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Duderstadt „Sielmann-Junior-Filmpreis“ für Lena Saenger
Die Region Duderstadt „Sielmann-Junior-Filmpreis“ für Lena Saenger
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18:21 20.09.2011
Nahaufnahmen in Omas Garten in Westerode: Lena fängt mit ihrer Kamera die Natur in ihrer Umgebung ein. Quelle: Hellmold
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„Ich hätte nie gedacht, dass mein Film so gut bewertet werden würde“, sagt die Westeröderin überrascht.

Gefilmt hat sie in ihrer nächsten Umgebung, in Omas üppigem Obstgarten, im Weizenfeld hinter dem Haus, am Westeröder Angelteich, aber auch in ihrem Urlaub in Mexiko. Bilder von Palmen wechseln sich ab mit heimischen Hummeln, „aber ich wollte zwischen den unterschiedlichen Eindrücken eine Verbindung schaffen, indem ich immer Sequenzen meiner eigenen Füße einfließen ließ – der Natur auf der Spur eben“, sagt die Schülerin. So laufen Lenas Turnschuhe als Leitmotiv des Films durch das hohe Gras oder auf kahlen Steinen entlang, im Hintergrund die Musik von Bruno Mars. Das gefiel auch der Jury, die fand, dass Lena besonders ein junges Publikum erreichen würde: „Der Film überzeugte durch seine Herangehensweise und die frische Musik, die dramaturgisch sehr gut auf den Film abgestimmt war“, erklärte Susanne Eich von der Heinz-Sielmann-Stiftung als Jurymitglied bei der Preisverleihung in Eckernförde.

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Zum ersten Mal konnten sich in diesem Jahr Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre um den „Sielmann-Junior-Filmpreis“ bewerben. 22 Einsendungen waren eingegangen, davon wurden sieben nominiert und im Rahmen des Internationalen Naturfilmfestivals „Green Screen“ in Eckernförde präsentiert. „Meine Mutter rief mich in der Schule an und sagte, dass ich nach Eckernförde fahren würde. Ich konnte es kaum glauben“, sagt Lena. Ihre Mutter Sabine Saenger gab auch den Anstoß für die Bewerbung: „Ich habe die Meldung im Tageblatt gelesen und Lena gezeigt“, erzählt sie lachend. Dass sich ihre Tochter fürs Filmen interessierte, wusste sie. „Den ersten Eindruck hatte ich in einer Film-Projektwoche am Eichsfeld-Gymnasium. Eine Rolle wollte ich nicht, lieber hinter der Kamera stehen“, schildert Lena ihre ersten Erfahrungen, die über Urlaubsfilme mit der Familie hinausgingen.

Vom Filmen begeistert, hatte sie sich für ein Praktikum in der Göttinger Filmschmiede beworben und dort ihre Kenntnisse vertieft. Also entschloss sie sich, in den nur wenigen Wochen bis zum Einsendeschluss einen Naturfilm selbst zu drehen, zu schneiden und mit Musik zu hinterlegen. „Ich wollte mich nicht mit einem einzelnen Tier beschäftigen, sondern verschiedene Eindrücke aus der Natur zusammenstellen“, beschreibt sie ihren Plan – der nun mit einer Urkunde und der Teilnahme an einem Filmcamp ausgezeichnet wurde. Glückwünsche gab es in Eckernförde auch von Inge Sielmann, die nach dem Tod ihres Mannes, des Naturfilmers Heinz Sielmann, den Naturfilmpreis gestiftet hatte. Der richtete sich zunächst an professionelle Filmer und sollte die Sensibilität für Arten- und Naturschutz fördern. In diesem Jahr wurde der Heinz-Sielmann-Filmpreis um den Junior-Preis erweitert, um die Bedeutung des Naturfilms auch bei der jungen Generation zu stärken.

Das Filmen wird Lena wohl auch weiterhin beschäftigen. „Ich habe schon vor dem Preis gedacht, dass ich das beruflich machen werde, vielleicht als Mediengestalter, aber am liebsten selbstständig“, schildert Lena ihre Zukunftspläne.

Von Claudia Nachtwey