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Duderstadt Modern leben in einem Altbau
Die Region Duderstadt Modern leben in einem Altbau
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15:50 11.05.2019
Tag der Stadtbauförderung mit Vorstellung privater Sanierungsobjekte. Quelle: Hey
Duderstadt

 Zum zweiten Mal hat sich die Stadt Duderstadt am Tag der Städtebauförderung beteiligt. Mit einem Rundgang und der Besichtigung von zwei privaten Sanierungsobjekten gewährten zwei Bauherren interessante Einblicke.

In einem Altbau modern wohnen, geht das überhaupt? Diese Frage stellen sich viele Eigentümer eines Fachwerkhauses. Ein Paradebeispiel, das es wunderbar funktionieren kann, stellte Klaus-Hagen Hage mit dem Haus in der Haberstraße 21 vor. „Der Stammsitz der Familie Hage“, wie es Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte bezeichnete. „Wir sind jetzt in der dritten Generation, die hier Besitzer ist“, erklärte Hage, dessen Familie aus Hameln stand, und die über Hannover den Weg nach Duderstadt fand. „Uns als Lutheranern hat man es nicht leicht gemacht im Eichsfeld“, sagte er und schmunzelte dabei.

Kleines Familienmuseum

Für ihn ist bauen eine Lust, und die ist ihm in jeder Ecke des Hauses anzumerken. In der unteren Etage plant er quasi ein kleines „Familienmuseum“ mit Dingen, die er im Laufe der Jahre gesammelt hat. Seine erworbenen Schützenscheiben haben bereits jetzt einen Platz in den Räumlichkeiten gefunden.

Die Außenansicht wird noch durch ein Gerüst und Folie an den Fenstern verdeckt, aber dennoch ist schon zu erkennen, was für ein Schmuckstück sich dahinter verbirgt. Ein Erker ist wieder herausgezogen worden. Bis zum Schützenfest im Juli soll alles hergerichtet werden. „Damit ich die Fahnen heraushängen kann“, berichtete der Bauherr.

Viel Licht

Teile des Hauses mussten mit Fundamenten stabilisiert werden, faule Balken ausgetauscht werden. Viel Licht ist durch großzügige Glastüren in die obere Etage eingezogen. Die dort entstandene Traumwohnung ist nicht zur Vermietung gedacht, sondern wird privat genutzt.

Was man aus einem ehemaligen Kartoffelkeller machen kann, dies zeigt ein Gang in den unteren Bereich des Hauses. Ein imposantes Gewölbe perfekt ausgeleuchtet erwartet den Besucher. Möbliert ist die „Partyzone“ mit Stühlen und Tischen aus dem alten Schützenhaus. „Die habe ich dort stibitzt“, verrät der ehemalige Vorsitzende der Kreishandwerkerschaft. Auch auch aus dieser Ära gibt es Erinnerungsstücke in dem Keller, auf den Hage sehr stolz ist.

Klasse, Mut und Kompetenz

„Man merkt ihm die Liebe zu dieser Stadt einfach an, und wir danken ihm für sein unternehmerisches Wirken. Die Quartierentwicklung ist einfach fantastisch“, sagte Bürgermeister Nolte. Klasse, Mut und Kompetenz bescheinigt er dem Bauherren, der im Laufe des Jahres sicherlich noch mehr lobende Worte hören wird, denn seine Firma feiert 2019 100-jähriges Firmenjubiläum.

Tag der Städtebauförderung in Duderstadt

Zur Ruhe setzen wird sich Klaus-Hagen Hage aber keineswegs, denn dazu hat er noch zu viel vor, die nächsten Sanierungen warten, hat er doch in der kurzen Straße noch weitere Häuser erworben.

Wenn es auch nicht so aussieht, Architekt Michael Schmutzer geht davon aus, dass das Gerodische Haus Weihnachten 2019 fertig saniert ist. Im Herbst 2018 begannen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen in der Marktstraße 88.

400 Jahre alter Lehmputz

Schmutzer ist schwer begeistert vom Innenleben des Hauses, das 400 Jahre alten Lehmputz und auch freigelegtes Flechtwerk zeigt. „Heutzutage halten Häuser kaum 50 Jahre, da ist dies hier schon bemerkenswert. Verputzte Deckenbalken, damals beim Adel ein Zeichen von Wohlstand, wurden wieder freigelegt. „Einige Balken werden frei bleiben, um eine Geschichte erzählen zu können“, berichtete der Architekt. Vorgesehen sind dort nach Fertigstellung eine Lounge, Büroräume und Micro-Appartments.

66 Förderanträge sind bislang bewilligt. „Dabei ging es um kleine Summen bis hin zu Komplettsanierungen“, erzählte Jürgen Germerott, bei der Stadt Duderstadt für die Bauaufsicht und den Denkmalschutz zuständig. 150 Beratungsgespräche sind inzwischen geführt worden.

Die Städtebauförderung ist seit 1971 ein Beitrag zur deutschen Stadtentwicklung. Seitdem wird sie immer wieder flexibel an neue Erfordernisse und Aufgaben in der kommunalen Arbeit angepasst. Für das Jahr 2019 sind im Bundeshaushalt für alle Förderprogramme insgesamt 790 Millionen Euro vorgesehen. Der Tag der Städtebauförderung ist eine Gemeinschaftsinitiative des Bundesbauminsteriums, der Länder, des Deutschen Städtetages und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.

Bundesweiter Aktionstag in 500 Städten

Zum fünften Mal in Folge gibt es den Tag der Städtebauförderung. Es handelt sich um einen bundesweiten Aktionstag, der zeigen soll, wie die Städtebauförderung vor Ort umgesetzt wird. In 500 Städten und Gemeinden werden dazu Veranstaltungen angeboten. 2900 Maßnahmen werden derzeit vom Bundesministerium des Inneren unterstützt. Dabei werden allein knapp die Hälfte der Bundesfinanzhilfen von einer Milliarde Euro im ländlichen Raum eingesetzt. Der Landkreis Eichsfeld durfte auf 1. 477.000 Euro zurückgreifen. Davon wurde vor allem der Denkmalschutz in der Heiligenstädter Altstadt finanziert. Die Schwerpunkte der Stadtbauförderung liegen im Erhalt der historischen Stadtkerne der Kreishauptstädte Nordhausen, Heilbad Heiligenstadt und Sondershausen. „Als Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen ist die Städtebauförderung ein zentrales Instrument für eine nachhaltige Entwicklung der Städte und Gemeinden“, erklärte Manfred Grund, parlamentarischer Geschäftsführer und Vorsitzer der Landesgruppe Thüringen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag.

Von Vicki Schwarze

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