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Duderstadt „Ein Teil Heimat“ für Hans Georg Näder in Duderstadt
Die Region Duderstadt „Ein Teil Heimat“ für Hans Georg Näder in Duderstadt
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21:39 06.07.2018
Familie Schäfer genießt die Atmosphäre in der Heimatliebe-Lounge. Ottobock-Chef Hans Georg Näder hat mit dem Biergarten das Duderstädter Schützenfest um eine Attraktion erweitert Quelle: Foto: Richter
Duderstadt

Seit exakt 40 Jahren sei er Mitglied der Schützengesellschaft, erzählt der Ottobock-Chef. Er erinnere sich an viele besondere Ereignisse bei Schützenfesten, insbesondere an den Schützenstreich, wie zum Beispiel den Anreischke auf der Sulbergwarte, und an Poolpartys am Hindenburgring, aber auch an das Modern-Talking-Konzert.

Modern Talking im Festzelt

„Der Auftritt von Modern Talking war eine tolle Sache“, sagt der damalige Schützenhauptmann Friedrich Einecke. Er sei in Göttingen darauf angesprochen worden, dass es bestimmt nur eine Cover-Band sei, die auftrete. Aber tatsächlich standen Dieter Bohlen und Thomas Anders auf der Duderstädter Bühne. Auch das große Festzelt habe Näder gestellt, erklärte Einecke. Ein solches Fest sei ohne Näders Unterstützung nicht möglich gewesen.

Anreischke auf der Sulbergwarte

Auch an den Anreischke auf der Sulbergwarte kann sich Einecke noch erinnern. Der aus Kunststoff modellierte Anreischke sei aber nicht bei jedem auf Zustimmung gestoßen. „Die Meinungen gingen auseinander, denn dort stand ja bereits eine Skulptur eines Eichsfelder Künstlers.“ Aber die Streiche seien in den Köpfen der Bevölkerung hängengeblieben und der Anreischke ganz besonders.

Schützengaststätte „Zum Rinderstall“

Später habe der Anreischke nach Eineckes Angaben bei einem Wintervergnügen im Saal des Schützenhauses gestanden. Das Gebäude sei einst zum 600-jährigen Bestehen der Schützengesellschaft von der ehemaligen Duderstädter Brauerei Keseling errichtet worden. Auch an die Feiern im historischen Gebäude hat Näder Erinnerungen: „Viele, insbesondere zu später Stunde an die Sektbar.“ In diesem Jahr kaufte Näder das Gebäude und ließ es abreißen. Für das Schützenfest ließ er an der Stelle die Heimatliebe-Lounge aufbauen – einen Biergarten, für den eigens Eichen angeliefert wurden. Seine Pläne mit dem Areal gehen aber noch über das Schützenfest hinaus. „Erst mal wird der Anschluss zur Schießhalle und zum Ballhaus sauber angearbeitet – danach entsteht der historische Rinderstall beziehungsweise die Schützengaststätte ’Zum Rinderstall’“, antwortete er auf die Frage, wie es dort nach dem Schützenfest weitergehe.

Ballhaus zum fidelen Anreischken

In der angrenzenden ehemaligen Eichsfeldhalle, die Näder gemeinsam mit dem Schützenhaus erwarb, dürfen die Schützen in diesem Jahr ihren Kommers und das Bürgeressen ausrichten. Zur Zukunft des Gebäudes verriet Näder, „das Ballhaus zum fidelen Anreischken wird genau die Lücke zum HGN Cube füllen. Aber erst müssen noch einige Arbeiten folgen.“

Neue Front

Näder habe sich auch an den Baumaßnahmen der Schützen beteiligt, verriet Ehrenhauptmann Einecke. So wird, wie Näder bereits erklärte, auch nach dem Abriss des Schützenhauses der Schießstand der Schützen, der direkt an das historische Gebäude angrenzte, eine neue Front erhalten. Dabei können die Schützen ihre Ideen einbringen.

“Deutschlandweit ein einmaliger Edelstein“

Ein ganz besonderes Highlight in Duderstadt ist das Schützenmuseum im Westerturm-Ensemble. „Besser kann das Schützenwesen nicht erlebbar gemacht werden“, freute sich Einecke bei der Eröffnung über die Realität gewordene Vision. Die Bedeutung der Einrichtung gehe weit über die Region hinaus. Auch nach sieben Jahren sieht Näder sein finanzielles Engagement bei der Realisierung der Einrichtung bestätigt. Es sei „deutschlandweit ein einmaliger Edelstein wie auch die Schützenchronik“. Die Chronik ist ebenfalls ein Punkt, auf den Einecke aus Sicht der Schützen stolz verweist, und die durch das Engagement des Unternehmers verwirklicht werden konnte.

Max-Näder-Pokal

Die Bindung zu der Schützengesellschaft bekam Hans Georg Näder aber bereits in die Wiege gelegt. Auch sein Vater Max Näder habe viel für die Schützen getan, wie Einecke erzählt. So werde zum Beispiel immer noch der Max-Näder-Pokal ausgeschossen, den der Vater gestiftet hatte und der vom Sohn weitergeführt wurde.

Von Rüdiger Franke

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