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Duderstadt Bundestreffen in Duderstadt
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19:59 01.03.2019
Teilnehmer des Selbsthilfegruppen-Treffens in Duderstadt. Quelle: Foto: Caspar
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Duderstadt

Zum Erfahrungsaustausch treffen sich am Wochenende 70 junge Menschen aus ganz Deutschland im Jugendgästehaus in Duderstadt. Sie engagieren sich in Selbsthilfegruppen für Gleichaltrige. „Junge Menschen wünschen sich Gruppen, wo sie unter sich sich“, sagt Veranstalterin Ruth Pons von Nakos, der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen in Belin. „In Gruppen für Alkoholiker sitzen oft nur alte Herrschaften, die zwar viele Erfahrungen haben, aber auf meine Fragen oft keine Antworten wissen“, ergänzt Sebastian Mohr aus Leipzig.

Krankheiten sind oft schambesetzt

„Die Hemmschwelle, eine Selbsthilfgruppe zu besuchen, ist ohnehin hoch“, weiß Stephan Fischer aus Dresden, der aufgrund eines Hirntumors frühverrentet worden ist. Viele Krankheiten, insbesondere psychische, seien schambesetzt, berichtet Pons von der Koordinierungsstelle. Wer etwa unter einer Depressionen oder einer Zwangserkrankungen leide, versuche nicht aufzufallen. Teilweise zögerten Betroffene ihren ersten Besuch in einer Selbsthilfegruppe monatelang heraus oder gingen gar nicht.

„Bei Treffen sitzen die Neuen oft stumm dar und wollen erstmal nur zuhören“, erzählt Inken Kanbach aus Göttingen. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, das Eis zu brechen, berichtet Melanie Meisenberg aus Eschweiler bei Aachen. Der Gruppenleiter könne Karten mit Landschaftsildern auslegen. Jeder nehme ein Bild und sage, warum er es ausgewählt habe. Man könne die Teilnehmer über ihr Hobby sprechen oder sie die Lügengeschichte vortragen lassen, mit der sie gegenüber anderen ihre Probleme verschleierten. Auch eine Entspannungsübung zum Auftakt helfe.

Posttraumatische Belastungsstörung

„Wer sich einmal geöffnet hat, will seine Gruppe nicht mehr missen“, betont Nina Luchow, die unter anderem unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Sie betrachte die Gruppe als ihre „Lebensversicherung“, weil sie sich sonst schon lange etwas angetan hätte. Von einer „Tankstelle für die Seele“ spricht Fischer.

Chronische Darmerkrankung

„In der Gruppe schaut einen niemand komisch an, wenn man zum Beispiel plötzlich aufsteht und den Raum verlässt“, sagt die Göttingerin Kanbach, die unter einer chronischen Darmerkrankung leidet und häufiger auf Toilette muss. Teilnehmer blühten auf. Sie würden gemeinsam etwas unternehmen, wandern gehen, ein Eis essen oder die Kirmes besuchen. Freundschaften entständen.

Kein langes Warten auf einen freien Therapieplatz

„Ein großer Vorteil von Selbsthilfegruppen ist, dass man nicht monatelang auf einen Therapieplatz warten muss“, sagt Luchow. Zudem koste die Teilnahme außer einem Zuschuss für die Raumnutzung nichts.

Krankenkassen unterstützen Selbsthilfegruppen

„Ärzte verteilen oft unsere Flyer an ihre Patienten“, freut sich Fischer aus Dresden. Mediziner könnten eine Krankheit behandeln, wüssten aber nicht, mit welchen Alltagsproblemen ihre Patienten konfrontiert seien und wie sie sich lösen ließen. „Die Krankenkassen unterstützen die Arbeit von Selbsthilfegrupppen finanziell“, sagt Pons. Dazu habe sie der Gesetzgeber verpflichtet. Die AOK sponsere etwa das Bundestreffen in Duderstadt. Die Knappschaft unterstütze einen Blog, für den 15 Betroffene seit vergangenem November schrieben.

Von Michael Caspar

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