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Duderstadt Travestie in Duderstadt: Wenn die bunten Onkeltanten kommen ...
Die Region Duderstadt Travestie in Duderstadt: Wenn die bunten Onkeltanten kommen ...
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08:26 14.12.2019
„Sternstunden der Travestie“ in Duderstadt mit Gina de l'Amore (rechts) und Glenn Gold Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Unter dem Motto „Frauen regieren die Welt“ haben Gina de l’Amore und Glenn Gold die „Sternstunden der Travestie“ ins Ballhaus zum fidelen Anreischken nach Duderstadt gebracht. Comedy, Magie und Musik bildeten die Bausteine des Programms. Rund 100 Besucher klatschten begeistert Beifall.

„Willkommen in Waddehaddeduderstadt“, begrüßte Gina de l’Amore das Publikum. „Wer ist denn noch Travestie-Jungfrau?“ Zunächst gab sie einen kleinen Einblick, was das Publikum erwarten könne, „wenn die bunten Onkeltanten kommen“. „Denn genau das sind wir“, sagte sie. Eine Frau habe ihrem Mann Travestie einmal so erklärt: „Die Frauen, die Du im Publikum siehst, haben Eierstöcke, die auf der Bühne haben Eier an Stöcken.“

Kein Wort zum Sonntag

„Wir machen auch den einen oder anderen schlüpfrigen Witz“, erklärte Gina nach der Show. „Wer zu uns kommt, der darf nicht das Wort zum Sonntag erwarten.“ Seit rund 20 Jahren stehe sie auf der Bühne. Schuld sei ein Besuch mit Freunden im Karneval gewesen, so die Künstlerin aus Oberhausen. Ein Freund habe dann auch eine Verbindung zur Travestie gehabt. „Ich habe dann da angerufen und gesagt: Mach mich zur Frau.“

Kollegin Glenn Gold ist mit mehr als 35 Jahren noch länger auf der Bühne aktiv. „Ich habe damals dafür das Medizinstudium aufgegeben und bin zum Theater gegangen.“ Er war Gast am Staatstheater Hannover, gründete die Chapeau-Claque-Theater-Revue. Anfang der 90er-Jahre sei es dann nicht mehr so gut gelaufen. „Ich konnte mich von einigen Kostümen aber nicht trennen.“ Und so fing er 2000 wieder mit einer Revue an. „Dann bin ich zur Travestie gekommen.“ Doch manche Dinge habe er beibehalten. „Ich fange auch mal als Mann an.“

Bilder von der Show:

Gina de l’Amore und Glenn Gold haben bei den „Sternstunden der Travestie“ in Duderstadt im Ballhaus zum fidelen Anreischken auf der Bühne gestanden.

Travestie im Trend

Travestie sei zurzeit im Trend, erzählt Veranstalterin Sonja Leunig. Ein Jahr habe sie mit Dennis Ehrhoff die Show geplant. „Im September haben wir dann die Tour begonnen.“ Die geht bis 2021 weiter. Im kommenden Jahr seien rund 43 Termine geplant, 2021 noch mehr. „Wir haben 14 Künstler mit auf der Tour.“ Im kommenden Jahr sollen in jeder Stadt drei bis vier davon auftreten. „In Duderstadt sind dann auch andere Künstler zu sehen.“ Doch Glenn Gold hat schon erklärt, dass sie wieder mit von der Partie sein werde. Gina de l’Amore hat am 11. Dezember allerdings andernorts ein Engagement.

„Die Leute, die zur Travestie kommen, wollen mitmachen“, sagt Sonja Leunig. „Sie wollen eine Rolle spielen.“ Und so suchten sich die beiden Künstler in Duderstadt auch ihre „Opfer“ im Publikum, zum Beispiel Jürgen in der ersten Reihe. „Wie hat es Dir gefallen“, fragte Gina und gestand dessen Frau Illa, dass sie schon den ganzen Abend ein Auge auf ihn geworfen habe. „Du kannst froh sein, wenn ich ihn Dir abnehme.“ Jürgen und Illa Büscher fanden die Einbindung ins Programm sehr unterhaltsam, wie sie nach der Show zugaben. „Das gehört eben dazu“, sagte die Gerblingeröderin.

"Sternstunden der Travestie" in Duderstadt mit Gina de l'Amore (rechts) und Glenn Gold Quelle: Rüdiger Franke

War das jetzt böse?

Ebenfalls begeistert waren Tanja Bauer aus Duderstadt und Petra Scherder aus Seeburg. „Unseren Humor zu treffen, ist manchmal nicht so einfach, aber die beiden Künstler haben es geschafft.“ Und manche Witze und Sprüche hatten es durchaus in sich. „War das jetzt böse“, fragte Glenn Gold zwischendurch. Sie gehe zum Beispiel gern über den Friedhof, würde sich dort aber gern andere Grabinschriften wünschen. „Zum Beispiel könnte bei einem Bauarbeiter auf dem Grabstein stehen: Wer anderen eine Grube gräbt ...“

Nach zweieinhalb Stunden Liveprogramm beendeten Gina und Glenn das Programm mit Kerstin Otts „Regenbogenfarben.“ Anschließend stellten sie sich im Foyer ihrem Publikum für Fotos zur Verfügung. Wer die Show verpasst hat, kann die Sternstunden der Travestie am 11. Dezember 2020 auch wieder im Ballhaus zum fidelen Anreischken erleben. Karten dafür gibt es bereits in den Geschäftsstellen des Göttinger und Eichsfelder Tageblatts in der Göttinger Wiesenstraße 1 und in der Duderstädter Marktstraße 9 sowie online auf gt-tickets.de.

Von Rüdiger Franke

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