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Duderstadt Shire Horses: „Sanfte Riesen“ auf der Seulinger Warte
Die Region Duderstadt Shire Horses: „Sanfte Riesen“ auf der Seulinger Warte
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19:41 24.07.2011
Erstes Seulinger Shire Horse: Primrose mit Fohlen und Rink (Mitte).
Erstes Seulinger Shire Horse: Primrose mit Fohlen und Rink (Mitte). Quelle: Pförtner
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Hier beurteilen die beiden englischen Preisrichter das Exterieur, also den Körperbau, das Wesen und die Gangarten der Shire Horses, deren Besitzer Anfahrten von bis zu 500 Kilometern in Kauf nahmen. Der Seulinger Christian Rink ist vor drei Jahren auf die großen Kaltblüter gestoßen, als seine Schwester für ihr Pferd ein Beistellpferd suchte. Die Familie fand die Shire-Stute Primrose, und nach wenigen Monaten gewann die gebürtige Engländerin auf der Zuchtschau in Haltern am See den ersten Platz. Die Rinks sind auf den Geschmack gekommen und haben 2010 die erste Zuchtschau in Seulingen veranstaltet, die vom Deutschen Shire Horse Verein (DSHV) gefördert wird. „Die Züchter kommen aus ganz Deutschland und aus Belgien. Am Vorabend der Show treffen wir uns mit allen am Stammtisch, um Neuigkeiten auszutauschen und die Geselligkeit zu fördern. Im letzten Jahr waren wir 20 Leute, in diesem Jahr schon 60“, beschreibt Rink das steigende Interesse.

Auch Stefanie Wehmeyer aus Hörden war im letzten Jahr das erste Mal als Zuschauerin dabei. In diesem Jahr ist sie mit Pferdeanhänger gekommen, worin sie ihren Shire-Wallach Stuntney Nelson mitgebracht hat. „Nach der Show musste ich mir mein eigenes Shire Horse kaufen“, sagt sie lachend. Der dreijährige Wallach lässt sich in Ruhe die Mähne mit kleinen Fähnchen (Pats) ganz im Sinne der britischen Tradition verzieren. „Die Pats sollen die Halslinie der Pferde hervorheben. Beim Einflechten spielen die Abstände eine Rolle, um die richtige Wirkung zu erzielen“, klärt Thomas Michael Rappers, der Christian Rink auch bei der Moderation der Show unterstützt.

So erfährt der Zuschauer einiges über die Riesen, beispielsweise, dass das größte Shire Horse in Australien mit einer Widerristhöhe von 2,06 Metern gemessen wurde, und dass das durchschnittliche Gewicht dieser Rasse bei 850 Kilogramm liegt. Wenn soviel Masse losrennt, heißt es „laufenlassen“. Das rief auch Rappers ins Mikro, als der Wallach Fairytale‘s Wiking sich vom Halfter gerissen hatte und Reißaus nahm. Dabei blieb er anderen Lebewesen gegenüber dennoch rücksichtsvoll: Ein Berner Sennenhund wusste nicht wohin und duckte sich nur, als das Pferd über ihn sprang. Nichts passiert.

Insgesamt 22 Meldungen von Stuten, Fohlen, Hengsten und Wallachen waren eingegangen.Dass Shire Horses sich nicht nur vorm Wagen gut machen, sondern auch reitbar sind, zeigte das Showprogramm, das die zweite Seulinger Landeszuchtschau abrundete.

Von Claudia Nachtwey