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Duderstadt Inklusiver Campus: Bald geht’s los
Die Region Duderstadt Inklusiver Campus: Bald geht’s los
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19:04 07.08.2019
Caritas-Vorstandssprecher Ralf Regenhardt freut sich, dass in Kürze am ehemaligen Standort der Pestalozzi-Schule die Umbauarbeiten für den Inklusiven Campus beginnen - hier mit Marie-Theres Waning-Ernst (r.) von der Tagesstätte St. Raphael, Dagmar Wüstefeld (2.v.l.) vom Kindergarten St. Klaus und Isabel Lubojanski (l.), Koordinatorin beim Familienzentrum, auf dem ehemaligen Schulhof. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Einige Jahre hat es von der ersten Idee bis zum bevorstehenden symbolischen Spatenstich gedauert. Am 16. August ist es nun soweit. Dann beginnen die Bauarbeiten für das Caritas-Projekt Inklusiver Campus.

Die Idee für das „Leuchtturmprojekt in Duderstadt und der Region“ hat indes mehrere Väter. Es konnte nur in Kooperation unter anderem mit der Stadt Duderstadt und der Unterstützung des Landes Niedersachsen, des Landkreises Göttingen, der Katholischen Kirchengemeinde St. Cyriakus und dem Konvent der Ursulinen auf den Weg gebracht werden, wie Ralf Regenhardt, Vorstand des Caritas-Verbands Südniedersachsen, betont.

Projekt mit Pilotcharakter

Inklusion ist dann umgesetzt, wenn niemand mehr darüber redet!“, heißt es in der Einladung zum Spatenstich für den Inklusiven Campus am 16. August. Dazu soll das Vorhaben beitragen. Das Duderstädter Projekt – von der Idee bis zur Umsetzung – gilt als landes- und bistumweit einmalig und habe Pilotcharakter.

Ralf Regenhardt mit Marie-Theres Waning-Ernst (r.), Dagmar Wüstefeld (l.) und Isabel Lubojanski (2.v.l.) im ehemaligen Physikraum. Quelle: Eichner-Ramm

Angesetzt wird bei dem Konzept bei den Kleinsten. Das Herz des Inklusiven Campus’ wird am früheren Standort der Pestalozzi-Schule schlagen. Dort sollen verschiedene frühkindliche Bildungsangebote gebündelt werden. In dem Gebäudekomplex auf dem Gelände zwischen Neutor und Kardinal-Kopp-Straße sollen eine Krippe, eine Kita, eine heilpädagogische Kita, eine Hortgruppe und ein Familienzentrum Platz finden. Hinzu kommen das Familienzentrum, niederschwellige Beratungsangeboten für Kinder und Familien sowie das Regionale Zentrum für Inklusion (RZI), das als Teil der Landesschulbehörde im August 2018 in Duderstadt eingerichtet wurde.

St. Klaus und St. Raphael unter einem Dach

Die beiden Betreuungseinrichtungen St. Klaus und St. Raphael werden unter dem Dach des Inklusiven Campus an einem Standort zusammengeführt. Das Betreuungsangebot ab Sommer 2020 umfasse dann rund 170 Plätze, so Regenhardt: 100 Plätze im Regelkindergarten in vier Gruppen, 24 Plätze im heilpädagogischen Kindergarten, 30 Krippen- und 20 Hortplätze sowie zwei Plätze für die Frühförderung.

Regenhardt am Übergang vom künftigen Kindergarten-Bereich zum Bereich Frühförderung. Quelle: Eichner-Ramm

Voraussetzung für die jetzt beginnenden Umbauarbeiten war zum einen der Kauf der Immobilie des früheren Schulgebäudes am Neutor durch die Caritas im Frühjahr 2019 vom Landkreis Göttingen, zum anderen, dass die Ursulinen das Grundstück in Erbbaupacht zur Verfügung gestellt haben, erläutert der Duderstädter Caritas-Vorstandssprecher. Zehn Monate Bauzeit sind veranschlagt, wie Architekt Thomas Naumann, Geschäftsführer des Hildesheimer Gesellschaft Bernward Immobilien, im Mai ankündigte.

Nach Umbau 2766 Quadratmeter Nutzfläche

In umfangreichen Prüfungen habe sich herausgestellt, dass der Umbau des dreiteiligen Gebäudekomplexes günstiger als ein Neubau sei, sagt Regenhardt und schreibt den Bestandsgebäuden einen gewissen Charme zu. Insgesamt stehen etwa 2766 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Auf den Hort entfallen davon 135 Quadratmeter, das Familienzentrum und RZI bekommen 427 Quadratmeter und der Bereich Frühförderung erhält gut 95 Quadratmeter.

