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Duderstadt Sechs KZ-Überlebende aus Minsk in Duderstadt
Die Region Duderstadt Sechs KZ-Überlebende aus Minsk in Duderstadt
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19:00 23.08.2019
Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte begrüßt KZ-Überlebende aus Weißrussland. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Sechs ehemalige KZ-Häftlinge hat Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) im historischen Rathaus begrüßt. Die Senioren im Alter von 78 bis 85 haben in ihrer Kindheit das Vernichtungslager Osaritschi in Weißrussland überlebt.

Weltoffen und tolerant

„Ich freue mich, dass das Maximilian-Kolbe-Werk wieder eine Einladung ausgesprochen hat und diese wieder mit einem Besuch in Duderstadt verbunden hat“, sagte Nolte. Er hieß die Gäste herzlich willkommen „für alle Bürger der Stadt, weil wir wissen, welch schweres Schicksal sin in ihrer Kindheit erlebt haben“. Auch wenn die späteren Generationen nicht für die Geschehnisse verantwortlich waren, wolle man doch alles tun, damit sich so etwas nicht wiederhole. „Wir sind für ein weltoffenes und tolerantes Duderstadt und sind gegen jede Form von Extremismus von rechts und von links.“

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte begrüßt sechs KZ-Überlebende aus Weißrussland. Quelle: Rüdiger Franke

Emotionale Bedeutung

„Wir vom Maximilian-Kolbe-Werk bedanken uns, dass sie solche Begegnungen möglich machen“, erklärte Herbert Meinl, der die Überlebenden begleitete und seit 25 Jahren ehrenamtlich für das Werk im Einsatz ist. „Sie können sich nicht vorstellen, welche emotionale Bedeutung das für unsere Besucher hat.“

Gute Gedanken

Nolte erläuterte den Gästen, dass bis 1989 eine Grenze in der Nähe von Duderstadt das Eichsfeld geteilt habe, erzählte von der Erinnerungskultur, die im Grenzlandmuseum Eichsfeld und an weiteren Stellen der Stadt betrieben werde. Doch sollten die Gäste auch „ein bisschen schöne Landschaft und gute Gedanken im Eichsfeld tanken“.

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte begrüßt sechs KZ-Überlebende aus Weißrussland. Quelle: Rüdiger Franke

Leichtes Gespräch

Über das Erlebte aus dem Lager wollten die Senioren nicht reden. „Das haben wir in verschiedenen Schulen bereits ausreichend getan“, sagte Valiantsina Shysla. „Es ist gerade ein schönes leichtes Gespräch.“ Stattdessen schwärmte sie von ihrer Heimatstadt Minsk. „Das ist zwar nicht mehr unsere Stadt von früher“, sagte sie, „aber sie ist neu und wunderschön.“

Aufbau aus Ruinen

„Die Faschisten haben unsere Stadt ermordet“, sagte die 83-Jährige. Gerade einmal vier Gebäude seien geblieben. „Wir waren so verletzt. Aber wir haben unsere Stadt aus Ruinen wieder aufgebaut. Wir Kinder haben an der Arbeit teilgenommen.“ Um die Stadt herum gebe es Seen und Wälder, schöner als in Russland. „Wenn wir nach Deutschland kommen, dann bewundern und genießen wir, was wir sehen“, so die Sprecherin der Gruppe, „und gleichzeitig vergleichen wir alles mit unserer Stadt.“

Von Rüdiger Franke

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