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Duderstadt Strafzettel beim Fernseher-Kauf
Die Region Duderstadt Strafzettel beim Fernseher-Kauf
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06:00 26.11.2017
Brigitte Rittmeier vor einem Schild zu den Regeln auf dem Parkplatz.
Brigitte Rittmeier vor einem Schild zu den Regeln auf dem Parkplatz. Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

„Das ist Abzocke“, meint die 76-jährige Eichsfelderin, die wegen einer Kulanzregelung den Betrag nicht bezahlen muss.

„Ich habe mir im Medimax einen Fernseher abgeholt und das Auto um 9.58 Uhr auf dem Parkplatz davor abgestellt“, berichtet die Nesselröderin. „Nachdem der Fernseher im Kofferraum verstaut war, ist eine Frau zu mir gekommen und hat gesagt, dass ich ein Ticket vorne dran habe“, erklärt Rittmeier. Terminiert gewesen sei der Strafzettel auf 10.07 Uhr.

Kundin äußert ihren Unmut

Nachdem sie in dem Fachhandel ihren Unmut geäußert habe, sei sie von einer Verkäuferin auf eine Telefonnummer auf dem „Ticket“ hingewiesen worden. Wenn sie im Besitz einer Quittung sei, müsse sie die Strafe nicht bezahlen. Rittmeier habe sich daraufhin bei der genannten Firma „fair parken“ gemeldet. Ihr Vorschlag, dass ein Mitarbeiter dieser Firma unter Angabe der Rechnungsnummer direkt beim Medimax anrufe, sei abgelehnt worden. Sie könne die Rechnung online, per Fax oder auf dem Postweg zusenden, dann müsse sie die Strafe nicht bezahlen, habe man ihr mitgeteilt.

Eine Ordnungswidrigkeit „könne nicht in dem Moment verschwinden, wo ich etwas kaufe“ meint die Kundin. „Wenn ich nur eine Frage habe, aber nichts kaufe, zahle ich 19,90 Euro,“ sagt sie und will damit deutlich machen, dass sie am Sinn der Regelung zweifelt.

Gespräch mit Polizei geführt

Rittmeier berichtet, dass nach ihren Beobachtungen nicht einmal ein Drittel der Nutzer dieses Parkplatzes eine Parkscheibe einlegen würde. Die Situation in diesem Bereich sei auch bei der Polizei in Duderstadt bekannt, habe sie während eines Anrufs auf der Dienststelle erfahren. Man könne nichts dagegen machen, sei ihr von einem Beamten gesagt worden.

Wenn ein Kunde einen Einkaufsbeleg an das Servicezentrum von fair parken schicke, aus dem hervorgehe, dass er zur angegebenen Zeit dort eingekauft habe, werde die Strafe durch eine Kulanzregelung erlassen, betont Sabine Klaas, Pressesprecherin des Firma, die im Auftrage des Besitzers dieses Areals dort die Parkraumüberwachung übernehme. Parkzeitbegrenzungen sollen wie anderenorts dazu beitragen, dass Flächen nicht von „Langzeitparkern und Fremdparkern“ zugestellt würden und Kunden zu anderen Läden fahren, an denen es keine Parkplatzprobleme gebe.

„Die Firma fair parken ist ein unabhängiges Unternehmen, das nichts mit dem Medimax und den anderen Anbietern hier zu tun hat“, betont Andreas Burchard, Filialleiter in Duderstadt. „Wir helfen Kunden und machen sie darauf aufmerksam, dass sie bei der angegebenen Telefonnummer anrufen und den Bon zu fair parken schicken können“, betont Burchard. Die Chancen stünden gut, den Betrag erstattet zu kommen. Allerdings gelte nach seinem Kenntnisstand die Kulanzregelung nur einmalig.

Von Axel Artmann

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