Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Planungen zur Entwicklung des Duderstädter Südwestens
Die Region Duderstadt Planungen zur Entwicklung des Duderstädter Südwestens
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 10.06.2019
Nora Buhl von der Planungsgruppe Puche erläutert eines der beiden Strukturkonzepte. Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

Der Südwesten sei wichtiger Ankerpunkt der Stadtentwicklung, erklärte die Planerin von der Northeimer Planungsgruppe Puche. Der Stadtteil umfasse den Bereich zwischen den Straßen Am Euzenberg, Industriestraße, Wolfsgärten, Schützenring und Worbiser Straße. Zum einen sei es ein Industriestandort und damit Arbeitsstandort in der Stadt gewesen. Auch heute sei es ein gewerblich genutzter Standort durch den Landhandel und verschiedene Einzelhandel. „Das einzige Wohngebiet besteht an der Worbiser Straße“, so Buhl. Die übrigen Wohnnutzungen seien in Mischgebieten angesiedelt wie die ehemalige Werksansiedlung der Ziegelei. Im Bereich bestehe aber auch eine dichte Folge an Gemeinschaftseinrichtungen wie das Mehrgenerationenhaus, das Freibad und die Feuerwehr. „Darüber hinaus gibt es einen hohen Anteil an freiräumlichen Flächen“, sagte Buhl. Dazu zählten die Talwiese, die Hahle und Biotope in den Tonabbaugruben.

Planerin Nora Buhl erläutert die Konzepte:

Zwänge und Potenziale

Aus den gesammelten Aspekten, welche die Planer in einer Bestandsaufnahme zusammentrugen, „ergeben sich gewisse Zwänge wie die vorhandene Wohnnutzung“, erklärte Buhl. So stellte sich die Frage, ob man weiter eine Mischnutzung entwickeln könne. Auch der Verlauf der geplanten Ortsumgehung wirke sich aus, ebenso wie die Ausgleichsflächen und das Landschaftsschutzgebiet. „Es ergeben sich aber auch Potenziale, unter anderem die Freiräume, die einen schönen Schwung durch das Gebiet machen.“ Buhl nannte die Gewässer Hahle, Muse und Tonteiche.

Strukturkonzepte

Die erarbeiteten Strukturkonzepte würden zunächst eine grobe Planung darstellen. „Das eine soll das Prinzip der Inseln aufgreifen, das andere das der Bänder“, erzählte die Planerin. Beim Inselkonzept solle es im Westen einen grünen Auftakt geben für eine Radwegeverbindung entlang der Hahle bis Gerblingerode. Dabei solle auch ein sogenannter Entfesselungsraum für die Hahle geschaffen werden, sodass Überschwemmungen nicht so extrem verlaufen. Angesetzt sei auch eine touristische Weiterentwicklung durch Wohnmobilstellplätze im Bereich Freibad sowie Gastronomie im Ballhaus und Schützenhaus. Die Freiflächen böten auch Potenzial für die Landesgartenschau 2029, für sich die Stadt Duderstadt bewerben will. Im Inselkonzept werde sehr stark die vorhandene Nutzung berücksichtigt. Im Gegensatz dazu nehme beim Strukturkonzept Band der Freizeitweg ab Norwesten eine eher untergeordnete Rolle ein, um zusammenliegende Flächen zu schaffen, erläuterte Buhl. Hierbei sei im Bereich auch die gewerbliche Nutzung stärker im Fokus, beim Inselkonzept die Wohnnutzung.

Das Strukturkonzept Inseln:

Das Strukturkonzept Bänder:

Aufklärungsarbeit

Grundsätzlich wurde bei dem Termin in Duderstadt erst einmal diskutiert, ob überhaupt eine Entwicklung in einem solchen Bereich notwendig ist. Ob der Bereich sinnvoll zu einem Gesamtbild zusammengebracht werden könne und welche Auswirkungen die Planungen auf die Bestände hätten. Es sei aber auch so, dass die Dörfer besorgt seien, weil auch sie ihre Wohngebiete weiterentwickeln wollten, sagte Buhl. Da sei noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten. Fragen zu den Altlasten am ehemaligen Industriestandort seien normal, sagte Buhl „An jedem Industriestandort sind Altlasten anzunehmen.“ Doch dafür gebe es standardisierte Verfahren.

