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Duderstadt Streit um Stromnetze: Schlichtungsverfahren gescheitert
Die Region Duderstadt Streit um Stromnetze: Schlichtungsverfahren gescheitert
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19:44 24.06.2013
Quelle: Hinzmann (Symbolbild)
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Duderstadt

Das gilt nicht nur für den Raum Duderstadt. Auch andere regionale Energieversorger sind betroffen. Nach fast zweijährigen Verhandlungen, die sich im Kreise drehten, ist jetzt das Schlichtungsverfahren gescheitert. Damit geht der Millionenpoker in die nächste Runde.

Über den Stand der Dinge  und das weitere Vorgehen wollen die südniedersächsischen Stadtwerke in einer gemeinsamen Pressekonferenz am 27. Juni in der Northeimer Stadthalle informieren. Mit an Bord sind neben der EEW und der Netz-GmbH von Harz Energie die Stadtwerke und Versorgungsbetriebe Northeim, Bovenden, Einbeck, Uslar, Hann. Münden und Leine-Solling.

Gutachter: Wert zwischen vier und sechs Millionen ermittelt

Nach wie vor gehören der EEW nur die Stromnetze für die Kernstadt Duderstadt und Gerblingerode. Für die Netze in allen anderen Ortsteilen, deren Übernahme auch betriebswirtschaftliche Konsequenzen hätte, hatten Gutachter vor Beginn der Verhandlungen mit Eon Mitte einen Wert zwischen vier und sechs Millionen Euro ermittelt. Mit den ländlichen Netzen, in die wenig investiert worden sei, ließe sich vergleichsweise wenig Geld verdienen, hieß es damals bei der EEW, die beim Kauf nur den Ertragswert zahlen wollte. Eon hingegen insistierte auf dem höheren Sachzeitwert, der sich aus der Investitionssumme abzüglich der Abschreibungen errechnet.

„Eon hat sich nicht bewegt“

„Eon hat sich nicht bewegt“, kommentiert EEW-Geschäftsführer Markus Kuhlmann den Verlauf der Verhandlungen: „Bislang haben nur Anwälte und Gutachter daran verdient. Kommt es zu keiner gütlichen Einigung, die nicht absehbar ist, bleibt uns nur noch der Klageweg.“ Bei Eon Mitte gibt man sich bedeckt. „Da es sich um eine laufendes Verfahren handelt, können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben zu den Ergebnissen oder Einzelheiten der Verhandlungen machen“, antwortet Unternehmenssprecher Stefan Moriße auf die Anfrage zum Stand der Netzabgabeverhandlungen zwischen den Stadtwerken aus den Landkreisen Göttingen und Northeim und der Eon Mitte AG. Bis zur Übertragung der Netze haftet weiter Eon Mitte und muss im Falle von Störungen oder eines Stromausfalls aktiv werden.

Offene Entwicklungen

Verkompliziert wird die Situation durch weitere noch offene Entwicklungen. So haben in der Samtgemeinde Gieboldehausen einige Mitgliedsgemeinden ihre Strom-Konzessionsverträge mit Eon verlängert, andere sind zu Harz Energie gewechselt. Die Entscheidung der Eon-Gemeinden wurde vom Landkreis Göttingen als Kommunaufsicht beanstandet, ihr Kriterienkatalog für die Ausschreibung wird derzeit noch überprüft. Um noch ganz andere Summen geht es bei den unter strikter Geheimhaltung geführten Verhandlungen zwischen Vertretern der südniedersächsischen Kommunen und  Eon über den Rückkauf und die Rekommunalisierung der Tochtergesellschaft Eon Mitte AG (Tageblatt berichtete).

Erdgasnetz: Kontinuität fortgesetzt

Ohne Reibungswiderstände wie beim Strom läuft es beim Erdgasnetz. Die Stadt Duderstadt hat in diesem Monat den Erdgas-Konzessionsvertrag mit Harz Energie verlängert. Der Stadtrat hatte dem alle Ortsteile umfassenden Kontrakt mit einer Laufzeit bis Ende 2031 einmütig zugestimmt. Damit wird eine Kontinuität fortgesetzt, die bereits seit Abschluss des ersten Konzessionsvertrages mit dem Harz-Energie-Vorläuferunternehmen Westharzer Kraftwerke im Jahr 1926 besteht. In der Samtgemeinde Gieboldehausen haben die Gemeinden, deren Verträge ausliefen, bereits vor zwei Jahren die Gas-Konzessionsverträge mit Harz Energie um weitere 20 Jahre verlängert.