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Duderstadt Hoffen auf Bäderbündelung an der Talwiese
Die Region Duderstadt Hoffen auf Bäderbündelung an der Talwiese
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00:19 26.11.2017
Duderstädter Freibad (Archivbild) Quelle: r
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Duderstadt

Duderstadt habe zwei Schwimmsportangebote mit dem Hallenbad auf der Klappe und dem Freibad an der Talwiese, beschreibt Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) den Ist-Zustand. In beiden seien „die allernötigsten Sanierungen“ vorgenommen worden. Der Aufsichtsrat der Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe (EWB) und der Rat der Stadt Duderstadt hätten in ihrer Willenerklärung deutlich gemacht, das Schwimmsportangebot weiter vorhalten zu wollen. „Jedes Kind soll schwimmen lernen“, sagt Nolte.

Notwendige Sanierungen

Im Freibad habe die Geschäftsführung der EWB die notwendigen Sanierungen vornehmen lassen, erklärt Nolte, „ohne dass Sorgen mit größeren Investitionssummen notwendig wurden“. Dafür seien zweimal 100 000 Euro geflossen. Ein drittes Mal werde die Summe in 2018/19 beschlossen. „Wir haben jetzt ein funktionsfähiges Freibad und Hallenbad“, sagt Nolte. Doch am Hallenbad seien intensive Sanierungsmöglichkeiten erforderlich. Dafür solle das Bundessonderförderungsprogramm zur Sanierung von Hallenbädern genutzt werden. Als Zukunftsvertragsstandort seien bis zu 90 Prozent Förderung möglich.

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Sanierung als Ausgangspunkt

Die Sanierung des Hallenbades sei der Ausgangspunkt der neuen Überlegungen, sagt Nolte. „Alle Beteiligten sind der Auffassung, dass eine Zusammenfassung der Bäder an einer Stelle optimal wäre.“ Zunächst sei geprüft worden, das Hallenbad an der jetzigen Stelle zu sanieren, aber – in Zusammenarbeit mit Ottobock-Chef Hans Georg Näder – auch die Frage, ob dort das Hallenbad und das Freibad unter Einbeziehung von Ottobockflächen zusammengefasst werden könnten. „Es wurde auch geprüft, das Hallenbad zum Freibad zu bringen“, berichtet Nolte. „Optimal wäre eine Bündelung des Schwimmsports an der Talwiese.“ Sollte es aber dafür keine Förderung geben, bliebe die Sanierung des Hallenbades auf der Klappe. Dort könnte es für ein Gesamtangebot allerdings sehr eng werden.

Förderanträge

Die bevorzugte Bündelung an der Talwiese werde nach Noltes Angaben „abgestimmt auf die anstehenden Planungen des Schindangerkreisels, der Feuerwehr und von Futuring Duderstadt“. Bis Ende des Jahres gelte es nun, die entsprechenden Förderanträge vorzulegen. Wenn der Rat am 7. Dezember den Beschluss fasse, würden die Anträge rausgehen. Allerdings fehlten in den vergangenen Wochen wegen der Regierungsneubildungen in Berlin und Hannover die Ansprechpartner. In Hannover sollen nun kurzfristig Gespräche geführt werden. Bisher habe das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn im Auftrag des Bundesministeriums den Antrag in besonderer Weise begleitet, erläutert der städtische Projektkoordinator Horst Bonitz. Jetzt sei das Forschungszentrum Jülich, das auch einen Sitz in Berlin habe, zuständig. „Dort stehen in Kürze intensive Gespräche an“, sagt Bonitz. Nach der endgültigen Bewilligung gehe die Zuständigkeit dann an das Finanzministerium in Hannover. Der Antrag laufe zunächst für die endgültige Sanierung des Hallenbades im Altbestand, erläutert Nolte. „Wir wollen aber erreichen, dass eine Bewilligung auch für die Bündelung am Standort sowie für die Kompaktlösung an der Talwiese gilt.“

Neun bis zehn Millionen Euro für Kompaktlösung

Die Kosten für die reine Sanierung am Standort würden sich auf 6,7 Millionen Euro belaufen, berichtet EWB-Geschäftsführer Markus Kuhlmann. Da das Förderprogramm ein Programm für Kommunen sei, gelte nun entgegen früherer Angaben die Bruttosumme. Bei einer Bündelung an der Talwiese müsste mit neun bis zehn Millionen Euro brutto als Investitionssumme gerechnet werden. Die Kosten könnten sich sogar noch ändern, da der Boom beim Spezialbau von Bädern zu einer Überauslastung der Firmen geführt habe. Je nach Variante sei beim Antrag auch die Kalkulation des Neubaus zwingend mit anzugeben, damit der Bund entscheiden könne, ob ein Neubau wirtschaftlicher sei als eine Sanierung. „Welche Variante es wird, wird aber erst entschieden, wenn die Förderbewilligung steht“, sagt Kuhlmann. Es gebe noch keine vergleichbaren Anträge, ergänzt Bonitz. Ein Ergebnis, ob die Förderung übernommen werden könne, werde aber in den kommenden Tagen erwartet.

Betriebskosten würden sich verdoppeln

Die Betriebskosten von derzeit 400 000 bis 500 000 Euro würden sich bei einer Bündelung an der Talwiese verdoppeln, vermutet der EWB-Geschäftsführer. Die größere Schwimmfläche, das geplante Therapiebecken und die modernere Technik würden nicht durch die energetischen Einsparungen von Wärme, Wasser und Luft ausgeglichen. Die EWB prüfe deshalb derzeit in Absprache mit dem Finanzamt das steuerlich beste Ergebnis zu finden. „Wir versuchen auch, größtmögliche Synergien mit der bestehenden Technik zu schaffen“, sagt Kuhlmann. Die Variante an der Talwiese sei die betriebswirtschaftlich sinnvollste und auch die zukunftsfähigste, bekräftigt der Geschäftsführer. Derzeit würde die EWB noch an künftigen Nutzungskonzepten arbeiten, um die Halle auszulasten. „Die Bürger könnten uns dabei unterstützen“, sagt Schwimmmeister Uwe Tuma, „wenn sie das Angebot intensiver nutzen.“

Von Rüdiger Franke

23.11.2017
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