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Duderstadt Sielmann-Stiftung in Duderstadt sucht „Gartentier des Jahres“
Die Region Duderstadt Sielmann-Stiftung in Duderstadt sucht „Gartentier des Jahres“
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14:03 18.04.2020
Das Taubenschwänzchen (ein Nachtfalter) zählt zu den Kandidaten der Sielmann-Abstimmung. Quelle: Petrischak
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Duderstadt

Das Wetter spielt mit: Der Beginn der Gartensaison scheint einem Katapultstart gleich. Natur- und Tierfreunde können mit der Heinz-Sielmann-Stiftung jetzt mal eine unterhaltsame Pause bei der Pflege ihres Hobbys einlegen – und abstimmen; und gewinnen. Die Stiftung sucht das Gartentier des Jahres.

Gärtnern liege im Trend, so Christoph Neumann, Pressesprecher der Heinz-Sielmann-Stiftung. Er hofft auf rege Beteiligung. Wer mitmacht, hat die angenehme Qual der Wahl. Sechs Kandidaten stehen zur Auswahl. Teilnehmer können bis zum 1. Juni online für ihren Favoriten abstimmen und attraktive Preise gewinnen.

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Unter allen Teilnehmern werden „attraktive Preise“ verlost

Die Abstimmung ist auf www.sielmann-stiftung.de/gartentier möglich. Unter allen Teilnehmenden verlost die Stiftung „attraktive Preise“, verspricht Neumann. Darunter seien handsignierte Bücher des Ornithologen Prof. Peter Berthold, handsignierte DVDs „Kinder der Sonne“ des renommierten Naturfilmers Jan Haft, praktische Wildbienennisthilfen für den Garten und informative Lektüre rund um das Thema Garten. Der Contest ende am 1. Juni – einen Tag danach soll das Ergebnis der Wahl zum Gartentier des Jahres verkündet werden.

Die Stiftung wolle mit dieser Wahl „auf den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt“ hinweisen und für naturnahe Gärten werben, so Neumann. „Jeder Gartenbesitzer kann etwas für den Erhalt der biologischen Vielfalt tun. Naturnahe Gärten bedeuten auch Klima- und Ressourcenschutz.“, sagt Biologin Nora Künkler von der Heinz-Sielmann-Stiftung.

Igel brauchen Unterschlupf im Garten. Quelle: Donat

Sextett steht zur Wahl – Igel geht als Erster ins Rennen

Die sechs Kandidaten seien „häufige Gäste in unseren Gärten“, so Neumann. Der Verlust naturnaher Strukturen durch „falsch verstandenen Ordnungssinn, den Einsatz chemischer Dünger oder die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Insektenvernichtungsmitteln“ machten den Tieren jedoch das Leben schwer.

Zum Beispiel brauche der Braunbrustigel Versteckmöglichkeiten zwischen Laub und Reisighaufen. Doch gebe es immer weniger unordentliche Ecken in Gärten, in denen die Tiere einen Unterschlupf für den Tag oder sogar ein Winterquartier fänden.

Mauerbiene und Rotschschwanz: Platz zum Nisten gefragt

Auch die Gehörnte Mauerbiene finde immer seltener Platz für ihre Niströhren. Diese lege sie gern in Mauerritzen oder Lehmputzwänden an. Modern sanierte Gebäudefassaden böten der Frühlingsbotin dagegen keine Nistgelegenheit.

Von der naturnahen Gestaltung in Gärten und an Häusern profitiere zum Beispiel der Gartenrotschwanz, „der die Zugehörigkeit zu unseren Städten und Dörfern bereits im Namen trägt“, so Neumann. Der spatzengroße Singvogel benötige Aussichtspunkte, Hohlräume zum Brüten und ein reichhaltiges Insektenangebot zur Aufzucht der Jungvögel.

Die Gehörnte Mauerbiene legt ihre Niströhren in Mauerritzen oder Lehmputzwänden an. Quelle: Petrischak

Auch Frosch und Taubenschwänzchen kandidieren

An naturnahen Gartenteichen komme der Kleine Teichfrosch vor, so Neumann. Seine Kaulquappen würden sich gern zwischen dicht wachsenden Wasserpflanzen verstecken. Auch dieser Frosch suche Schutz zwischen der Ufervegetation.

„Ein kurioser Gast an blühenden Gartenpflanzen“ sei das Taubenschwänzchen. „Wie ein kleiner Kolibri schwirrt der tagaktive Nachtfalter von Blüte zu Blüte und saugt mit seinem langen Rüssel Nektar“, so Neumann. Der wärmeliebende Schmetterling profitiere vom Klimawandel und erobere „immer weiter nördlich“ neue Lebensräume.

Schnirkelschnecke: Ist die Langsamste am Ende vorn?

Eine eher stille, dennoch hübsche Gartenbewohnerin sei die Garten-Schnirkelschnecke. „Schnecken eilt unter Gartenfreunden ein schlechter Ruf voraus“, sagt Neumann. Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Nacktschnecken, interessiere sich „Schnirkel“ jedoch nicht für Salat und Gemüse. Sie bevorzuge „tote Pflanzenteile, Moos und Algen“ und trage so zum natürlichen Verwertungskreislauf bei.

Hier stimmen Sie für Ihr Lieblingstier ab.

Stiftungsprojekte ermöglichen „Natur­erlebnis in vielen Facetten“

Die Heinz-Sielmann-Stiftung vergibt seit 2010 die Auszeichnung zum Gartentier des Jahres. Im vergangenen Jahr gewann die Blaugrüne Mosaikjungfer, eine Großlibelle, die Wahl –„stellvertretend für viele Bewohner naturnaher Gartenteiche“, teilt die Stiftung auf ihrer Homepage mit.

Namensgeber der Stiftung ist „Naturfilm-Pionier“ Heinz Sielmann (1917 geboren, 2006 gestorben). Er hatte die Stiftung 1994 gegründet – ihr Sitz ist auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt. Sie sorge mit ihren Projekten dafür, „dass Menschen die Natur erleben können. Beson­ders Kindern und Jugend­lichen wird das Natur­erlebnis in vielen Facetten ermöglicht, damit sie früh den Wert der Natur schätzen lernen“, heißt es auf der Homepage. Aktuell seien die Besucher­zentren aufgrund der Pandemie „vorerst bis einschließlich 3. Mai“ geschlossen. Die geplanten Veran­staltungen in den Natur-Erlebniszentren und Natur­land­schaften seien bis Ende Mai abgesagt worden.

Von Stefan Kirchhoff

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