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Duderstadt Spatenstich für 45,8-Millionen-Euro-Projekt
Die Region Duderstadt Spatenstich für 45,8-Millionen-Euro-Projekt
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16:23 30.10.2019
Mit dem symbolischen Spatenstich durch die Verantwortlichen beginnen die Arbeiten für das Großprojekt. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Das Duderstädter Krankenhaus St. Martini rüstet sich für die Zukunft. Am Mittwoch ist der symbolische Spatenstich für die Erweiterung und die Neukonzeption erfolgt. „Ich bin sicher, dass wir hier langfristig eine Perspektive haben“, betonte Geschäftsführer Markus Kohlstedde mit Blick auf die anstehenden Baumaßnahmen. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 45,8 Millionen Euro.

Der schriftliche Förderbescheid des Landes über zunächst sieben der beantragten 20 Millionen Euro ging am 27. September ein, dem 80. Geburtstag des langjährigen CDU-Landtagsabgeordneten Lothar Koch. Der freute sich über diese „Fügung“ ganz besonders. Koch und der langjährige Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) hatten sich in der Vergangenheit stets für die Belange des Duderstädter Krankenhauses eingesetzt. Ohne den Einsatz der „politischen Matadoren“, so der Ärztliche Direktor von St. Martini, Udo Iseke, wäre der Termin für den Spatenstich nicht möglich gewesen.

Dank wurde aber auch dem Elisabeth-Vinzenz-Verbund zuteil. So habe sich der Orden für den Standort Duderstadt entschieden und für die Neuausrichtung des Krankenhauses stark gemacht, betonte Nolte. Das liege an der „exzellenten Arbeit“ und der guten „wirtschaftlichen Führung“ des Hauses. Und so könne sich St. Martini Duderstadt gegen den Landestrend behaupten. „Es gab etliche Schließungen von Krankenhäusern in ländlichen Regionen in Mittelzentren vergleichbar mit Duderstadt“, sagte Nolte.

Der Spatenstich sei ein „denkwürdiger und zukunftsorientierter“ Tag. „Wir freuen uns, dass wir daran mitarbeiten durften“, sagte der Duderstädter Bürgermeister an seinem vorletzten Tag im Amt auch im Namen Kochs. Koch ergänzte, dass das Krankenhaus St. Martini Duderstadt „auf einem guten Weg“ sei.

Haus zukunftsfähig machen

Letztmals sei vor 29 Jahren am Krankenhaus St. Martini ein Spaten in den Boden gekommen, erinnerte Kohlstedde. Vor fünf Jahren sei zusammen mit dem Land überlegt worden, wie das Haus zukunftsfähig aufgestellt werden könne, um überhaupt eine Chance zu haben. Die Frage sei gewesen, wie das Krankenhaus strukturiert werden müsse, um den heutigen Bedürfnissen gerecht zu werden.

St. Martini sei ein Haus aus ganz unterschiedlichen Bauzeiten, es sei immer mal wieder erweitert worden, fasste Tobias Swaton zusammen. Er ist als externer Projektleiter für die baulichen Bereiche des Projekts verantwortlich. Es seien Gebäudestrukturen entstanden, die für ein modernes Krankenhaus nicht optimal seien. Ziel der jetzt beginnenden Neukonzeption sei es unter anderem, die bestehenden Stationen neu zu strukturieren, um sie funktionsfähiger und damit die Pflegeabläufe effektiver zu machen. Bisher seien die sechs Stationen im Haus verteilt. Das soll sich ändern, um dem Personal unnötige Wege zu ersparen.

Zentralisieren und Wege verkürzen

Weiteres Ziel der Baumaßnahme sei es, die Funktionsbereiche des Krankenhauses zu zentralisieren und zu kompensieren. Die Bereiche Notaufnahme und Funktionsdiagnostik sollen künftig im Erdgeschoss zusammengelegt werden, „weil auch immer mehr ambulante Patienten versorgt würden. „Damit müssen die Patienten nicht mehr quer durchs Haus laufen“, ergänzte Kohlstedde.

Von einem „historischen Datum“ sprach Iseke. „Es ist mehr als ein Erweiterungsbau. Im Prinzip bauen wir das Krankenhaus neu“, sagte er mit Blick auf die bevorstehenden Bauabschnitte, die Neukonzeption von Pflege und Fachdisziplinen im ersten sowie den zweiten Abschnitt unter anderem mit neuem Zentral-Op mit Sterilisation und Aufwachbereich, umfassen. Er bezeichnete es als eine „Wahnsinnsaufgabe“, das Haus auf einen modernen Stand zu bringen. Die jetzt beginnenden Arbeiten würden auch dazu beitragen, die medizinische Versorgung im ländlichen Bereich zukunftsfähig zu machen. Für den ersten Bauabschnitt habe das Land 20 Millionen Euro bewilligt, der Antrag auf Bewilligung von weiteren 16 Millionen Euro für den zweiten Bauabschnitt – den neuen OP-Trakt – sei gestellt, so Kohlstedde. Er betonte, dass St. Martini 9,8 Millionen Euro an Eigenmitteln finanziere.

St.-Martini-Krankenhaus

Als „Spetal vor dem Westerthore“ wurde das heutige St.-Martini-Krankenhaus 1347 erstmals urkundlich erwähnt. Seit mehr als 650 Jahren bietet das Duderstädter Krankenhaus den Eichsfeldern eine medizinische und pflegerische Versorgung. Mit rund 450 Mitarbeitern zählt das Haus zu den größten Arbeitgebern in der Stadt. Seit 1976 gibt es eine Gesundheits- und Krankenpflegeschule, seit 1993 im Verbund mit dem St.-Elisabeth-Krankenhaus in Salzgitter. Das Krankenhaus St. Martini versorgt jährlich mehr als 7000 stationäre und rund 14000 ambulante Patienten. Es gibt die Fachabteilungen Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie, Geriatrie mit Frührehabilation, Allgemein- und Visceralchirurgie mit Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie mit einem zertifizierten Endoprothetik-Zentrum, Frauenheilkunde sowie Anästhesie und Intensivmedizin. Die Geburtshilfliche Abteilung war aus wirtschaftlichen Gründen Mitte 2017 geschlossen worden. Derzeit verfügt die Einrichtung über 140 Planbetten, eine Aufstockung der Bettenzahl auf 155 ist jetzt aufgrund der guten Auslastung beim Land beantragt worden.

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Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/9499712.

Von Britta Eichner-Ramm

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