Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Tag der Niedersachsen: Interview mit Bürgermeister Wolfgang Nolte ein Jahr danach
Die Region Duderstadt Tag der Niedersachsen: Interview mit Bürgermeister Wolfgang Nolte ein Jahr danach
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:09 23.08.2013
Tag der Niedersachsen im Juli 2012 in Duderstadt: Zum Gelingen des Großereignisses haben Ehrenamtliche entscheidend beigetragen, sagt Bürgermeister Wolfgang Nolte. Quelle: Pförtner
Anzeige
Duderstadt

Sie laden zum Dankeschön-Fest für den Tag der Niedersachsen ein. Wem gilt Ihr Dank?

Die LNS-Gesellschaft als Ausrichterin des Tags der Niedersachsen lädt, auch für die Stadt Duderstadt, ein. Die Einladungen gingen an unsere Partner beim Landesfest, zum Beispiel unsere Feuerwehren, Rotes Kreuz, Polizei, Landkreis Göttingen, Schützengesellschaft, Kreissportbund, Ärzteverein, Medienpartner, Jugendgästehaus, Landwirte, die Flächen zur Verfügung gestellt haben und einzelne Bürger, die in besonderer Weise zum Fest beigetragen haben.

Der Tag der Niedersachsen war eine herausragende Veranstaltung und soll einen besonderen Abschluss finden. Dass wir das beim Bürgerfest der Lebenshilfe machen können, passt sehr gut zum Lebenshilfe-Motto Miteinander – Füreinander. Wir gestalten das Miteinander und machen uns Gedanken um das Füreinander, denn der Erlös des Bürgerfestes und damit auch des Dankeschön-Festes kommt der Lebenshilfe zugute.

Welche Rolle haben Ehrenamtliche bei Organisation und Durchführung des Tags der Niedersachsen in Duderstadt gespielt?

Eine ganz entscheidende Rolle. Im Grundsatzbeschluss des Rates zur Bewerbung als Ausrichterstadt heißt es in Punkt drei: „Vor der Zustimmung ist kurzfristig eine Abstimmung mit wesentlichen Partnern vorzunehmen.“ Wir haben uns dann sehr schnell zusammengesetzt mit rund 25 Partnern – zum Beispiel Feuerwehr, Schützenvereinen, Roten Kreuz, Polizei, Bundespolizei, Vfl Olympia, TV Jahn, Heinz-Sielmann-Stiftung, Jägerschaft, Grenzlandmuseum, den großen Schulen, unsere Kirchen, Energieversorgern, Banken und anderen.

Als wir alle beieinander hatten, haben wir gefragt: Können wir das leisten? Und es gehört zu den wunderschönen Erfahrungen – und das sage ich auch im Namen von Lothar Koch, dem Aufsichtsratsvorsitzenden, von Gerald Werner, Frank Widera und Manfred Thiele vom Organisationsteam – dann zu hören: ,Wir sind da. Wir machen mit. Auf uns könnt ihr euch verlassen.‘ Das hat Mut gemacht und ist sicher eine Besonderheit in der Geschichte des Tags der Niedersachsen.

Was sind die besonderen Herausforderungen bei der Organisation eines solchen Großereignisses, wenn man sich auf Ehrenamtliche stützt?

Ich würde das nicht als Herausforderung beschreiben, sondern als Chance. Wir hatten die Ehrenamtlichen und haben sie durch Hauptamtliche ergänzt. Ein Beispiel: Wir haben ein Sicherheitskonzept entwickelt, bei dem Polizei und Bundespolizei zusammengearbeitet haben mit den Freiwilligen Feuerwehren, Rotem Kreuz, Maltesern und Technischem Hilfswerk. Das reichte von der brandschutztechnischen Beurteilung bis hin zur gemeinsamen Leitstelle in den Räumen der Bundespolizei. So etwas hatte es beim Tag der Niedersachsen bis dahin nicht gegeben. Aber wir haben nicht alles neu erfunden und haben uns Rat geholt in Aurich, der Ausrichterstadt 2011, und dem Innenministerium, das bereits 31 Landesfeste organisiert hatte. Ehrenamtliche, Hauptamtliche und erfahrene Macher, diese Kombination hat eine Top-Organisation ermöglicht.

Hand aufs Herz: Gab es im vergangenen Jahr Momente, in denen Sie am Gelingen des Tags der Niedersachsen in Duderstadt gezweifelt haben?

Am Gelingen habe ich nie gezweifelt, aber es gab auch heftige Sorgen, zum Beispiel durch die Regenereignisse. Sie haben unter anderem beim Parken eine monatelange Vorbereitung komplett über den Haufen geworfen. Wir hatten mit Eigentümern verhandelt, Flächen vorbereitet – und dann kam der Regen und wir mussten innerhalb weniger Stunden alles völlig neu organisieren. Aber auch das hat das Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen perfekt geregelt.

Es hat hier und da gezwickt, aber es hat geklappt. Und auch finanziell gab  es ein paar Stirnfalten und Sorgen. Auch hier brauchten wir ein völlig neues Konzept. Um das zu verdeutlichen: Aurich hatte damals 115 Millionen Euro Gewerbesteuer pro Jahr im Rücken (in Duderstadt sind es acht Millionen Euro, Anm. der Redaktion).

Diesen Spielraum hatten wir nicht und deshalb gilt der besondere Dank denen, die finanziell kräftig mit in die Speichen gegriffen haben: Professor Hans Georg Näder und Ottobock, Sparkasse Duderstadt, Harz-Energie und Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe, Neunspringer Brauerei und Einbecker Brauerei, Landkreis Göttingen und Lotto-Sportstiftung, aber auch Volksbank Mitte, HKS-Sicherheitsdienst, VGH-Versicherung, Göttinger Tageblatt, VW und viele andere.

Wir dürfen heute sagen, dass wir einen sehr viel besseren Abschluss erreicht haben, als erwartet. Auf 400 000 Euro hatte der Rat das maximale Defizit festgelegt. Wir liegen jetzt bei rund 150 000 Euro Eigenbeteiligung. Als ich das gesehen habe, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen.

Ein Jahr danach: Was bleibt vom Tag der Niedersachsen in Duderstadt?

Das Landesfest reiht sich ein in die großen Ereignisse in und für diese Stadt: Stadt- und Ortsjubiläen, Landesausstellung Natur im Städtebau, Eichsfeldfestivals, Bundespräsidenten- und Bundeskanzlerbesuche, Papstbesuch in der Nachbarschaft und andere mehr. Das hat die Marke Duderstadt und Eichsfeld touristisch und wirtschaftlich in den Fokus gerückt. Mit Duderstadt sind positive Gedanken verbunden. Ein besseres Stadt- und Regionalmarketing kann es gar nicht geben.

Interview: Ulrich Lottmann

Alle Artikel und viele Bilder zum Landesfest im Internet: gturl.de/tdn. Offizielle Homepage: tdn-duderstadt.de