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Duderstadt See wird auf Ehec untersucht
Die Region Duderstadt See wird auf Ehec untersucht
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17:37 01.07.2011
Von Kuno Mahnkopf
Badefreuden im Freibad Seeburger See: Schon seit Jahren hat es keine Beeinträchtigungen der Wasserqualität mehr gegeben.
Badefreuden im Freibad Seeburger See: Schon seit Jahren hat es keine Beeinträchtigungen der Wasserqualität mehr gegeben. Quelle: Tietzek
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Seeburg

Über die turnusmäßige Prüfung durch das Gesundheitsamt hinaus hat die Gemeinde als Betreiber des Freibades über das Umweltamt des Landkreises eine spezifische Untersuchung auf den Ehec-Virus in Auftrag gegeben. Vorgeschrieben ist das nicht. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen“, sagt Finke, nachdem in einem Bachlauf in Hessen der Ehec-Erreger nachgewiesen wurde. Das Ergebnis der Ehec-Untersuchung steht noch aus, ein positiver Befund ist eher unwahrscheinlich.

Von der geringen Gesamtanzahl des Darmbakteriums Escherichia coli, die im See nachgewiesen wurde, wurden auf Nährsubstrat Subkulturen angelegt. Falls dabei der seltene Subtyp A des Coli-Bakteriums anwachsen sollte, könnte es sich dabei um Ehec-Erreger handeln. Das soll durch eine sich anschließende genetische Analyse ermittelt werden. Selbst wenn Ehec-Erreger im See nachgewiesen werden sollten, könnte es sich nach Einschätzung der Fachbehörde nur um eine sehr geringe Anzahl handeln.

Keine Beanstandungen hat die jüngste Routineuntersuchung des Gesundheitsamter für Stadt und Landkreis Göttingen ergeben, die in der Badesaison alle drei Wochen durchgeführt wird. Bei den Coli-Keimen, von denen der Ehec-Virus eine besondere Variante ist, gebe es keine auffälligen Befunde, bestätigt der stellvertretende Amtsleiter Eckart Mayr eine gute Wasserqualität: „Wir kommen nicht mal in Nähe der Grenzwerte.“ Grundsätzlich nicht auszuschließen sei eine Algenblüte bei einer langen Hitzeperiode im Spätsommer.

Obwohl vereinzelt immer wieder einmal verendete Fische an den Saum des Sees gespült werden, sieht auch Angelsportverein-Vorsitzender Timo Freckmann „alles im grünen Bereich“. Auch der Sauerstoffgehalt im See sei ausreichend.
Vor einigen Jahren sah das noch anders aus. Im September 2005 verhängte das Gesundheitsamt wegen Blaualgenteppichen ein Badeverbot.

Ein Jahr später gab es neben einem Muschelsterben ein Aalsterben, das durch einen Herpes-Virus ausgelöst wurde. Freckmann rechnet damit, dass es nach dem Neubesatz jetzt noch drei bis vier Jahre dauert, bis der alte Aalbestand wieder erreicht sei.