Positive Äußerungen

Positiv aufgenommen worden sei der Freiraum in den Planungen. „Mit der Talwiese gebe es zum Beispiel einen Raum, der Angebote für alle Generationen schafft und durch eine eventuelle Landesgartenschau im Jahr 2029 nochmals eine Aufwertung erfahren könnte“, sagte die Planerin. Auch werde durch die eingeplante Wegeachse eine bessere Anbindung an Duderstadt geschaffen. Insgesamt werde das Landschaftsbild attraktiver gestaltet. So trage auch der Vorschlag , die Hahle zu renaturieren, dazu bei, das Wasser stärker erlebbar zu machen.

Interesse an Stadtplanung

„Ich hatte gehofft, dass sich in der Schöneberger Straße etwas tut“, sagte Gerlinde Seidenstücker, die am Bürger-Forum teilnahm. Die Menschen dort seien unzufrieden, sprach sie die Brache des ehemaligen Marktkaufs an. „Keiner weiß, was wird. Man guckt nur auf eine Betonwüste.“ Dort fehle die richtige Aufklärung. Auch wenn ihre Hoffnung nicht erfüllt wurde, sei die Veranstaltung sehr interessant gewesen. „Ich möchte wissen, was geplant ist.“ Der Stand der Planungen interessierte auch Josef Rothkegel und Klaus Schmidt. „Ich verfolge die Stadtplanung, solange ich in Duderstadt wohne“, erklärte Schmidt.

Eigentümer-Versammlung

Im Vorfeld des Bürger-Forums gab es Anfang Mai auch einen Termin für Eigentümer. „In der Eigentümer-Versammlung wurde begrüßt, dass sich die Stadt des Standortes annimmt“, berichtete Buhl. Dort sei lange Zeit nichts geschehen. Das Verfahren dauere aber noch einige Zeit. „Deshalb wäre es schön, wenn zumindest kleinteilig schon Maßnahmen umgesetzt werden können.“

Im Video erläutert Stadt- und Regionalplanerin Nora Buhl die beiden Strukturkonzepte. Welches gefällt Ihnen besser?

Zur Entwicklung des Duderstädter Südwestens hat die Planungsgruppe Puche zwei Strukturkonzepte entwickelt. Das eine setzt auf die Bestände und eine stärkere Wohnnutzung, das andere schafft zusammenliegende Flächen und mehr gewerbliche Nutzung.

Ergebnis ansehen
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.
Im Video erläutert Stadt- und Regionalplanerin Nora Buhl die beiden Strukturkonzepte. Welches gefällt Ihnen besser?
So haben unsere Leser abgestimmt
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.

Von Rüdiger Franke

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Duderstadt Bezirksmeisterschaften im jagdlichen Schießen - Duderstädter Jäger erfolgreich

Bei den Bezirksmeisterschaften im jagdlichen Schießen im Landkreis Gifhorn hat die Jägerschaft Duderstadt hinter den Mannschaften aus Helmstedt und Wolfsburg den dritten Platz belegt.

07.06.2019

Der Deutsche Mühlentag wird in jedem Jahr Pfingstmontag gefeiert. In Ebergötzen steht mit der Wilhelm-Busch-Mühle eine inzwischen über 600 Jahre alte Wassermühle.

07.06.2019

Bereits zum 24. Mal veranstaltet die Brauerei Neunspringe ihr Brauereifest. Am Pfingstwochenende soll es auf dem Open-Air-Gelände in Worbis Live-Musik sowie Verkostungen verschiedener Biersorten und Spirituosen geben.

07.06.2019