezahlen gibt es unterschiedliche Angaben), müssen sich idealer Weise 26 bis 27 Kinder finden. Die für die Lindgren-Schule angemeldeten Schüler würden sehr wohl wissen, wo sie hin sollen: ein größerer Teil zur KGS nach Gieboldehausen, ein kleinerer Teil an die Sielmann-Realschule Duderstadt. „Es gibt keinen Anlass, heute irgendetwas zu entscheiden“, sagte Reuter.

Unterstützung erhielt er von Kreistagsmitglied Nadia Affani (SPD). Die Diskussion in Duderstadt sei weiter, als der Antrag der Fraktion P2+ es glauben machen wolle. Alle in Verantwortung stehenden Beteiligten, inklusive der Landesschulbehörde, würden sich demnächst an einen Tisch setzen. Mit welchem konkreten Ziel, sagte sie nicht.

„Ich habe mich an der Schule wohl gefühlt“

Die Fragestunde nutzten drei Frauen für einen leidenschaftlichen Appell zum Erhalt der Duderstädter Hauptschule. Zuerst übergab die 16-jährige Schülerin Hannah Taddiken eine Liste mit 170 Unterschriften, die sie und ihre Freundin gesammelt hatten. Die Unterzeichner sprechen sich für den Erhalt der Hauptschule aus. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt an der Schule. Vor allem hat mir gefallen, dass die Klassen klein sind und das Lernen so besser möglich ist“, sagte Hannah, die just an diesem Tag ihr Abschlusszeugnis bekommen hatte, ein erweiterter Realschulabschluss, Zensurendurchschnitt 1,5.

„Ja, es sind kleine Klassen. Aber mit gutem Ergebnis“, unterstrich Ilona Taddiken, sie ist die Mutter der Schülerin und zugleich Elternvertreterin der Schule. Sie führte weiter aus: „Ich bitte alle darum, sich Gedanken zu machen. Es gehen nicht alle auf das Gymnasium. Es gibt Schüler, die Hilfe brauchen.“

„Die Schüler landen sonst auf der Straße“

Mit der Frage, was eine gute Schule ausmache, die Anmeldezahlen oder die Ergebnisse, wandte sich schließlich Schulleiterin Franziska Stollberg an das Plenum. „Wir haben Schüler, die sogar von ihren Eltern fallen gelassen werden. Aber wir nehmen sie auf. Sie würden sonst auf der Straße landen.“ Stollberg bat die Kreistagsmitglieder darum, der Schule mit einem jetzt neuen Kollegium etwas Zeit zur Neuausrichtung zu geben.

Dass das Aus der Lindgren-Schule noch nicht besiegelt ist, hat der Vorsitzende des Kreistages, Harald Grahovac (SPD), aus den Worten des Landrates herausgehört. Darauf machte er abschließend aufmerksam.

Von Ulrich Meinhard

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