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Duderstadt Schüler erforschen im Grenzlandmuseum Eichsfeld Demokratie
Die Region Duderstadt Schüler erforschen im Grenzlandmuseum Eichsfeld Demokratie
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19:21 06.11.2017
Rund 100 Jugendliche haben an dem länderübergreifenden Projekttag teilgenommen. Quelle: Richter
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Erstmals haben sich rund 100 Jugendliche aus Thüringen und Niedersachsen zu einem länderübergreifenden Projekttag im Grenzlandmuseum Eichsfeld getroffen. Eingeladen hatten die beiden Kultusministerien der Länder. Ziel ist es, bei den Schülern demokratisches Handeln zu fördern.

Sechs Workshops mit Themen zur politischen Bildung standen den Neuntklässlern aus der Heinz-Sielmann-Realschule, der IGS Bovenden und den beiden Regelschulen Leinefelde und Heiligenstadt zur freien Auswahl. Vom Grenzlandmuseum boten Franziska Bömeke „Wege zur Freiheit: Die friedliche Revolution in der DDR“, Georg Baumert „Das europäische Grüne Band: Vom Eisernen Vorhang zur Lebenslinie“ und Patrick Hoffmann „Aktion Ungeziefer – Zwangsaussiedlungen aus dem Sperrgebiet der DDR“ als Workshop-Themen an.

Der zweite Projektpartner war der Verein Demokratisch Handeln aus Jena, der bundesweit aktiv ist. Von dieser Seite gab es die Themenauswahl „Aus der Geschichte lernen: Positive Demokratie-Erfahrung in Deutschland“ mit Stephan Schack, den Theater-Workshop „Abgrenzen, begrenzen, entgrenzen“ mit Maximilian Bubinger und „Demokratie ist mehr als wählen gehen“ mit Beispielen aus dem Förderprogramm Demokratisch Handeln unter der Leitung von Arila Feurich und Kristina Banz.

Doch bevor sich die Jugendlichen in sechs Gruppen aufteilten, um ihre Themen auf kreative Weise zu erarbeiten, stellten sich auf dem Podium in der Bildungsstätte des Museums fünf Persönlichkeiten vor, denen die Demokratie-Kompetenz junger Menschen besonders am Herzen lag. Unter der Moderation der Journalistin Blanka Weber aus Erfurt formulierten die Podiumsgäste ihre Wünsche und Hoffnungen bei der Umsetzung des ersten länderübergreifenden Projekttages im Grenzlandmuseum:

Horst Dornieden als Vorsitzender und Wolfgang Nolte als zweiter Vorsitzender des Grenzlandmuseums berichteten über die Anfänge der Bildungsstätte und des Museums am ehemaligen Grenzübergang zwischen Thüringen und Niedersachsen und stellten auch dar, dass es vor 27 Jahren noch nicht denkbar gewesen ist, Schüler aus beiden Bundesländern zu einem gemeinsamen Demokratie-Projekt an diesem Ort zusammenzubringen. Helmut Holter (Linke), thüringischer Bildungsminister, hoffte, dass die Jugendlichen beim Projekttag darin unterstützt würden, Verantwortung für die Geschichte des Landes zu übernehmen. „Jeder kann in seinem Umfeld seinen Beitrag zur Demokratie leisten“, sagte der Minister. Auch Claudia Schanz vom niedersächsischen Kultusministerium forderte die Schüler auf, niemanden auszugrenzen. „Ich hoffe, ihr könnt nach dem Projekttag die Themen an den Schulen weiterentwickeln in der Frage: Wie kann ich Verantwortung übernehmen“, appellierte Schanz an die Jugendlichen, weiter an der Demokratie-Bildung zu arbeiten.

Schülerprojekttag im Grenzlandmuseum Eichsfeld

Jan Hofmann, Vorsitzender vom Verein Demokratisch Handeln, bat die Schüler, auch Mauern und Grenzen zwischen den Menschen abzubauen und erhoffte sich vom Projekttag, dass jeder Teilnehmer Impulse zu Stärkung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten mitnehme. Einige historische Fakten zur ehemaligen innerdeutschen Grenze lieferte Mira Keune. Geschäftsführerin des Grenzlandmuseums. Und auch aus den Schülerreihen wurde Interesse am Thema deutlich. Manche hatten in der eigenen Familie von Fluchtgeschichten und DDR-Diktatur gehört, weil Eltern und Großeltern betroffen waren.

Zum Abschluss hat das Theater Nordhausen das Stück „Die Hundegrenze“, eine Bühnenfassung der gleichnamigen Spiegel-Reportage aus dem Jahr 1994 präsentiert. Weitere Projekttage sollen folgen. Auch das Fernsehen zeigte Interesse am länderübergreifenden Schülerprojekt. Das ZDF Thüringen sendet den Beitrag voraussichtlich am Donnerstag, 9. November, um 14 Uhr in der Sendung „Heute in Deutschland“.

Von Claudia Nachtwey

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