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Duderstadt Sorge um 20 Streuner-Katzen in Esplingerode: Verein will helfen
Die Region Duderstadt Sorge um 20 Streuner-Katzen in Esplingerode: Verein will helfen
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09:15 19.01.2020
Streunende Katzen sind ein Problem. Quelle: dpa
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Duderstadt

Schnellstmöglich helfen möchte der Verein „Göttinger Katzenschutz“ in Esplingerode. Dort wurden auf einem Hof mehr als 20 streunende Katzen entdeckt. „Ein Tierarzt in Seeburg hat uns verständigt. Bei dem hatte die Besitzerin des Hofes angerufen“, berichtet Burkhard Brücher, Vorsitzender des Vereins.

Er zögerte nicht lange, fuhr Mitte der Woche zusammen mit einem Vereinsmitglied ins Eichsfeld und versuchte, die Lage vor Ort einzuschätzen. „Wir haben gar nicht so viele Katzen gesehen, aber zwei gleich eingefangen“, erzählt Brücher. Anschließend ging es mit ihnen gleich zum Tierarzt. Der zuerst angenommene Tumor bei einem der Tiere stellte sich glücklicherweise lediglich als Nabelbruch heraus, der professionell versorgt wurde.

Wildkameras aufgestellt

„Wir haben Wildkameras in Esplingerode aufgestellt, um uns einen Überblick zu verschaffen“, berichtet Brücher. Die Problematik dabei ist nur, dass es sich bei den Katzen nicht ausschließlich um streunende Tiere handelt, sondern auch Privatkatzen darunter seien, wie der Vorsitzende erläutert. „Das macht es nicht einfacher.“ Den Zustand der Katzen, die er vorgefunden hat, stuft er als „mittelprächtig“ ein. „Das Problem an der Stelle ist, dass wir jetzt möglichst schnell reagieren müssen, denn die Katzen sind in einem Alter, in dem sie sich anfangen zu vermehren.“

Um die Katzen einzufangen, werden sich die Vereinsmitglieder, die noch auf Unterstützung aus dem Duderstädter Raum hoffen, regelrecht „auf die Lauer legen“. Anschließend wartet dann ein Check beim Tierarzt auf die Fellnasen. „Wenn sie dann einmal in Narkose liegen, dann machen wir alles gleich mit“, berichtet Brücher. Eine kostspielige Angelegenheit, bei der der Göttinger Katzenschutz, der seit zwei Jahren besteht und schon 50 Mitglieder hat, auch auf Hilfe von Außen angewiesen ist.

Pflegestellen dringend gesucht

Auf 3000 Euro werden die Kosten bei der großen Anzahl Katzen geschätzt. Eine Summe und auch personeller Aufwand, der nicht allein bewältigt werden kann. Aus diesem Grund suchen die Verantwortlichen Privatpersonen und Unternehmen, die bereit sind, für die Kastration und Kennzeichnung sowie die Behandlung der Katzen zu spenden.

Dringend gesucht werden auch Pflegestellen, die die Tiere bei sich aufnehmen. Dabei geht es um Katzen, bei denen davon ausgegangen wird, dass sie sich noch an ein Zusammenleben mit Menschen gewöhnen können. Großer Bedarf herrscht auch an Tierarztpraxen in und um Duderstadt, die die Katzen zu Tierschutzpreisen behandeln. Normalerweise kooperiert der Göttinger Katzenschutz mit einer Tierarztpraxis in Göttingen. Um den Tieren aber lange Autofahrten zu ersparen, suchen die Verantwortlichen nach Unterstützung in der Eichsfelder Region.

Vierbeiner, bei denen davon auszugehen ist, dass sie sich nicht mehr an Menschen gewöhnen werden, werden nach erfolgter Kastration und Behandlung wieder an ihren Fundort zurückgebracht. Um die Tiere dann aber auch dort versorgt zu wissen, suchen die Göttinger Tier- und Katzenfreunde, die bereit sind, sie vor Ort zu füttern und zu beobachten.

Rechtliche Handhabe fehlt

„Genau um solche Dinge zu vermeiden, arbeiten wir händeringend an Katzenschutzverordnungen für alle Gemeinden im Landkreis“, verdeutlicht Brücher. Die Stadt Göttingen ist in diesem Punkt weiter. Für das Stadtgebiet ist eine „Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen“ durch Veröffentlichung im Amtsblatt am 28. Februar 2018 rechtskräftig geworden. Seither sind Katzenhalter verpflichtet, ihre Tiere ab einem Alter von fünf Monaten kastrieren zu lassen, sofern diese Zugang ins Freie haben.

Wer eine streunende Katze. die Hilfe benötigt, sieht oder findet kann sich per Mail an den goettinger-katzenschutz@web.de wenden. Wer spenden möchte, kann das hier tun.

Krank, unterernährt und verletzt

Frei lebende Katzen leben meist ohne direkten Kontakt zum Menschen. Häufig sind sie die Nachkommen von nicht kastrierten Hauskatzen oder auch ausgesetzten Tieren. Dazu kommt, dass sie sehr scheu sind und sich nicht mehr an den Menschen gewöhnen werden. Die meisten streunenden Katzen sind außerdem krank, unterernährt und verletzt. Als domestizierte Haustiere sind Katzen nicht mehr in der Lage, sich und ihre Nachkommen vollständig zu versorgen. Die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierschutzvereine betreuen daher frei lebende Katzen an kontrollierten Futterstellen.

Dadurch besteht für die Tierschutzvereine die Möglichkeit, Anzahl und Gesundheitszustand der Tiere zu überprüfen. Bei Impfungs- und Kastrationsaktionen werden die Tiere eingefangen, medizinisch versorgt, geimpft, unter Narkose kastriert und anschließend in ihrem angestammten Revier wieder freigelassen. Dadurch wird verhindert, dass sich die Katzen nicht mehr weiter vermehren.

Von Vicki Schwarze

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