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Duderstadt Strom: Auch Eon erhöht den Preis
Die Region Duderstadt Strom: Auch Eon erhöht den Preis
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21:18 11.01.2011
Von Kuno Mahnkopf
Ökostrom als Preistreiber? Eon-Umspannwerk im Bilshäuser Ortsteil Strohkrug.
Ökostrom als Preistreiber? Eon-Umspannwerk im Bilshäuser Ortsteil Strohkrug. Quelle: Pförtner
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Der Arbeitspreis für Privatkunden in der Grundversorgung soll um 0,87 Cent (brutto) auf 23,35 Cent pro Kilowattstunde steigen, die Grundgebühr unverändert bleiben. Als Beispielrechnung nennt Eon-Sprecher René Schneider Mehrkosten von 2,58 Euro monatlich für einen Durchschnittshaushalt mit drei Personen und einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden. Das entspreche einer Steigerung von 3,5 Prozent.

Die EEW ist Strom-Grundversorger in der Kernstadt Duderstadt und Gerblingerode, Eon Mitte in allen anderen Orten des Untereichsfelds. Die EEW hat den Preis für die Kilowattstunde bereits zum 1. Januar um 1,07 Cent brutto erhöht. In der EEW-Modellrechnung läuft das auf eine monatliche Mehrbelastung von drei Euro respektive 4,5 Prozent hinaus. Im Basis-Tarif kostet die Kilowattstunde bei der EEW jetzt 23,95 Cent, in dem am häufigsten genutzten Privat-Sondertarif 22,95 Cent.

Wie die EEW begründet auch Eon den erneuten Preissprung mit dem Solar-, Wind- und Bioenergie-Boom und der damit verbundenen zunehmenden Einspeisung von Strom aus regenerativen Quellen und deren Vergütung. Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) betrage inzwischen rund 4,2 Cent pro Kilowattstunde, 70 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der erfolgreiche Ausbau der regenerativen Energien sei ein wesentlicher Grund für die Preisanpassung, sagt Eon-Mitte-Geschäftsführer Ulrich Fischer: „Ein verstärkter Klimaschutz hat seinen Preis. Der Anteil des EEG-Stroms am Gesamtabsatz an Endkunden wird 2011 bereits bei rund 20 Prozent liegen.“ Die Preiserhöhung falle geringer aus als es aufgrund der gestiegenen EEG-Kosten notwendig gewesen wäre, betont Fischer: „Wir haben Vorteile beim Stromeinkauf genutzt, in anderen Bereichen Kosten gesenkt, und konnten die Preise deutlich länger konstant halten als der Großteil der Wettbewerber.“ Den Stand vom 1. Mai können sich Eon-Kunden durch den neuen Tarif Konstant-Strom bis Ende 2012 sichern – auch wenn die Kosten für erneuerbare Energien weiter steigen.

Der seit Jahren steigende Strompreis stößt immer wieder auf Kritik. Den Versorgungsunternehmen wird vorgehalten, niedrigere Beschaffungskosten nicht weiterzugeben und Preiserhöhungen für Zusatzgewinne zu nutzen. Auch Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth hat erklärt, die Rechtfertigung von Preiserhöhungen mit der EEG-Umlage sei nur zum Teil richtig, und zu Anbieterwechseln aufgerufen. Mit Angabe zu Kundendaten und Anbieterwechsel halten sich die Grundversorger zurück. Schneider spricht lediglich von mehr Wettbewerbsdynamik seit der Liberalisierung.