Im Umkreis von 100 Metern vom Inklusiven Campus gibt es eine Bündelung zahlreicher Bildungsangebote mit verschiedenen Schulen und auch dem Haus St. Georg mit der Familienbildungsstätte, Kindertagesstätte, Krippe und Hort Quelle:  

Die Bestandsimmobilien barrierefrei zu verbinden, werde ein Schwerpunkt der anstehenden Bauarbeiten sein. Im ehemaligen Schulgebäude im Osten des Geländes werden Kindertagesstätte mit zwei Krippengruppen sowie vier Regelgruppen und vier heilpädagogischen Gruppen untergebracht. Jeweils eine Regel- und eine heilpädagogische Gruppe nutzen gemeinsam einen Begegnungsraum, erklärt Regenhardt. Darüber hinaus entsteht an Stelle der bisherigen Treppenhäuser zusätzlicher Platz für Bewegung und Begegnung. Die Barrierefreiheit werde im östlichen Gebäudeteil durch den Anbau eines Treppenhauses samt Fahrstuhl erreicht.

„Niederschwelliges Inklusionscafé“

Ein Treppenlift und eine Rutsche sollen an der Verbindungstreppe zum mittleren Gebäudeteil entstehen. Dieser beherberge künftig den Bereich der Frühförderung. Auch soll die frühere Mensa der Pestalozzi-Schule zu einem „niederschwelligen Inklusionscafé“ umfunktioniert werden, kündigt Regenhardt weiter an. Hauptzugang auch für den Altbau soll von Norden her erfolgen. Eine Rampe sowie ein Fahrstuhl sollen künftig auch den Altbau barrierefrei erreichbar machen, wo Verwaltung im Erdgeschoss, Hort im ersten sowie RZI im zweiten Obergeschoss zu finden sein werden.

Caritas-Vorstandssprecher Ralf Regenhardt freut sich, dass in Kürze am ehemaligen Standort der Pestalozzi-Schule die Umbauarbeiten für den Inklusiven Campus beginnen. Quelle: Eichner-Ramm

Nicht nur innerhalb der Gebäude werde sich baulich einiges tun, sondern auch im Außengelände. Der frühere Schulhof soll mehr Grün bekommen und für Hort- und Krippenkinder gestaltet werden. Inwieweit die vorhandenen Spielgeräte weiter genutzt werden können, so Regenhardt, stehe noch nicht fest. Für den Kindergartenbereich soll die etwa 2100 Quadratmeter große Rasenfläche im Osten hergerichtet werden.

Inhaltliches und pädagogisches Konzept

Unterdessen haben die Verantwortlichen auch am inhaltlichen und pädagogischen Konzept für den Inklusiven Campus gefeilt. Im Mittelpunkt stehe dabei das Ziel, „allen Menschen mit und ohne Behinderung, unabhängig ihrer Herkunft und Religion sowie unabhängig von ihrer sozialen Lebenslage Chancen zu ermöglichen, gleichberechtigt zu leben, voneinander zu lernen, miteinander zu wachsen und am gesellschaftlichen Leben selbstverständlich teilzunehmen“.

Name für das künftige „Haus der Inklusion“ gesucht

Ab August 2020 soll das „Haus der Inklusion“ mit Leben erfüllt werden. Der Begriff „Inklusiver Campus Duderstadt“ sei jedoch lediglich Programm und Arbeitstitel, nicht aber der künftige Name des Hauses, betonen die Verantwortlichen. Zurzeit werde ein Name gesucht. „Dieser soll Vielfalt und Inklusion symbolisieren, etwas mit Duderstadt und Kirchengeschichte zu tun haben und für die Kinder ,greifbar’ sein“, sagt der Vorstandssprecher des Caritasverbands Südniedersachsen, Ralf Regenhardt. Wer eine Idee für einen Namen des Gebäudes hat, ist aufgerufen, die Namensfindung für das „Inklusionsvorhaben“ zu unterstützen. Vorschläge mit einer kurzen Begründung können per Mail an info@caritas-suedniedersachsen.de geschickt werden.

Mehr zum Thema:

Inklusiver Campus – Baustart im August, ein Thema des Tages im Tageblatt (11.5.2019)

1,66 Mio Euro für Duderstadts Inklusiven Campus, Tageblatt-Bericht über die Aufnahme in das Förderprogramm des Landes (21.9.2018)

Marie-Theres Waning-Ernst, Leiterin der Tagesstätte St. Raphael, spricht über das Projekt Inklusiver Campus beim Klosterfrühstück (30.8.2018)

Schüler und Lehrer der Pestalozzi-Schule sind umgezogen (14.8.2018)

Caritas kauft Pestalozzi-Schule von Landkreis Göttingen (1.3.2018)

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de, Telefon 05527/9499712 oder über Facebook.

Von Britta Eichner-Ramm

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