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Duderstadt Seeburg: Gemeinde will Campingplatz abgeben
Die Region Duderstadt Seeburg: Gemeinde will Campingplatz abgeben
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21:29 26.09.2013
Von Kuno Mahnkopf
Ist seit 18 Jahren jeweils von März bis Oktober regelmäßiger Gast auf dem Seeburger Campingplatz: Marga Masendorf aus Osterode. Quelle: Thiele
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Seeburg

Seit 14 Jahren betreut Hiltraud Goldmann für die Gemeinde den Campingplatz, unterstützt von ihrem Mann Ulrich. Aus Alters- und Gesundheitsgründen wollen sie jetzt jedoch aufhören, die Gemeinde will die Gelegenheit für einen Neuanfang nutzen.

„Ein Campingplatz ist eigentlich keine kommunale Aufgabe, Gemeindeverwaltung und Bauhof sollen entlastet werden“, begründet Seeburgs Bürgermeister Harald Finke (CDU) die neue Marschrichtung: „Wir haben jetzt die Möglichkeit für eine professionelle Neuausrichtung, beispielsweise mit elektronischem Unterkunftsverzeichnis und anderen Innovationen.“

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Ob der Campingplatz verkauft oder verpachtet werde, komme auf die Interessenten und ihre Konzeptionen an. „Verkaufen kann man nur einmal“, sagt Finke und räumt ein, dass die Gemeinde Einfluss auf das Camping-Geschehen verliere, betont aber auch: „Wir wollen uns nicht unbedingt vom Campingplatz trennen, ihn aber auf eigene Beine stellen.“

Keine offiziellen Bewerbungen

Die neuen Betreiber sollten sich darauf einrichten, einige Monate im Jahr kein Wochenende zu haben, Motivation, Ideen und handwerkliches Geschick mitbringen, sagt Finke, der die Einrichtung als wichtigen Baustein zur Fremdenverkehrsförderung betrachtet.

Erste Anfragen habe es bereits gegeben, aber noch keine offiziellen Bewerbungen. Die Nutzung des Platzes sei planungsrechtlich festgelegt, Preisgestaltung und Betrieb sollten dem Pächter respektive Eigentümer überlassen werden.

Bislang ist der Campingplatz wie Freibad und Mehrzweckhalle ein gemeindeeigener Betrieb gewerblicher Art. Und das spielt auch im neuen kommunalen Haushaltsrecht eine Rolle.

Bis heute treu geblieben

Einen Campingplatz unterhält die Gemeinde Seeburg bereits seit 1962 – damals noch auf der Wiese am Naturfreibad Seeburger See. Der erste Campingplatz war eine reine Zeltwiese, Wohnmobile gab es anfangs noch nicht.

1986 und in den Folgejahren wurde dann mit öffentlichen Zuschüssen zwischen Seeufer und Ortslage das heutige Freizeitgelände geschaffen – von Umkleidekabinen für das Freibad über den Minigolfplatz bis zum Erlebnisspielplatz.

Auch der jetzige Campingplatz wurde in dieser Zeit angelegt und 1988 von den ersten Campern in Beschlag genommen. Einige sind dem Platz bis heute treu geblieben, wie Dauercamper Edgar Wissel oder die Familie Küsell. Ursprünglich war eine Kombination mit der ebenfalls gemeindeeigenen Gaststätte Seeblick angedacht, das ist dann aber auseinandergedriftet.

Als empfehlenswert ausgezeichnet

Der Campingplatz verfügt laut Auskunft Finkes auf 27 000 Quadratmetern Fläche über rund 60 Dauerplätze und 95 Durchgangsplätze. Wartelisten gebe es zwar nicht mehr, die Dauerplätze seien aber weitgehend belegt, die Zahl der Durchgangscamper seit Jahren stabil.

Unter dem Campern sind viele Stammgäste, darunter Holländer, Ruhrpott-Bewohner und Berliner. Auch Skandinavier machen hier Station auf dem Weg in den Süden. Die behindertengerechte Campinganlage in Nähe zum See bietet auch ein Koch- und Waschstudio und wurde vom ADAC mehrfach als empfehlenswert ausgezeichnet.

Die Gemeinde habe mit dem Campingplatz, der nur von Anfang Januar bis Anfang März Winterpause einlegt, immer einen kleinen Überschuss gemacht, sagt Finke.

Die Gemeinde sucht auch für den Kiosk am Naturfreibad nach wie vor einen neuen Pächter ab kommender Saison, bestätigt der Bürgermeister. Die langjährige Pächterin wolle den Kioskbetrieb aus gesundheitlichen Gründen nicht fortführen.