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Duderstadt Stadt denkt über Rückkauf nach
Die Region Duderstadt Stadt denkt über Rückkauf nach
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19:29 05.08.2012
Von Anne Eckermann
Noch im Rohbau: Im Saal des Schützenhauses hat Jünemann bislang die Empore freigelegt, Parkett verlegt sowie Lüftung und Elektrik erneuert. Quelle: Blank
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Duderstadt

Größter Brocken bei der Modernisierung des Hauses samt Saal waren und sind die Brandschutzauflagen.

„Aus diesem Grund konnte der Saal nicht mehr genutzt werden. Bis 2006 habe ich noch Ausnahmegenehmigungen für einige Veranstaltungen bekommen, danach war Schluss“, berichtet Jünemann, der auch von seinen Bemühungen erzählt, einen neuen Pächter für das Traditionshaus zu finden: „Es waren verschiedene Interessenten da, doch die Verhandlungen verliefen ergebnislos. Die Pacht für Gaststätte und Saal sind hoch, das schreckt ab.“

Viel Geld und Arbeit haben Christoph Jünemann und seine Frau Anja in das Gasthaus investiert, bislang ohne nennenswerten Erfolg. „In aller Härte wurde immer auf die Umsetzung der Brandschutzauflagen gepocht. Auch wenn ich alles fertig gemacht hätte, wäre nicht sicher, ob ich nach der großen Abnahme überhaupt eine Genehmigung bekommen würde. Jetzt muss eine Entscheidung getroffen werden, zumal ich auch gesundheitlich nicht mehr in der Lage bin, das Projekt weiterzuführen“, so Jünemann, der eine Gesellschaft von mehreren Eigentümern favorisieren würde.

Damit könne die Last auf mehrere Schultern verteilt werden, Interessenten gäbe es bereits.

Sollte es zum Rückkauf durch die Stadt kommen, fordert Jünemann einen Wertausgleich für die geleistete Arbeit seit der Übernahme. „Ich habe die alten Fremdenzimmer zu Büroräumen ausgebaut, im Saal wurden die Empore freigelegt sowie Lüftung und Elektrik erneuert“. Rund 200 000 Euro, schätzt der Sanierer, müssten noch in den Umbau des Saals investiert werden, 70 000 Euro für die Modernisierung der Gaststätte

. „Eine Möglichkeit wäre, erst einmal die Gaststätte zum Laufen zu bringen und den Saal später fertig zu machen. Das Haus hat soviel Potenzial, das lohnt sich“, regt der 48-Jährige an, und: „Ich stehe voll hinter Bürgermeister Wolfgang Nolte, wenn der sagt, dass wir das Schützenhaus so schnell wie möglich zum Laufen bringen müssen“.

Einen Rückkauf des Hauses durch die Stadt schließt Justiziarin Annelore von Hof auf Tageblatt-Anfrage nicht aus. In jedem Fall werde der reale Wert der bislang geleisteten Arbeiten vorher durch einen Fachmann ermittelt. Wer im Falle des Rückkaufs das Schützenhaus betreiben soll, sei noch völlig unklar. Für eine Übergangszeit käme unter Umständen auch die Stadt selber infrage.