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Duderstadt Sechs neue Linden für die Duderstädter Marktstraße
Die Region Duderstadt Sechs neue Linden für die Duderstädter Marktstraße
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11:13 03.04.2019
Mitarbeiter des Bauhofs pflanzen sechs Kaiserlinden. Quelle: ne
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Duderstadt

Wann immer Bäume weichen müssen, reagieren die Menschen in Duderstadt – wie andernorts auch – immer emotional. „Musste das denn sein?“, „So krank sahen sie doch gar nicht aus.“, „Warum hat man nicht erst jeden zweiten entfernt“, äußerten Duderstädter in den vergangenen Wochen sinngemäß immer wieder. Ende Februar waren sechs Linden an der Marktstraße entfernt worden. Seit Mittwoch ist das Baumbild in der Innenstadt wieder ein geschlossenes. Sechs Kaiserlinden sind gepflanzt worden.

Es handele sich um gesunde, kräftige Exemplare mit starken Ballen, erklärt Markus Sommerfeld, der die Arbeiten mit den Kollegen Frank Ehrhart, Jürgen Koch und Enrico Gatzemeier ausführt. Die Linden seien aus einer schleswig-holsteinischen Baumschule nach Duderstadt gebracht worden und hätten bereits eine Stärke von 30 bis 35 Zentimetern und eine Höhe von rund viereinhalb Metern. „Das sind schon schöne Bäume.“

Mitarbeiter des Bauhofes pflanzen Ersatz für die im Februar entfernten Bäume in Duderstadt.

Mit fest verpacktem Wurzelwerk transportieren die Männer die Linden auf die Marktstraße. In den dafür vorgesehenen Pflasteraussparungen heben sie Löcher aus, reichern die Erde mit einem Bodenverbesserer an und nehmen Maß – und das ist manchmal gar nicht so einfach. Schließlich sollen die Linden nicht nur standfest in die Erde gebracht werden, sondern den Flaneuren auch ihre Schokoladenseite zeigen und in einer Flucht stehen. „Und es sind immer noch Bäume“, sagt Sommerfeld lachend, als eine der Linden auf den Millimeter genau auf dem ausgemessenen Fleck steht und doch irgendwie schief aussieht. Schließlich gelingt es den Bauhof-Mitarbeitern aber doch, die schwere Pflanze zu platzieren.

Ersatzbepflanzung für alte und kranke Bäume

Während der Arbeiten bleiben immer wieder Passanten stehen, Anwohner machen sogar Fotos. „Wir waren wirklich traurig, als die alten Bäume verschwunden waren“, sagt eine Frau im Vorübergehen. Tatsächlich hatte sich die Stadtverwaltung die Entscheidung nicht leicht gemacht. Bauhofleiter Frank Widera hatte zum Zeitpunkt des Entfernens der alten Linden gesagt, bereits 2012 hatte der Ortsrat den Beschluss gefasst, der Ende 2018 erneut bestätigt worden war, als Mitglieder des Baumausschusses gemeinsam mit Naturschützern eine Vor-Ort-Begehung unternommen hatten.

Dabei hatte sich bestätigt: Die Kronen könnten bei Feuerwehreinsätzen eine Behinderung darstellen, wenn die Feuerwehr die Drehleiter zum Einsatz bringen muss. Auch seien die Linden mehr als in die Jahre gekommen gewesen, so Widera: Sehr kleine Blätter und sehr kurze Triebe hätten sich im vergangenen Sommer gezeigt, dafür ein starker Fruchtansatz. Dies sei ein Zeichen dafür, dass ein Baum alt und schließlich abgängig werde. In Innenstädten vollziehe sich der Alterungsprozess schneller als in natürlichen Lebensräumen.

Kaiserlinde

Kaiserlinden wurden früher zu besonderen Anlässen gepflanzt. In Duderstadt zieren sie die Marktstraße. Vielerorts wurden sie wegen ihrer weit ausladenden Äste und großen Blätter als Schattenspender und Regenschutz im Dorfmittelpunkt gepflanzt, wie auf Wikipedia zu lesen ist. Früher wurde unter Gerichtslinden Gericht gehalten, in manchen Orten gab es den „Tanz unter den Linden“. Symbolisch stehen Linden also für soziale Treffpunkte.

Nachdem die sechs Linden zwischen Löwengasse und der Börsengasse nun ersetzt sind, ist der obere Bereich der Marktstraße an der Reihe, allerdings nach Angaben des Bauhofes voraussichtlich erst 2020. Denn auch die Linden im Bereich zwischen Börsengasse und Jüdenstraße sind in schlechtem Zustand. “ Der würde aber frühestens im Frühjahr 2020 begonnen.

Ein Video von der Baumpflanzung am Mittwoch sehen Sie hier

Von Nadine Eckermann

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