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Duderstadt Ampel auf Grün: Spatenstich für Inklusiven Campus in Duderstadt erfolgt
Die Region Duderstadt Ampel auf Grün: Spatenstich für Inklusiven Campus in Duderstadt erfolgt
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21:01 16.08.2019
Kinder der Kindertagesstätten St. Klaus und St. Raphael simulierten die Bauarbeiten am Inklusiven Campus. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Die Umbauarbeiten am ehemaligen Gebäude Pestalozzi-Schule beginnen am Montag, 19. August. Am Freitag wurde der symbolische Spatenstich für den Inklusiven Campus vorgenommen.

„Endlich geht es los“, sagte Architekt Thomas Naumann, Geschäftsführer der Hildesheimer Gesellschaft Bernward Immobilien. Damit sprach er den mehr als 100 Gästen beim symbolischen Spatenstich aus der Seele, denn der Baustart des Projektes hatte recht lange auf sich warten lassen.

Vision einer geeinten Welt

Bereits am 24. Juli 2014 sei bei einem Besuch beim niedersächsischen Staatssekretär Peter Bräth die Ampel auf Gelb gestellt worden, erinnerte Propst Bernd Galluschke an die Anfänge. Der Propst erklärte, das Projekt sei Bestandteil der Vision einer geeinten Welt, in der nicht mehr über Inklusion geredet werden müsse. In der Folge des Besuches in Hannover habe er seine Rolle aber hauptsächlich als Visionsretter gesehen. Zahlreiche Leute hätten das Projekt kritisiert.

Bilder vom Spatenstich:

Die Umbauarbeiten für den Inklusiven Campus in Duderstadt beginnen. Am Freitag ist neben dem ehemaligen Gebäude der Pestalozzischule der symbolische Spatenstich erfolgt.

Neugier auf Projekt

„Dass ich mich aus Hannover auf den Weg hierher gemacht habe, hat auch mit meiner Neugier zu tun“, sagte der niedersächsische Umwelt-Staatssekretär Frank Doods. Er habe schon im vergangenen Jahr, als er den Bescheid überbracht habe, einen sehr guten Eindruck vom Projekt gehabt. Er lobte die Idee, die damit verfolgt werde. „Man muss allen Akteuren dankbar sein, dass sie den Mut und die Kraft hatten, so ein Projekt umzusetzen.“

Zwei Wurzeln

Das Projekt habe sich an zwei Wurzeln genährt, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Nolte. Zum einen sei immer die Frage gewesen, ob die Caritas auch am zukünftigen Verkehrsknotenpunkt am Euzenberg mit ihrer Tagesstätte St. Raphael bleiben würde. Darüber hinaus hätte der Kindergarten St. Klaus intensiv saniert und umgebaut werden müssen. Das Projekt habe eine Atem raubende Entwicklung genommen, die zum Dank auffordert. Schon der Letter of Intent sei etwas Außergewöhnliches gewesen. „Das spricht für die Entwicklung eines Segensortes.“

Kinder der Kindertagesstätten St. Klaus und St. Raphael begleiteten die Veranstaltung. Quelle: Rüdiger Franke

Förderliche Umgebung

Kreisrat Marcel Riethig sprach davon, dass es wichtig sei, allen Kindern ein gesundes Aufwachsen in einer förderlichen Umgebung zu ermöglichen. Deshalb fördere der Landkreis das Projekt mit einer Gesamtinvestition von 4,2 Millionen Euro mit 300.000 Euro für die Kindertagesstätte. Hinzu kämen jährlich 60.000 Euro für die Einrichtung des Familienzentrums. Hinzu sei der Verkauf des Gebäudes gekommen, was sich im Kreistag nicht einfach dargestellt habe. Er forderte die Landesregierung auf, sich nachhaltig für Inklusion einzusetzen.

„Das muss funktionieren“

Professorin Eva-Maria Neher, Vorstandsvorsitzende XLAB-Stiftung und Projektpatin, sagte, dass das Thema Inklusion seit einigen Jahren immer wieder in der Diskussion sei. Und selbst aus Schulen seien immer wieder Reaktionen zu hören, dass es nicht funktionieren könne. „Das muss funktionieren“, sagte sie. „Dafür müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen.“ Das Duderstädter Projekt möge ein Beispiel sein für weitere zukünftige Nachmacher.

„Kinder machen es einfach“

Als zweiter Projektpate sagte Ottobock-Geschäftsführer Ralf Stuch, dass Kinder in dem Punkt Inklusion bereits ein großes Stück weiter seien als Erwachsene. „Wir reden immer über Inklusion“, sagte er. „Kinder machen es einfach.“

Der Spatenstich Quelle: Rüdiger Franke

Gut für die Region

Caritas-Vorstandssprecher Ralf Regenhardt fasste es zusammen: „Inklusion ist dann wahr geworden, wenn niemand mehr darüber redet.“ Der Inklusive Campus sei keine Einzel- sondern eine Teamleistung. Damit sei man ebenfalls einen Schritt weiter „und das ist gut für Duderstadt und die Region“.

174 Plätze zur Betreuung von Kindern

Im ehemaligen Gebäude der Pestalozzi-Schule, dem Zentrum des Inklusiven Campus, werden 174 Betreuungsplätze für Kinder geschaffen. lnsgesamt stehen auf dem 8000 Quadratmeter großen Grundstück etwa 3000 Quadratmeter Grundfläche zur Verfügung. 100 Kinder können den Kindertagesstättenbereich nutzen, erklärte Architekt Thomas Naumann von der Hildesheimer Gesellschaft Bernward Immobilien. 30 Kinder finden in der Krippe Platz. 24 Plätze sind für den heilpädagogischen Bereich gedacht und weitere 20 für den Hort. Während des Spatenstichs hat Caritas-Vorstandssprecher Ralf Regenhardt auch bereits „die Next Generation“, also das zukünftige Leitungsteam vorgestellt. Moritz Heller wird für den heilpädagogischen Bereich zuständig sein. Isabel Lubojanski wird sich um das Familienzentrum kümmern. Heike Jagemann übernimmt die Frühförderung und Dagmar Wüstefeld wird den Kindertagesstättenbereich leiten. Ab 2020 soll die Kindertagesstätte ihren Betrieb aufnehmen, erläuterte der Architekt.

Von Rüdiger Franke

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