Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Seniorenkreis Desingerode alarmiert: Das Dorf braucht Bauplätze
Die Region Duderstadt Seniorenkreis Desingerode alarmiert: Das Dorf braucht Bauplätze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 31.05.2019
Bauplätze sollen ausgewiesen, der Kindergarten soll erhalten bleiben: Ortsansicht von Desingerode. Quelle: Hinzmann
Anzeige
Desingerode

Die Zahlen seien nicht ermutigend, teilte Seniorenobfrau Rosemarie Kellner mit. „Für uns in Desingerode ist es wichtig, dass unser Kindergarten erhalten bleibt und wir endlich einige Bauplätze erhalten, damit unser Dorf Zukunft hat“, sagte sie in der Runde, nachdem der Gast des Treffens, Tiftlingerodes Ortsbürgermeister Gerd Goebel, den demografischen Wandel in der Stadt Duderstadt „mit vielen Zahlen“ dargestellt hatte.

Nach dessen Worten habe die Einheitsgemeinde Duderstadt von den 90er-Jahren bis 2019 „knapp 3 000 Menschen verloren“, so Kellner. Heute wohnten in der Kommune noch 20 600 Menschen. Nun „müsse die Stadt um ihren Status einer selbstständigen Stadt bangen“. Bis 2030 könnten „nach einer wissenschaftlich untermauerten Prognose nur noch 18 000 Personen im Raum Duderstadt leben“.

Anzeige

Positiv: Zuzug zahlreicher Familien aus dem Obereichsfeld

Positiv sei, dass „zahlreiche Familien“ aus den neuen Bundesländern, vor allem aus dem Obereichsfeld, nach Duderstadt gezogen seien, habe Goebel erläutert. Er habe auch das „vielseitige Engagement von Ottobock betont. Als einen der Gründe für den drastischen Rückgang der Bevölkerung habe Goebel den Wegzug von „jährlich weit über 100 hoch qualifizierten junge Menschen nach dem Abitur oder der Berufsausbildung“ genannt – „ein Aderlass, der nicht zu verkraften“ sei, teilte Kellner mit.

Goebel habe sich dafür eingesetzt, das Thema „demografischer Wandel und dessen Folgen für Duderstadt auf die Tagesordnung zu setzen“. Durch die Ausweisung von bedarfsgerechten Bauplätzen, Verbesserung der Infrastruktur in den Dörfern, des öffentlichen Nahverkehrs und der sozialen Daseinsfürsorge könne der Wandel etwas gemildert werden.

Von Stefan Kirchhoff